Kornwestheim Kürbisdiebstahl gibt Familie ein Rätsel auf

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Mit seiner Mutter Antje Jensen hat Max nach dem Diebstahl weitere Kürbisse bemalt. Auch ein Schild hat er gebastelt. Foto: Anne Fuhrmann

Kornwestheim - Sie haben weit aufgerissene Augen, spitze Zähne und zum Teil wilde Frisuren: Mit viel Liebe und der Hilfe seiner Mutter Antje Jensen hat der siebenjährige Max neun heimische Zierkürbisse angemalt und vor der Haustür an der Ecke Stuttgarter Straße/Zeppelinstraße platziert. Doch vor wenigen Tagen waren plötzlich alle Exemplare weg, die private Fahndung blieb bisher erfolglos. Von dem Diebstahl lässt sich der Grundschüler allerdings nicht unterkriegen: Er hat nicht nur neue Kürbisse verziert, sondern auch einen Plan ausgeheckt, wie er es Dieben künftig schwer machen will.

Vor ungefähr einer Woche hatten Mutter und Sohn die Kürbisse an der Straße aufgestellt, damit sich die Passanten daran erfreuen konnten. Nach kurzer Zeit fehlte einer von ihnen, dann waren schon vier Stück verschwunden. „Und dann bin ich von der Schule nach Hause gekommen und habe gesehen, dass alle weg sind“, sagt Max traurig. Zuerst dachte Antje Jensen an einen Dumme-Jungen-Streich. „Wir haben deshalb überall in den Büschen geschaut. Doch die Kürbisse sind einfach spurlos verschwunden“, erinnert sich die Mutter. Von den Nachbarn und im Modegeschäft im Erdgeschoss wurde der Diebstahl nicht beobachtet. Dennoch hoffen die beiden, dass die vermissten Kürbisse noch mal auftauchen. „Vielleicht war es keine böse Absicht und jemand bringt sie wieder“ , meint Antje Jensen.

Die Idee zu der Malaktion kam den beiden, als ihnen der Schrebergarten-Nachbar 30 Zierkürbisse schenkte. Der Zweitklässler und seine Mutter verbrachten daraufhin viele Nachmittage damit, die Kürbisse anzumalen. Etwas gruselig sollten sie im Vorfeld von Halloween aussehen, „damit die Geister nicht bei uns klingeln“, erklärt Antje Jensen und lacht. Mit wetterbeständigen Acrylfarben entstanden bunte Gesichter in unterschiedlichen Variationen, jeder Kürbis ein wenig anders als die übrigen. Max, der gerne bastelt, hatte großen Spaß an der Aktion.

Etliche Exemplare verschenkten die Jensens – unter anderen an den Kindergarten, in dem Mutter Antje arbeitet, aber auch an Nachbarn und Bekannte. Mit neun Stück wollten sie Fußgängern vor der eigenen Haustür ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Doch offenbar hatten der oder die Diebe so sehr Gefallen daran gefunden, dass sie die bemalten Kunstwerke in die eigene Tasche steckten.

Um ihren Sohn zu trösten und für den Verlust zu entschädigen, wurden kurzerhand neue Zierkürbisse zum Anmalen besorgt, die der Siebenjährige bereits gestaltet hat. Gerne würde Antje Jensen die neuen Exemplare wieder nach draußen stellen, damit sie in der warmen Wohnung nicht schnell schimmeln. Doch Max ist noch skeptisch, denn er befürchtet, erneut zum Opfer eines Diebstahls zu werden. Deshalb hat er vorsichtshalber bereits ein Schild gebastelt. „Mitnehmen allerstrengstens verboten“, steht darauf geschrieben.

Auch sonst hat sich der Grundschüler Gedanken gemacht, wie er Diebe von den Kürbissen fernhalten kann: Er hat Kastanien mit Stacheln daran montiert, die bei Langfingern für eine böse Überraschung sorgen sollen. Wenig praktikabel ist dagegen vermutlich sein Ansatz, einen Zaun zu errichten oder Absperrband zu spannen. „Dann kämen die Leute wahrscheinlich nicht mehr so gut ins Haus“, stoppt Mutter Antje den Ideenreichtum ihres Sohnes. Ob Max sich wohl noch mal traut, die Kürbisse vor die Tür zu stellen?

 
 

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