Kornwestheim So plant die Bahn den Neubau der Brücke am Alten Markt

Von
Ab November 2020 baut die Deutsche Bahn die Eisenbahnbrücke am Alten Markt neu. Foto: Michael Bosch

Kornwestheim - Es ist noch etwas hin. Doch ab Ende 2020 will die Deutsche Bahn Projektbau die Eisenbahnbrücke an der Bahnhofstraße und dem Alten Markt abreißen und eine neue Betonbrücke bauen. Obwohl die Arbeiten erst in rund zwei Jahren beginnen, haben sich die Stadtverwaltung und der Ausschuss für Umwelt und Technik bereits jetzt mit dem Thema befasst. In Sachen Verkehr, Kosten und Co. gab es noch Klärungsbedarf. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick. War um ist der Neubau notwendig? Die Eisenbahnbrücke ist in die Jahre gekommen. Sie wurde 1901/02 errichtet und ist damit mehr als 100 Jahre alt. Das Alter mache es „zwingend“ erforderlich, die Brücke nicht nur zu sanieren, sondern neu zu bauen, so die Bahn.

Wie wird die neue Brücke aussehen? Zunächst einmal wird es keine neue Stahlkonstruktion geben, die neue Brücke ist aus Beton. Allzu viel ändert sich sonst nicht. Die Konstruktion kommt wie bislang ohne zusätzliche Stützen aus, sodass die Breite der Straße wie bisher 6,75 Meter beträgt. Auch die Gehwege behalten ihre Breite. Lediglich die Durchfahrtshöhe sinkt von 7,15 auf 6,5 Meter. Das sei aus Sicht der Stadt unbedenklich, betonte der Kornwestheimer Baubürgermeister Daniel Güthler. Vorgesehen ist auch ein Taubenschutz.

Wie sind Zeitplan und Ablauf? Los geht es im November 2020. Bis April wird die Baustelle vorbereitet. Die Kernbauphase inklusive weitergehender Sperrungen beginnt dann ab April 2021 mit dem Einbau einer Hilfsbrücke, die auch den Bahnverkehr ohne allzu große Einschränkungen sicherstellen soll. Läuft alles wie geplant, wird die neue Brücke im August 2022 fertig. Bereits im Februar 2020 fallen die Bäume auf der Fläche südwestlich der Brücke an den Gleisen – sie wird als Teil der Baustelle benötigt, aber später wieder aufgeforstet. Weiterhin werden während der letzten 16 Monate der Arbeiten jeweils zwei Fahrstreifen der Bahnhofstraße westlich der Brücke gesperrt, auch sie dienen als Teil der erweiterten Baustelle. „Es wird nur so viel Fläche weggenommen, dass der Verkehr weiter funktioniert“, sagte Güthler.

Welche Nachteile haben Autofahrer? Hier konnte Daniel Güthler zumindest teilweise beruhigen: Am Alten Markt ist die Bahnhofstraße auf einer Spur pro Fahrtrichtung offen – die Ampelschaltung wird entsprechend angepasst, damit der Verkehr ordentlich fließt. Unter der Eisenbahnbrücke selbst steht eine Fahrspur zur Verfügung. Vom Alten Markt aus kommen die Fahrzeuge Richtung Eastleighstraße zumindest die meiste Zeit durch, die Gegenrichtung ist aber während des Baus gesperrt. Stadträtin Ute Glaser (CDU) wollte wissen, ob die nahe des Kreisels gelegene Arztpraxis zu erreichen sei. Das sei gewährleistet, hieß es von der Verwaltung. Was ist mit Fußgängern und Radfahrern? Fußgängern steht während der Kernbauphase ausschließlich der Gehweg entlang der Westseite des Alten Marktes zur Verfügung. Radfahrer teilen sich die Straße mit den Autos. Unter der Brücke gibt es für Fußgänger einen einseitigen Gehweg, Radfahrer können beidseitig durch die Unterführung fahren – müssen aber in Richtung Westen den Gehweg mitbenutzen. Verbessert sich der Lärmschutz? Der SPD-Stadtrat Robert Müller stellte die Frage nach dem Lärmschutz in den Raum. Die Bahn hat hier keine weiteren Maßnahmen geplant. Ob die Stadt den Umbau für eigenen Lärmschutz nutzen könnte? So tief stieg man bisher dann doch nicht ins Thema ein. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Bartholomä mahnte noch, es gelte auch im Blick zu halten, welchen Einfluss der Brückenneubau auf umliegende Gebäude haben könnte. Susanne Brenner und Wolfgang Eisenmann von der Deutschen Bahn betonten, die Standsicherheit umliegender Gebäude sei nicht gefährdet. Muss Kornwestheim mitbezahlen? Nein. Der Neubau der Brücke kostet zwar rund 10 Millionen Euro. Die Kosten sind aber allein Sache der Bahn.

 
 

Sonderthemen