Kornwestheim Sparda-Bank schließt ihre Filiale am Bahnhof

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Die Filiale der Sparda-Bank am Kornwestheimer Bahnhof wird voraussichtlich im 4. Quartal 2018 schließen. Foto: Eva Tilgner

Kornwestheim - Die Entscheidung ist in der vergangenen Woche gefallen: Die Sparda-Bank zieht sich aus Kornwestheim zurück. Aus der jetzt noch mit neun Beschäftigten besetzten Filiale am Bahnhof wird eine SB-Stelle. Das bestätigte Sparda-Pressesprecher Andreas Küchle auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln nach Ludwigsburg, von wo aus Kornwestheim künftig mitbetreut wird – voraussichtlich ab dem vierten Quartal diesen Jahres.

Küchle betont: „Das Kostenargument für die Änderung war nicht das Ausschlaggebende“. Mit dem Beschluss wolle man die Vertriebswege optimieren. Schon in der Vergangenheit habe es immer wieder Überschneidungen in den Geschäftsfeldern der Kornwestheimer und der Ludwigsburger Filiale gegeben.

Kunden aus Kornwestheim, die weiterhin den persönlichen Kontakt zu ihrem Bankberater suchen, müssen sich künftig auf den Weg in die Myliusstraße nach Ludwigsburg machen. In Stuttgart unterhält die Sparda-Bank noch vier Filialen – zwei in der Innenstadt, jeweils eine in Degerloch und in Vaihingen. Alle anderen Standorte sind schon jetzt nur noch SB-Stellen.

Kunden, die eine persönliche Ansprache wünschen, werden aber seltener. Immer mehr Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte von daheim aus und machen damit das große Filialnetz, das im Bankwesen unterhalten wird, teils überflüssig. Manche Banken haben in ihren Filialen Bildschirme installiert, über die die Kunden Kontakt zu ihren Beratern, die im Nachbarort oder in der nächst größeren Stadt sitzen, aufnehmen können. Diesen Weg will die Sparda-Bank allerdings nicht einschlagen.

Bundesweit geht die Zahl der Bankfilialen zurück

Auch bei BW-Bank, die im Land noch rund 180 Filialen unterhält und die in Kornwestheim in der Bahnhofstraße vertreten ist, zeichnen sich Änderungen ab. Welcher Art die sein werden, das ist allerdings noch offen. „Wir bauen unser digitales Leistungsangebot aus und passen das Filialnetz an die veränderten Kundenbedürfnisse an“, heißt es aus Stuttgart. Die Detailplanungen für den weiteren Verlauf dieser Neuausrichtung des Filialnetzes würden derzeit noch andauern. „Über die Zukunft unserer Filiale in Kornwestheim ist deshalb noch keine Entscheidung getroffen“, so Pressesprecher Bernd Wagner auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Postbank hat sich schon im Jahr 2014 aus Kornwestheim zurückgezogen und ist nur noch mit einem Geldautomaten in der Güterbahnhofstraße vertreten. Auch Kreissparkasse und Volksbank haben in den vergangenen Jahren kleinere Filialen geschlossen und den Süden der Stadt verlassen. Sie konzentrieren sich nun ganz auf die Innenstadt.

Bundesweit geht die Zahl der Bankfilialen zurück. Seit der Jahrtausendwende hat Deutschlands Bankenmarkt rund 11 000 der damals noch gut 38 000 Standorte verloren. Laut einer Untersuchung der staatlichen Förderbank kfw ist hauptsächlich die Digitalisierung für die Filialschließungen verantwortlich. Neue Technologien und Wettbewerber sowie veränderte Kundenwünsche führten zu mehr Onlineangeboten und zu weniger Filialen.

 
 

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