Kornwestheim Rombala werden mit Zwiebelwasser getauft

Alexandra Freudl, vom 07.01.2018 00:00 Uhr
Wieder aktiv: die Rombala-Hexen Foto: Horst Dömötör
Wieder aktiv: die Rombala-Hexen Foto: Horst Dömötör

Pattonville - Mit dem zwölften Glockenschlag ist es vollbracht. Die Rombala- Hexen sind erweckt und zeigen bei ihrem Brauchtumstanz, dass sie nichts verlernt haben. Zunftmeisterin Katherina Fehmer, die zugleich die Symbolfigur, den Rombl, verkörpert, schwärmt: „Es ist toll, dass wir wieder mit 16 Tänzern auf der Bühne sind.“ Die jüngste Tänzerin ist erst zehn Jahre alt, die älteren sind schon seit Jahrzehnten dabei.

In der Bürgerhalle in Pattonville holt die Narren-Ober-Liga am Samstagabend ihre Hexen ins närrische Leben zurück. Viele Gäste sind zur Rombala-Weckaze gekommen. Die Showgruppe der Sulzbacher Stäffeleshexen begeistern das Publikum mit einer Lichtshow, das Tanzmariechen Jana Abt von der Fasnetzunft Kornwestheim mit akrobatischen Einlagen. Die Garden der NOL bereichern das Programm mit kreativen Schautänzen.

Für die richtige Stimmung im Publikum sorgen die Guggen aus Hochdorf, Esslingen, Winnenden und Kornwestheim. So wird zu Klassikern wie „Ti Amo“, „YMCA“, „Teenspirit“ von Nirvana und „Angels“ von Robbie Williams ordentlich getanzt und geklatscht.

Einen Höhepunkt des Abends stellt die Neuaufnahme von Hexen in den Reigen der Rombalas auf. Vanessa Freudl, Larissa Freudl und Christoph Klotz gehören nun dazu. „Vanessa und Larissa sind schon fast ihr ganzes Leben Mitglieder der Gruppe und unterstützen sie tatkräftig und engagiert“, berichtet Katherina Fehmer, die stolz darauf ist, den beiden ihren Hexenbrief und die Maske zu überreichen. „Der Chris ist erst seit der letzten Kampagne dabei, aber auch er ist eine tolle Bereicherung für unsere Gruppe“, so Fehmer.

Mit der Unterschrift auf der Hexenrolle verpflichten sich die Rombala dem schwäbisch-alemannischen Brauchtum sowie das Häs und die Maske zu pflegen, Alkohol nur in Maßen zu genießen, den Narrenruf der Rombala zu erlernen und jederzeit zwar Schabernack zu treiben, das aber niemals zu übertreiben. Mit dem Spruch „Wer ein richtiges Rombala werden will, steckt seinen Kopf ins Wasser,“ tauchen die Täuflinge ihren Kopf in den Kessel mit Zwiebelwasser und Zwiebelschalen.

Der Maskentanz der Rombala Hexen sorgt noch einmal für schaurigere Stimmung, bringt aber gleich wieder Fetz in den Abend, da die Zugabe aus einem wiederbelebten „Freestyle“ der 1990er-Jahre besteht und den ganzen Saal zum Mittanzen animiert.

Und dann ist Marcel Krämer an der Reihe. „Da du im vergangenen Jahr so große Töne gespuckt hast, darf du in diesem Jahr dein Können als Marschtänzer unter Beweis stellen,“ erklärt ihm Katherina Fehmer zusammen mit Antonia Floruss und Stephanie Scheer, den Trainerinnen der Blauen Garde. Er bekommt im Nebenraum ein Kostüm verpasst und ein paar Tanzschritte vermittelt und sorgt mit seinem Auftritt für eine gelungene Kooperation zwischen den NOL-Garden und den Hexen des Vereins.

Präsident Martin Türk kommt in Begleitung seiner schönen Prinzessin Franziska I. auf die Bühne im Pattonviller Bürgersaal. „Bei den ganzen Hexen hier auf der Bühne traue ich mich nicht alleine,“ sagt er, als er von Katherina Fehmer das Gastgeschenk, einen von 39 Zwiebelkuchen, entgegennimmt.

Insgesamt füllen 24 Gastvereine sowie viele Besucher die Halle in Pattonville und haben bei lauter Musik und lustigem Programm viel Spaß. Der ist in diesem Jahr allerdings extrem kurz. Schon am 13. Februar werden die Hexen wieder in den Schlaf geschickt.