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Kornwestheim Was die Wohnung kosten darf

Peter Meuer, vom 19.07.2018 00:00 Uhr
Kornwestheim lässt zusammen mit Ludwigsburg einen Mietspiegel erstellen. Foto: Patricia Sigerist
Kornwestheim lässt zusammen mit Ludwigsburg einen Mietspiegel erstellen. Foto: Patricia Sigerist

Kornwestheim - In letzter Zeit kamen immer wieder ähnlich lautende Anfragen beim Fachbereich „Planen und Bauen“ der Kornwestheimer Stadtverwaltung an: Ob es denn einen Mietspiegel für die Stadt gebe? In Zeiten eines knappen Wohnungsangebots und hoher Mietpreise interessiert viele Bürger die Frage brennend, wie viel Wohnungen im Schnitt kosten.

Bisher mussten die städtischen Mitarbeiter die Frage verneinen. Zwar geht man grob von einer ortsüblichen Miete von etwa 14 bis 15 Euro pro Quadratmeter aus – diese Zahlen nannte beispielsweise die Oberbürgermeisterin Ursula Keck am Mittwochabend bei der Bürgerinformation zur Baugemeinschaft Neckarstraße. Doch einen ausführlichen und qualifizierten Mietspiegel, den gibt es derzeit für Kornwestheim nicht.

Genau das soll sich nun ändern. Einstimmig beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend, einen solchen Mietspiegel von einem externen Büro erstellen zu lassen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 34 000 Euro. Rund 11 000 bis 12 000 Euro gibt es allerdings in Form von Fördergeldern vom Land Baden-Württemberg zurück.

Die außerplanmäßigen Ausgaben, die damit unterm Strich maximal 23 000 Euro für Kornwestheim betragen, will die Stadt über zusätzliche Einnahmen bei den Baugenehmigungsgebühren decken. Sie wurden im Rahmen der neuen Gebührensatzung erhöht, und weil Wüstenrot & Württembergische den zweiten Bauabschnitt beantragt, sprudeln die Einnahmen aktuell ohnehin stärker als geplant.

Das Projekt Mietspiegel wird Kornwestheim dabei nicht alleine stemmen. Die Stadt Ludwigsburg erstelle bereits seit Jahren einen qualifizierten Mietspiegel, der den Bürgern Orientierung gebe hinsichtlich durchschnittlicher und vergleichbarer Mieten, heißt es in einem Papier für die Stadträte. Ergo soll der Kornwestheimer Mietspiegel in Zusammenarbeit mit Ludwigsburg erarbeitet werden – so wird eine Übersicht entstehen, die die Mietsituation in beiden Städten aufzeigt.

Schon bisher behalf man sich in Kornwestheim übrigens damit, einen Blick in den Mietspiegel von Ludwigsburg oder auch Stuttgart zu werfen. Das allerdings ist keine verlässliche Rechtsgrundlage, wenn beispielsweise in Gerichtsverfahren die Frage aufkommt, ob Mietpreiserhöhungen in einer Wohnung in Kornwestheim berechtigt sind oder nicht. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Bartholomä wollte sicher gehen, dass trotz der Kooperation mit Ludwigsburg die Kosten der Kornwestheimer Mieten klar aus dem Mietspiegel ersichtlich seien. „Wir holen die Informationen zwar gemeinsam ein, es ist aber für Kornwestheim anwendbar“, bejahte Baubürgermeister Daniel Güthler.

Das Einholen dieser Informationen läuft übrigens bei der Erstellung von Mietspiegeln nach dem Zufallsprinzip: Sowohl kleine wie große Vermieter – etwa Baugenossenschaften – als auch Mieter werden hierzu befragt. Zum Einsatz können Fragebögen per Post und Online kommen.

„Wie das genau im Zusammenspiel mit der Stadt Ludwigsburg funktionieren wird, erarbeiten die Verwaltungen noch“, sagte die städtische Pressesprecherin Eva Wiedemann auf Anfrage unserer Zeitung.