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Kornwestheim Mehr junge Besucher kommen ins Jugendzentrum

Peter Meuer, vom 16.02.2018 00:00 Uhr
Freuen sich über das Interesse am Juz: (von links) Maria Eisl, Jan Brandt und Uschi Saur. Foto: Peter Meuer
Freuen sich über das Interesse am Juz: (von links) Maria Eisl, Jan Brandt und Uschi Saur. Foto: Peter Meuer

Kornwestheim - Die Besucherzahlen des Jugendzentrums sind im vergangenen Jahr um etwa ein Drittel gestiegen. Rund 6500-mal waren Jugendliche 2017 in der städtischen Einrichtung zu Gast. In der Regel seien 30 bis 40 Besucher pro Öffnungstag da, an „guten Tagen“ auch einmal bis zu 65, teilte der Jugendarbeiter Jan Brandt nun während eines Jahresrückblicks mit. Das schließe Stammbesucher, die entsprechend oft in der Statistik auftauchen, genauso ein wie neue und seltene Gäste.

Mehr Besucher – In den Jahren 2016 und 2015 hatte das Jugendzentrum jeweils zwischen 4000 und 5000 Besucher, in den Jahren zuvor waren es einige hundert weniger. Etwa ein Viertel der jungen Gäste seien Mädchen, der größte Teil der Jugendlichen sei zwischen 14 und 16 Jahren alt, so Brandt. Im Moment haben sich „zwei, drei große Cliquen“ gebildet, sagte er. Brandt erklärte die positive Bilanz unter anderem mit guten Kontakten zur mobilen Jugendarbeit und mit neuen Projekten – etwa gemeinsam mit den Schulen. Auch Uschi Saur, Leiterin der städtischen Abteilung für Kinder, Jugend und Bildung, freut sich über die positive Entwicklung. Sie betont aber auch: „Die bloßen Zahlen sind die eine Sache.“ Es komme auch darauf an, dass die Jugendlichen Neues entdecken könnten, Ansprechpartner haben, dass sie wissen, wo sie hinkönnen. Neue Theke – Seit einigen Monaten verschönern die Jugendlichen das Juz gemeinsam mit den Jugendarbeitern. Sie haben Spenden sammeln können, leisten aber auch viel in Eigenarbeit. Vor allem der Thekenbereich bekommt einen neuen Anstrich. Aus Paletten entstehen außerdem neue Möbel, andere – wie etwa die Tische – wurden mit Klebefolie verschönert. Und auch ein neues Sofa gibt es jetzt im Juz.

Neues Gesicht – Während des Jahresrückblicks stellten Brandt und Saur auch die neue Kollegin im Jugendzentrum vor. Maria Eisl verstärkt seit November das Team. Sie ersetzt Michael Wolfschläger, der weiter für die Stadt, aber nun am ESG- Gelände an der Jahnstraße im Einsatz ist. Maria Eisl ist 25 Jahre alt, hat – neben weiteren Fortbildungen – soziale Arbeit in Coburg studiert und vor ihrem Einsatz in Kornwestheim mit beeinträchtigten Menschen gearbeitet. Ursprünglich stammt sie aus dem Berchtesgadener Land. Die 25-Jährige hat bereits bei einigen Projekte die Federführung übernommen. Neue Projekte – Unter anderem eine Neuerung liegt Maria Eisl am Herzen: In Kornwestheim spielen Jugendliche nun regelmäßig an der Theodor-Heuss-Realschule „Jugger“. Wer sich fragt, was das ist: Teams treten gegeneinander an und müssen einen Ball ins jeweils gegnerische Tor bringen. Sie versuchen sich mit Schaumstoffschlägern daran zu hindern. Heraus kommt eine Mischung aus Football und American Gladiators, allerdings gilt das als nicht gefährlicher als andere Mannschaftssportarten. „Das fördert Koordination und Teamgeist“, sagt Eisl. Weil das Angebot so gut angenommen wird, planen die Jugendarbeiter sogar, im Sommer ein großes „Jugger“-Turnier auszurichten.

Phantastische Welten – Den Teamgeist der Jugendlichen fördert seit vergangenem Jahr auch ein weiteres neues Angebot: „Pen & Paper“-Rollenspiele. Bei diesen kooperativen Erzählspielen tauchen die Mitspieler ein in fantastische Welten, angelehnt an Genres wie Fantasy a la Tolkien oder wie Science Fiction. „Das bieten wir einmal in der Woche an“, sagte Brandt. Erfolgreich waren zuletzt auch der Newcomer-Band- sowie der BMX- und Skate-Wettbewerb. Auch sie sollen wiederholt werden. Geplant ist zudem eine Talentshow, angedacht ein Rap-Battle, bei dem Musiker reimend gegeneinander antreten. „Das ist bisher noch eine Idee“, sagte Eisl.