Kornwestheim Lieferengpässe: Tankstelle geht zeitweise der Sprit aus

Anne Fuhrmann, vom 08.11.2018 11:00 Uhr
1,539 Euro für einen Liter Diesel: Die Spritpreise sind derzeit auf einem Mehrjahreshoch. Das ist für Autofahrer in diesen Tagen allerdings nicht das einzige Ärgernis. Foto: Anne Fuhrmann
1,539 Euro für einen Liter Diesel: Die Spritpreise sind derzeit auf einem Mehrjahreshoch. Das ist für Autofahrer in diesen Tagen allerdings nicht das einzige Ärgernis. Foto: Anne Fuhrmann

Kornwestheim - Beim Blick auf die Anzeigetafeln der Tankstellen stellt sich bei vielen Autofahrern schlechte Laune ein. Die Spritpreise sind derzeit so hoch wie schon lange nicht mehr. Auch in der Stadt bekommen das die Kunden zu spüren. Dort kostete der Liter Diesel am Mittwoch zeitweise 1,539 Euro. Doch das ist nicht das einzige Ärgernis: Zum Teil gibt es bereits Engpässe beim Kraftstoff.

Obwohl sich die Situation an den Rohölmärkten entspannt hat und der Euro-Kurs nur leicht schwächelt, sind die Spritkosten aktuell auf einem Mehrjahreshoch angekommen. Die neuen Strafmaßnahmen der Vereinigten Staaten gegen den Iran wirken sich bislang nicht negativ für die Verbraucher aus. Der hauptsächliche Grund für den Preisanstieg ist stattdessen der Regenmangel, der seit dem Frühjahr den Pegel des Rheins immer tiefer sinken ließ. Der Fluss und seine Nebenarme spielen eine wichtige Rolle für die Versorgung Deutschlands mit Öl – und das ist momentan vor allem im Südwesten Deutschlands zu bemerken. Wegen des Niedrigwassers können die Schiffe auf dem Rhein nur mit einem Bruchteil der sonst üblichen Beladung fahren. Das verteuert die Fahrten nicht nur, sondern hat auch zur Folge, dass weniger Kraftstoff bei den Tankstellen ankommt, was ebenfalls den Preis treibt. Und der Transport auf der Schiene und der Straße ist aufwendig und ebenfalls teuer. Daran ändert auch nichts, dass der Bund zeitweilig seine Notfall-Reserve geöffnet hat, um Engpässe bei der Versorgung zu vermeiden.

Im Großen und Ganzen sei die Lage noch ganz in Ordnung, sagt Gregor Schwaier, Betreiber der Aral-Tankstelle in der Rosensteinstraße. Es hat aber durchaus bereits Lieferengpässe gegeben. „Es kann schon mal sein, dass ein halber Tag lang kein Kraftstoff da ist“, sagt Schwaier. Dass an der Zapfsäule kein Sprit mehr geflossen ist, war dort beispielsweise schon beim Diesel der Fall. Die Kunden hätten aber verständnisvoll reagiert, sagt er. Zwar ist der Preisanstieg bei den Autofahrern ein Thema, das häufiger angesprochen wird. Spürbar weniger Kundschaft hat der Tankstellenbetreiber deswegen allerdings nicht feststellen können. „Es ist fast so viel los wie immer“, sagt Schwaier. Er glaubt, dass die Preise bald wieder sinken werden und die Kunden nur kurzfristig mit den hohen Spritkosten leben müssen.

Das sieht Hans-Jürgen Knuth von der HEM-Tankstelle in der Aldinger Straße anders. „Noch ist alles im grünen Bereich, aber ich denke, dass es mit den Preisen schlimmer wird“, meint er. Knuth befürchtet, dass sich der Boykott seitens der USA, der erst seit Anfang der Woche in Kraft ist, auch noch auf die Preise in der Region auswirken wird. „Man muss jetzt abwarten, was dabei herauskommt“, sagt er. Zudem glaubt der Tankstellenbetreiber nicht, dass es demnächst so viel regnet, dass sich die Lage auf dem Rhein schnell entspannen wird. Bislang haben die hohen Preise seinem Geschäft allerdings noch nicht geschadet. An seiner Tankstelle ist nicht weniger Betrieb als sonst, und über Engpässe bei der Versorgung mit Kraftstoff kann er bisher nicht klagen.