Kornwestheim Möglicherweise war Wasser im Benzin

Eva Tilgner, vom 11.01.2018 11:01 Uhr
Die Zahl der liegen gebliebenen Fahrzeuge nach der Fehlbetankung an einer Zapfsäule steigt. Foto: dpa
Die Zahl der liegen gebliebenen Fahrzeuge nach der Fehlbetankung an einer Zapfsäule steigt. Foto: dpa

Kornwestheim - Der Tankkrimi in Kornwestheim setzt sich fort: Dabei steigt die Zahl der „Opfer“ – die „Täter“ stehen noch nicht fest. Die entscheidende Frage in dem Schadensfall ist: Liegt der falsche Tankinhalt der Super-E10-Zapfsäulen an einem Leck in der Tankstelle oder an einem Fehler bei der Lieferung des Kraftstoffes durch den Tankfahrer? Nachdem mehrere Fahrzeuge nach dem Tanken an einer Kornwestheimer Tankstelle (MTB) zwischen dem 2. und 4. Januar liegen geblieben waren, hatte der Lieferant der Tankstelle Laborproben vom Kraftstoff der betroffenen Super-E10-Zapfsäulen eingesandt.

Der Verdacht, dass statt Super E10 Diesel aus den Zapfhähnen floss, bestätigte sich wohl nicht. „In der Benzin-Bio-Ethanolmischung Super E10 wurde Wasser gefunden“, berichtet Egon Wahr, Geschäftsführer der Firma Fritz Wahr Energie, die die Tankstelle am 2. Januar mit Kraftstoff belieferte. Für ihn heißt das konkret: Die Lieferpapiere stimmen. Der Tankfahrer habe das Super E10 nicht versehentlich mit Diesel vermischt.

Und woher kommt dann der starke Dieselgeruch? Diese Frage lässt den Betreiber der Kornwestheimer Tankstelle nicht los: Die inzwischen leeren Kaffeebecher, in die eine Pattonviller Kundin, direkt nachdem ihr Auto liegen geblieben war, eine Tankprobe einfüllte, riechen immer noch stark nach Diesel. Für ihn ist die Ursache des Schadensfalles deshalb noch lange nicht bewiesen: Um Gewissheit zu haben, werden Proben der Tankfüllungen eines betroffenen Wagens von der Tankstelle ins Labor geschickt. „Unsere Tanks sind nie leer, wenn der Tankwagen kommt.“ Diesel sei schwerer und fließe deshalb früher aus dem Zapfhahn. „Deshalb könnte es sein, dass die später entnommenen Proben der Firma Wahr keinen Nachweis erbringen. Der Diesel könnte da schon verbraucht gewesen sein“, vermutet der Betreiber der Tankstelle.

Geschäftsführer Egon Wahr geht dagegen von einer undichten Stelle bei der Tankstelle in Kornwestheim aus: „Auch wenn der Domschacht flüssigkeitsdicht ist, kann es sein, dass nach starkem Regen am Deckel des Schachts Wasser eindringt.“ Einen vergleichbaren Mangel musste sein Unternehmen Anfang Januar auch an einer anderen Tankstelle in Ansbach (Bayern) feststellen.

Inzwischen ist die Zahl der Tankkunden mit Fahrzeugschäden nach Fehlbetankungen auf 15 bis 20 angestiegen. Eine Vertragswerkstatt stellte sogar einen Motorschaden bei einem Pkw fest und prüft noch, ob dies von der Fehlbetankung am 4. Januar kommen kann. Einige der defekten Fahrzeuge stehen nun in der Werkstatt der Tankstelle: „Wir schleppen sie ab, leeren den Tank, setzen Benzinfilter und neue Zündkerzen ein“, zeigt sich der Betreiber der Tankstelle hilfsbereit. So ganz versteht er die Aufregung um seine Zapfsäulen nicht: Nach der Reinigung in seiner Werkstatt führen die Autos doch wieder.

Der Kraftstofflieferant dagegen hofft, dass sich die Wogen wieder glätten: „Das ist ein ganz klarer Fall für die Haftpflichtversicherungen.“ Jetzt sei noch zu klären, welche Versicherung einspringe. „Die Kunden bekommen ihren Schaden ersetzt“, beruhigt Egon Wahr. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Kassenbeleg vorliege. Im Vordergrund steht für Wahr aber: „Das Leck in der Tankstelle und eine Lösung für das Problem finden.“