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Kornwestheim Schlicht und mit niedrigen Mieten

Werner Waldner, vom 07.12.2017 00:00 Uhr
So könnte eines der beiden Gebäude einmal  aussehen. Foto: z
So könnte eines der beiden Gebäude einmal aussehen. Foto: z

Kornwestheim - Baubürgermeister Daniel Güthler sagte es unmissverständlich: Die Stadt wird in naher Zukunft Wohnraum für Flüchtlinge, die zunächst einmal in Deutschland bleiben dürfen, bauen müssen. Für 130 Menschen sei bereits Platz geschaffen worden, Wohnraum für 40 weitere solle in diesem Jahr hinzukommen. Aber das werde nicht reichen. In den kommenden zwei Jahren müssten weitere 100 Flüchtlinge untergebracht werden, erläuterte Güthler in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT) am Dienstagabend. Das soll unter anderem in der Jakobstraße geschehen. Eine 1100 Quadratmeter große Baulücke auf der Nordseite (Hausnummer 8/10), die sich im Eigentum der Stadt Kornwestheim befindet, soll mit zwei Gebäuden geschlossen werden, in der 80 Menschen Platz finden. Im Erdgeschoss des Hauses direkt an der Jakobstraße soll zudem ein Ladenlokal eingerichtet werden. Wie in anderen Häusern auch sollen in den Bauten an der Jakobstraße, sofern der Gemeinderat den Plänen zustimmt, Flüchtlinge sowie Menschen einziehen, die nur über ein geringen Einkommen verfügen und sich hohe Mieten nicht leisten können. Güthler spricht von einer „sozialen Durchmischung“, die zu einer guten Integration beitrage.

Geplant sei eine, wie es der Kornwestheimer Baubürgermeister formulierte, „urbane, schlichte Bebauung“, die von dauerhaftem Bestand sein und nicht nur vorübergehend genutzt werden soll. Unter dem viergeschossigen Gebäude an der Jakobstraße ist eine Tiefgarage vorgesehen. Das Gebäude nördlich davon soll über drei Stockwerke verfügen.

Weil die Stadt eine Bauzeit von mehr als einem Jahr veranschlagt, sollen Flüchtlinge vorübergehend in die zum Abriss vorgesehenen Obdachlosenunterkünfte an der Aldinger Straße sowie in die Container auf dem Festplatz ziehen.

Dass die Baulücke geschlossen werden soll, befürwortete der CDU/FDP-Fraktionsvorsitzende Hans Bartholomä in der Sitzung des AUT. Aber ob es sozialer Wohnungsbau werden soll, darüber solle noch nicht entschieden werden, sagte er und regte an, möglichst schnell eine von Oberbürgermeisterin Ursula Keck ins Gespräch gebrachte Klausurtagung zum Thema Wohnen auszurichten. Stadtrat Markus Kämmle (Freie Wähler) fragte, ob es nicht besser sei, das Grundstück auf dem freien Markt zu veräußern, weil ein hoher Quadratmeterpreis zu erzielen sei. Den werde aber auch die Städtische Wohnbau zahlen müssen, entgegnete Daniel Güthler. Selbst an ihr eigenes Tochterunternehmen dürfe die Stadt das Grundstück nicht unter Wert verkaufen, sagte er.

Es sei ganz richtig, mit solch einem Projekt auch in die Innenstadt zu gehen, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Michael Gritz. Er sprach von einem guten Standort. „Das passt“, meinte auch Ralph Rohfleisch, Vorsitzender der Fraktion Grüne/Linke. Wichtig sei es aber, vor einer Entscheidung des Gemeinderats eine Bürgerversammlung durchzuführen. Zu der, forderte Rohfleisch, sollte die Stadt möglichst schnell einladen.