Kornwestheim Nach dem Toben gibt es Schupfnudeln

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Hoher Besuch: Minister Hauk (2. von links) war zu Gast in der Kinderwelt. Foto:  

Kornwestheim - Schon vor einigen Monaten hat sich „Ravos Bistro“ in der Kinderwelt neu aufgestellt: Es gibt dort mittlerweile landestypische Speisen, die mit regionaler Herkunft punkten sollen. Maultaschen sind beispielsweise im Angebot, Schupfnudeln und natürlich „Saidawürschdle“. Dank dieses Angebotes hat das Restaurant des Indoor-Spieleparks nun der Initiative „Schmeck den Süden“ beitreten können. Rund 300 Gastronomen sind darin bereits vereint, sie alle halten sich an Standards in Sachen Qualität und Regionalität. Träger der Vereinigung sind neben dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Der höchste Vertreter des Landesministeriums, Minister Peter Hauk, hatte am gestrigen Freitag sogar persönlich den Weg nach Kornwestheim gefunden, um die Beitrittserklärung zu „Schmeck den Süden“ entgegenzunehmen. Begleitet wurde er unter anderem vom CDU-Abgeordneten Fabian Gramling. „Zum ersten Mal ist ein Mitglied der Landesregierung in der Kinderwelt zu Gast“, sagte Kornwestheims Erster Bürgermeister Dietmar Allgaier erfreut, der den hohen Gast begrüßte. Auch mehrere Stadträte waren vor Ort, ebenso Carlo Horn, Geschäftsführer des Ravensburger Spielelands.

Hauk hob in seiner kurzen Ansprache hervor, dass Regionalität für Erfolg stehe, man sich zudem damit abhebe und sie ein Alleinstellungsmerkmal sei. Der Landwirtschaftsminister erinnerte an simple, aber schmackhafte Gerichte seiner eigenen Kindheit, wie die Ofenkartoffel mit Quark, die es in der Kinderwelt ebenfalls gibt. Und sie sei „auch ernährungsphysiologisch wertvoll“.

Dass die Arbeit nun richtig los gehe, betonten Allgaier und auch Markus Koppe, Vertreter der „Schmeck den Süden“-Gastronomen. Schließlich wird nun bewertet, wie gut und regional Ravos Bistro wirklich ist. Die Gastronomen der Initiative bekommen nämlich – nein, keine Michelin-Sterne – sondern Löwen verliehen als Auszeichnung und Qualitätsmerkmal, bis zu drei können es werden.

Mit der besseren Gastronomie will die Kinderwelt sich von Einrichtungen mit Fast-Food-Ambiente abheben. Und das bisher mit Erfolg: Um zehn Prozent sei der Umsatz bisher gestiegen, heißt es von Allgaier. Die Kornwestheimer Einrichtung, ein Eigenbetrieb der Stadt in Zusammenarbeit mit der Spielefirma Ravensburger, muss aber auch mehr Kunden anlocken und Kosten senken. Darauf pocht nicht zuletzt der Gemeinderat – in den vergangenen Jahren legte die Stadt zwischen 700 000 und 800 000 Euro drauf. Eine wichtigere Rolle als das kulinarische Angebot spielen hier natürlich die Attraktionen des Indoor-Spieleparks. Im Moment sind Sommerferien, da will die – übrigens klimatisierte – Kinderwelt mit täglichen Öffnungszeiten und einem Ferienprogramm punkten. Noch bis zum 7. September läuft das Angebot mit besonderen Workshops. Montags werden immer Memory-Spiele gebastelt, dienstags Frisbeescheiben aus Papptellern. Mittwochs können Kinder bei der Spiele-Erfinder-Werkstatt ihre eigenen Würfelspiele ersinnen und donnerstags einen Getränkeschutz aus Bügelperlen herstellen. Freitags geht es schließlich darum, selbst ein Puzzle zu gestalten.

Und dann ist da natürlich das „Verrückte Labyrinth“, die große Attraktion, die im März eröffnet wurde. Es ist ein an das gleichnamige Brettspiel von Ravensburger angelehnter Parcours, bestehend aus Röhren, Netzen, Hindernissen. „Das Verrückte Labyrinth ist ein riesiger Abenteuerparcours, der zum Klettern, Hüpfen und Toben einlädt“, berichtet Mona Mutter, Marketingmanagerin der Kinderwelt. „Die unterschiedlichen Spielstationen richten sich an Kinder verschiedenen Alters, unterscheiden sich im Schwierigkeitsgrad“, ergänzt die 24-Jährige. Familien mit Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren stünden in der Indoor-Erlebniswelt im Mittelpunkt. „Wir haben Attraktionen zum Bewegen und Toben, aber auch edukative Angebote, bei denen unsere jungen Gäste etwas lernen und die Welt entdecken können“, ergänzt sie. Das große Verrückte Labyrinth ist zwar – neben einem Plitsch-Platsch-Pinguin-Karussell – die neueste Attraktion der Kinderwelt, aber natürlich längst nicht die einzige. Auf zwei Etagen warten beispielsweise auch die „Mobilekids“-Verkehrsschule, bei der der Nachwuchs schon einmal das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben kann, die Hüpfburg Kakerlaloop, ein Riesenkletterbaum. ein elektronisches Memory, eine Tiptoi-Wissenswelt, ein Naturerlebnispfad und mehr. „Wir wollen mit dem pädagogischen Anspruch punkten, der die Kinderwelt von anderen Einrichtungen unterscheidet“, so Mutter. Spaß und Bewegung sollten dabei nicht zu kurz kommen. „Bei uns kann man spielerisch lernen.“

 
 

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