Kornwestheim Neue Fotoausstellung eröffnet: Städtepartnerschaft überwindet Barrieren

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Oberbürgermeisterin Ursula Keck eröffnete eine neue Fotoausstellung in der Bücherei. Thema ist die 40-jährige Partnerschaft mit Eastleigh. Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Freundschaften sind wertvoll, nie selbstverständlich und müssen gut gepflegt werden. In diesem Punkt war sich Oberbürgermeisterin Ursula Keck mit Bruce Tennent, Bürgermeister von Eastleigh, und Martin Kyrle von der Eastleigh Twinning Association einig. Beim Besuch der Engländer war die Eröffnung der Fotoausstellung in der Stadtbücherei Kornwestheim am Samstagnachmittag einer der Höhepunkte des Programms. Der Anlass der Schau: Schon 40 Jahre lang sind die beiden Städte miteinander verbandelt.

Wie viel Spaß und wie abwechslungsreich die Partnerschaft in den vergangenen Jahren war, konnten sich die rund 40 Anwesenden während der Eröffnung auf den Bildern selbst anschauen. Diese zeigen offizielle Anlässe wie Einweihungen und Briefübergaben, aber auch Treffen von Vereinen. So ist auf den Fotos beispielsweise zu sehen, wie sich drei Mitglieder des Lions Clubs Kornwestheim bei einem Besuch im Jahr 2009 die offizielle Amtskleidung des Stadtoberhauptes übergeworfen hatten.

„Unsere Städtepartnerschaft ist heute ebenso gut angelegt, bunt, vielfältig und lebendig, wie wir es an den Gärten in England bewundern“, sagte Ursula Keck in ihrem einführenden Grußwort. Die Kornwestheimer Oberbürgermeisterin erklärte, dass nicht nur die offiziellen Besuche der Stadtoberhäupter, sondern die Begegnungen und Austausche von Schülern, Vereinen, Kirchengemeinden und einzelnen Personen in den Städten immer wieder neue Impulse gesetzt haben. „Dank ihrer Unterstützung konnte dieser Garten der Freundschaft angelegt und neu konzipiert werden“, erklärte Keck. Nur so habe man in den vergangenen 40 Jahren Barrieren überwunden und voneinander gelernt. Ebenso gewinne der Gedanke der internationalen Verständigung in allen Partnerstädten gerade eine traurige Aktualität, betonte Keck. Sie sagte aber auch: „Durch die Aufrechterhaltung und Pflege unserer Partnerschaften leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt Europas.“

In ihre Worte bezog die Oberbürgermeisterin auch die Partnerschaften mit Villeneuve-Saint-Georges und Weißenfels mit ein. Beide Partnerstädte wohnten der Eröffnungsfeier, vertreten durch die Stadträte Nadia Ben Moussa und Mohammed Ben Yakhlef sowie Oberbürgermeister Robby Risch mit Ehefrau, bei. Vor allem den Dreierbund Eastleigh-Villeneuve-Kornwestheim verbindet schließlich die gemeinsame Eisenbahnergeschichte. Bis heute prägt die Bahn die Stadtbilder.

Bruce Tennent, Mayor Councillor des Borough of Eastleigh, erinnerte sich, wie er fünf Jahre, bevor die Städtepartnerschaft im Jahr 1978 geschlossen wurde, bereits für Großbritanniens Eintritt in die Europäische Union gestimmt habe. Er klärte auf, dass Eastleigh pro-europäisch sei und es ablehnt, die EU zu verlassen. „Was immer mit dem Brexit passiert, unsere Partnerschaft ist so stark wie eh und je und ich bin mir sicher, sie wird es auch noch in 40 Jahren sein.“

Denn auch wenn die Städte unterschiedliche Sprachen sprechen, Bräuche leben und Kulturen haben, so sei ihnen eines gemein: die Demokratie, ergänzte Martin Kyrle von der Twinning Association, der Partnerschaftsgesellschaft. „Wir haben doch alle das Bedürfnis, andere Länder zu verstehen und voneinander zu lernen“, sagte er in allen drei Sprachen. Kyrle beendete seine Rede mit den Worten: „So eine Partnerschaft bedeutet doch auch viel Spaß.“ Musikalisch umrandet wurde die Veranstaltung durch die Harlem-Band der Musikschule.

Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Januar zu den Öffnungszeiten der Bibliothek zu sehen. Sie wird ergänzt durch eine zweite Fotoausstellung im Rathausfoyer, die sich mit der 50-jährigen Partnerschaft zwischen den Kirchen beschäftigt.

 
 

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