Kornwestheim Mit Rizzi kommt die gute Laune ins K

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Bunt, bunter, Rizzi. Foto: Mateja fotografie

Kornwestheim - Verleger Bernhard Feil ist sich ziemlich sicher, was James Rizzi den Besuchern der Ausstellung mit auf den Weg gegeben hätte: „Enjoy“. Zum Genießen gibt’s reichlich. Über 700 Arbeiten des New Yorker Pop-Art-Künstlers sind im K zu sehen, Möbelstücke aus dem Loft werden ausgestellt, Ausblicke aus der Wohnung im fünften Stock seines Hauses in der Lafayette Street im Stadtteil Soho können – per Foto – bewundert werden.

Mit einer feierlichen Gala ist die Ausstellung am Donnerstagabend eröffnet worden. Über einen roten Teppich kamen die Gäste ins K, vor der Sponsorenwand durften sie sich ablichten lassen. Kulturjournalist Markus Brock moderierte die Veranstaltung, zu der auch William Rizzi aus New York gekommen war. Der Bruder des 2011 verstorbenen Künstlers wusste viel aus dem Loft zu erzählen, hat er dort doch selbst als Cutter gearbeitet, war fürs Ausschneiden der 3-D-Bilder verantwortlich. Stets fröhlich sei sein Bruder gewesen, immer zu einem Spaß aufgelegt. Und das würden auch die Arbeiten ausstrahlen. „Wie ein Kinderzimmer auf sehr hohem Niveau“, so sei ihm das Loft vorgekommen, sagte Bernhard Feil, der mit dem Künstler befreundet war. Kinder seien ihm sehr, sehr wichtig gewesen. Deshalb, so der Verleger, richte sich die Ausstellung auch an den Nachwuchs – zum Beispiel mit einer „Kids Art Line“, Bildern, die auf Augenhöhe der Kinder hängen. Feil berichtete von seiner Idee, ein Rizzi-Museum zu eröffnen – „vermutlich ganz in der Nähe von Kornwestheim, in Tübingen“, kündigte er an.

Oberbürgermeisterin Ursula Keck freute sich im Gespräch mit Markus Brock darüber, dass die vielen Rizzis in Kornwestheim zu sehen sind. Sie geriet nachgerade ins Schwärmen: „Die Ausstellung ist grandios, sie ist toll, sie bietet Farbe und Begeisterung.“ Zusammen mit William Rizzi, Bernhard Feil und dem Ehepaar Watzl, das die Ausstellung in Kornwestheim ausrichtet, durchschnitt sie das rote Band und eröffnete damit die Ausstellung feierlich. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Chor Vocal Affair aus Ludwigsburg.

Zu den ersten Besuchern am Freitag zählte der Schauspieler Ralf Moeller. Er nahm sich ausgiebig Zeit und outete sich hinterher als Kunstfreund. 1989 habe er sein erstes Bild von seinem ersten Schauspielgehalt gekauft. 15 000 Euro Gage habe er damals für den Film Cyborg bekommen. „Die Hälfte ging ans Finanzamt“, den Rest habe er in einen Anzug und einen Druck für 3500 Euro investiert. An Rizzi komme man in den USA, wo Moeller schon seit einiger Zeit in Los Angeles lebt, nicht vorbei. Er selbst schätze die Einfachheit der Arbeiten. „Ich bin auch kein Shakespeare-Schauspieler“, sagte der gelernte Schwimmmeister und zog eine Parallele zu seiner Schauspielkunst. Auch könne jeder etwas mit der Kunst Rizzis anfangen, man müsse sich nur einmal die Schülerinnen und Schüler anschauen, die aus der Ausstellung kämen. „Die sind beeindruckt.“

Für ihn gehe es auch darum, dass Kunst „eine positive Stimmung“ übertrage. „Ich bekomme selbst kein Strichmännchen hin“, sagte Moeller – und erinnerte sich dann aber an einen Mal-Nachmittag bei Arnold Schwarzenegger. „Arnold malt sehr viel.“ Aber an Silvester Stalone komme er nicht ran. Und da habe er es eben auch mal ausprobiert. Ein Herz für seine Mutter ist es geworden. „Da sitzen dann die Actionhelden am Tisch und malen“, sagte Moeller und musste ein bisschen grinsen.

Kornwestheim -

Der 59-Jährige, der 1988 zu Mister Universum gewählt wurde und anschließend eine Hollywood-Karriere startete, wurde durch Filme wie Gladiator, Hai-Alarm auf Mallorca oder der Fernsehserie Conan berühmt. Gestern befand er sich quasi auf der Durchreise. Tags zuvor hatte er eine Koch-Sendung für den Fernsehsender Vox in Magdeburg aufgezeichnet. Um Rizzi zu sehen, nahm er die Strapazen einer fünfstündigen Autofahrt am Freitag dann aber gern in Kauf. Der gebürtige Recklinghäuser, der sich gestern auch in das Goldene Buch der Stadt Kornwestheim eintragen durfte, zeigte sich beeindruckt von der schieren Größe der Ausstellung. „So viele Impressionen wie heute habe ich zum ersten Mal“, sagte Moeller. Nur zum Gucken war er freilich nicht gekommen. „Ich nehme vielleicht auch etwas mit.“ Was genau? Da war er noch nicht sicher. Vielleicht haben Fernanda Brandao und Susi Kentikian bei der Auswahl geholfen. Die Sängerin und Moderatorin sowie die Boxerin waren ebenfalls ins K gekommen, um sich „The Colors of my city“ – so der Titel der Ausstellung – anzuschauen.

 
 

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