Kornwestheim Starke Piloten in knalligen Flitze-Kisten

Peter Meuer, vom 23.07.2018 09:00 Uhr
Das Team der Förderschule mit ihrer „Pure“-Seifenkiste beim Start. Foto: Mateja fotografie
Das Team der Förderschule mit ihrer „Pure“-Seifenkiste beim Start. Foto: Mateja fotografie

Kornwestheim - Es ist elf Uhr am Sonntagmorgen, das Wetter zeigt sich milde, hunderte Zuschauer haben sich entlang der Rennstrecke versammelt. Dann endlich, zwei, drei Minuten später, geht es los. Schüler des Ernst-Sigle-Gymnasiums schieben die erste Seifenkiste nahe des Rewe-Parkplatzes an, kurz darauf saust sie die Stuttgarter Straße herunter. Am Steuer sitzt Alessia und schaut höchst konzentriert. Die Seifenkiste – eines der zwei teilnehmenden Holzgefährte vom ESG – wurde vom Möbelhaus Kleemann gesponsort, und ist grün wie eine Wiese in Irland.

Es ist ein gutes Omen für den Beginn des zweiten großen Kornwestheimer Seifenkistenrennens, oder genauer gesagt: des Seifenkunstkistenrennens. Bewertet werden nämlich nicht nur die Geschwindigkeit der jungen Fahrer und die besten Teams, sondern auch die am schönsten gestalteten Seifenkisten. 16 Seifenkisten sind es insgesamt, die antreten. Die meisten steuern die Schulen bei, die gleichsam eine eigene Wertungsklasse haben, doch auch der Arbeitskreis Asyl, das Jugendzentrum, die freiwillige Feuerwehr und die Familie Fuchs sind mit eigenen Gefährten vor Ort.

Während Alessia die Stuttgarter Straße hinuntersaust, wartet der zehn Jahre alte Seifenkistenpilot Mert ebenfalls auf seinen Einsatz, den Fahrradhelm hat er schon auf dem Kopf. Er tritt für die Eugen-Bolz-Grundschule an und gibt zu, etwas aufgeregt zu sein. „Ich will unbedingt gut abschneiden“, betont er und sieht dafür auch eine Chance. Dann geht es los für ihn – doch zunächst muss er noch einmal aussteigen, und gemeinsam mit Mitschülern die Kiste zum Start tragen. Kurz darauf flitzt Mert in der „blauen Tigerente“ der Eugen-Bolz-Schule die Strecke hinunter. „Sehr elegant“, jubelt der Moderator Michael Meyle ins Mikrofon, als Mert vorbeirast. Es geht in die „Schikane“ nahe der Einmündung zur Karlstraße. Danach, so betont Meyle immer wieder, sei es noch einmal wichtig, „Geschwindigkeit zu sammeln“.

Es ist bereits das zweite Kornwestheimer Seifenkistenrennen. 2015 fand bereits eines statt, damals war das Rennen zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr ausgerichtet worden. Diesmal hat der Bund der Selbstständigen das Rennen angemeldet, die Feuerwehr hilft weiterhin tatkräftig mit. Ihre Mitglieder haben etwa Schläuche als Streckenbegrenzung ausgelegt, stehen nahe des Zieleinlaufs am Wette-Center am Grill. Die Seifenkisten sind Teil eines Bausatzes, den alle Teams verwenden. Doch gestaltet sind sie ganz unterschiedlich, mit Seifenblasen und Bonbons, mit Werkzeugen, Figuren und in vielen Farben. Oft spiegeln sich Farben und Logos der Geldgeber auf den Kisten – denn viele hiesige Unternehmen unterstützen die Rennteams.

Mert schlägt sich übrigens tatsächlich gut: 31 Kilometer pro Stunde wird schon im ersten Durchlauf seine Eugen-Bolz-Kiste schnell und bleibt – im Gegensatz zu manch anderer Seifenkiste – bei unter 40 Sekunden für die Strecke. Für eine Platzierung unter den ersten drei reicht es am Ende aber leider nicht.

Gegen 14 Uhr – pünktlich vor einem Platzregen – waren die Fahrten dann alle beendet, Veranstalter Michael Bischof zieht ein positives Fazit trotz einiger technischer Schwierigkeiten. Er würde gerne weitere Seifenkunstkistenrennen organisieren, betont er bereits.