Kornwestheim Stefan Bauer bewältigt 1200 Einsätze als Helfer vor Ort

Peter Meuer, vom 06.06.2018 14:11 Uhr
Stefan Bauer Foto: z
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Kornwestheim - Stefan Bauer vergleicht ein Herz, das aus dem Rhythmus gekommen ist, mit einer Galeere, die vom Kurs abweicht. Wenn die Trommel nicht mehr den richtigen Takt schlägt, die Ruder nicht gleichmäßig ins Wasser tauchen, bewegt sich das Schiff nicht wie geplant. „So ist das auch mit einem Herzen, das nicht mehr pumpt“, sagt Bauer. „Jede Zelle im Herzen ist wie ein Ruder, und wenn die Zellen gegeneinander arbeiten und nicht im Gleichklang sind, dann arbeitet auch das Herz nicht richtig“, erklärt er.

Bauer kennt sich aus mit fehlschlagenden Herzen. Der 48 Jahre alter Kornwestheimer ist ehrenamtlich bei den Maltesern tätig, zuvor war er beim Deutschen Roten Kreuz aktiv. Am vergangenen Wochenende hat er – bei Verdacht auf einen Herzinfarktseinen 1200. First-Responder-Notfalleinsatz hinter sich gebracht.

Die Idee hinter diesen Helfern vor Ort: Dank örtlicher Nähe sollen die ersten Helfer noch vor dem Notarzt am Ort des Geschehens sein können und die Zeit bis zum Eintreffen weiterer Rettungskräfte überbrücken. „Das steigert die Überlebenschancen sehr“, sagt Stefan Bauer und spricht von „zehn Prozent pro Minute“. Er macht allerdings auch klar: „Die First-Responder-Einsätze sind eine Ergänzung, keine Konkurrenz zum Rettungsdienst“.

Bauer, im Hauptberuf gelernter Kaufmann, hat Ausbildungen zum Sanitäter und Rettungssanitäter hinter sich, und auch eine spezielle First-Responder-Weiterbildung. Wissensvermittlungen ist ein wichtiges Thema für ihn, bei den Maltesern ist er Stadtbeauftragter und hat eine Fortbildungsreihe mit eingeführt.

Er selbst will das Wort „aufhören“ nicht in den Mund nehmen, er will noch weitermachen – aber etwas kürzer treten, wie er sagt. Mehr als zuvor will er stattdessen für den Sanitäter-Nachwuchs Ansprechpartner sein, junge Rettungskräfte unterstützen, sein Wissen weitergeben. „Es ist wichtig, dass es weitergeht, dass junge Leute nachrücken“, betont der 48-Jährige. Was ihn selbst antreibt? „Eine gute Frage“, sagt Stefan Bauer. „Ich habe dadurch, dass ich anderen geholfen habe, viel zurückbekommen“, sagt er. „Ich habe eine Menge Erfahrungen gesammelt, hatte schöne Momente“, ergänzt Bauer. „Und auch die Dankbarkeit eines Menschen, dem geholfen wurde, und seiner Verwandten ist ein großer Lohn.“