KornwestheimLurchi vermeldet ein „volles Haus“

Werner Waldner, vom 31.08.2017 00:00 Uhr
Da freut sich das Pferd: Die Flächen auf dem Salamander-Areal sind vermietet. Foto: Archiv/Emily Kaser
Da freut sich das Pferd: Die Flächen auf dem Salamander-Areal sind vermietet.Foto: Archiv/Emily Kaser

Kornwestheim - Sieben Jahre, nachdem das Unternehmen aus Kassel mit der Belebung des einstigen Schuhwerkes begonnen hat, sind nahezu sämtliche Flächen an der Stammheimer Straße wieder vergeben. Die letzten knapp 3500 Quadratmeter sind jetzt an den Pächter gebracht worden. Der Top Sports Fitness Club übernimmt die Räumlichkeiten von Pure, die im vergangenen Jahr nach Unstimmigkeiten mit dem Vermieter das Areal nach nur vier Jahren wieder verlassen haben. Im Oktober wird der neue Trainingstempel seine Pforten auf 1700 Quadratmetern öffnen, teilte die Immovation-Unternehmensgruppe gestern mit.

Ende des Jahres kommt das Einzelhandelsgeschäft Bikesnboards nach Kornwestheim. Es übernimmt die Räumlichkeiten von JCC Ledermoden und eines benachbarten Herrenausstatters. 463 Quadratmeter hat sich der Fahrradhändler mit Filialen in Stuttgart, Schorndorf, Backnang und Butzbach gesichert. Die Foxboro Eckardt GmbH hat im vierten Obergeschoss in einem der ehemaligen Produktionsgebäude 1240 Quadratmeter angemietet. Der Zuzug ist mit vielen Tränen verbunden. Der Hersteller von Mess- und Regeltechnik für die chemische Industrie, der zum französischen Schneider Electric Konzern gehört, war einst ein Unternehmen mit rund 2000 Beschäftigten in Stuttgart und Fellbach-Schmiden. Nun wird die Produktion in Stuttgart geschlossen und ausgelagert. Lediglich die Entwicklungsabteilung bleibt in der Region und zieht mit rund 20 Beschäftigten von Bad Cannstatt nach Kornwestheim.

Und damit sind die alten Salamandergebäude nahezu alle belegt. „Bis auf kleinere Restflächen zum Beispiel für Büros haben wir jetzt mit den neuen Firmen die Vollvermietung des Areals erreicht“, sagt Stephanie Wackerbarth, bei Immovation für Verkauf und Vermietung auf dem Salamander-Areal zuständig. Auch Vorstand Lars Bergmann ist rundum zufrieden. Mit der Mischung aus Einzelhandel, Wohnungen und Gewerbe sei es gelungen, ein Umfeld zu schaffen, das „für Unternehmen im Raum Stuttgart konkrete Vorteile bietet.“ Das Plus des Salamander-Areals aus seiner Sicht: die S-Bahn-Haltestelle direkt vor der Haustür und das im Vergleich zu Stuttgart günstige Mietniveau.

Während die bestehenden Gebäude aus seligen Salamander-Zeiten damit belegt sind, befindet sich Immovation bei den Neubauten direkt an der Stammheimer Straße im Endspurt. 121 Wohnungen entstehen dort, allesamt seien schon verkauft worden, teilt das Unternehmen aus Kassel mit. Die ersten Eigentümer werden schon Ende September einziehen. Bis Ende Oktober will Immovation den Supermarkt im Erdgeschoss fertigstellen und an Rewe übergeben. Entstanden sind im Zuge des Neubaus auch Räumlichkeiten in einer Größenordnung von 135 bis 187 Quadratmetern für fünf Dienstleistungsbetriebe. Wer diese Büros nutzen werde, das stehe noch nicht fest, heißt es in einer Pressemitteilung aus Kassel.

Das Unternehmen, das auch das Areal am Kaffeeberg in Ludwigsburg entwickeln wird, hat im Laufe der Jahre viele Unternehmen aufs Salamander-Areal geholt. Ein wichtiger Baustein war sicherlich der Einzug des Grundbuchzentralarchivs in den alten Salamander-Gemäuern. Über 30 000 Quadratmeter hat das Land in Kornwestheim angemietet und damit rund ein Drittel der Flächen übernommen. In der Nachbarschaft haben sich in den vergangenen Jahren Unternehmen wie Alcatel-Lucent Enterprise, die Krankenkasse mhplus und ADP Employer Services angesiedelt. 70 Loftwohnungen entstanden am südlichen Ende des lang gestreckten Baus, an der Goethestraße errichtete Immovation eine Kindertagesstätte.

Zum Jahreswechsel 2009/2010 hatte Immovation das Areal erworben, an dem zuvor andere Projektentwickler gescheitert waren.