Kornwestheim Wenn das Jugendzentrum zur Konzerthalle wird

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X-Mas-Rock im Juz: Die Band Harlem kommt aus der Musikschule. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Die Scheinwerfer sind hell auf die erhöhte Bühne gerichtet, aus den großen Lautsprechern schallt das Lied „Wonderwall“ der britischen Pop-Band Oasis, performt von der fünfköpfigen Musikschulband Harlem. Im Publikum sitzen Freunde, Eltern und Lehrer der verschiedenen Musiker, manche singen den Text leise mit und bewegen die Füße im Takt. Obwohl keine Weihnachtslieder gespielt werden, tragen die Bandmitglieder am Abend vor dem ersten Advent rote Weihnachtsmützen, getreu dem Namen des Konzerts „X-Mas Rocks“.

Das Konzert ist Teil des Projekts „So klingt Kornwestheim kunterbunt“, das die Bandarbeit an Schulen fördert. Finanziert wird es von der Wüstenrot, geleitet von Marco Piludu, dem stellvertretenden Leiter der städtischen Musikschule.

Bereits zum siebten Mal findet das vorweihnachtliche Konzert im Jugendzentrum statt. Fünf Bands treten an diesem Abend im Jugendzentrum auf, jeweils zwei des Ernst-Sigle-Gymnasiums und der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule sowie die Formation Musikschule. Das Juz hat sich dafür in eine kleine Konzerthalle verwandelt: Zusätzlich zur Bühne vor rund 80 Gästen gibt es einen eigenen Vorbereitungsraum für die Musiker. Juz-Mitarbeiter Jan Brandt: „Der Backstage-Bereich mit Freigetränken und Snacks macht Mut für die große Bühne.“ Und so spüren die Schüler auch ein bisschen von dem Flair großer Auftrittsorte. Dabei stehen die jungen Musiker aus Kornwestheim noch ganz am Anfang ihrer Musikkarriere. Die 13-jährige Schlagzeugerin Lilly und die 14-jährige Sängerin Chayenne der Band „New Stars Reloaded“ von der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule haben erst durch das Projekt zur Musik gefunden. Ihr 14-jähriger Bandkollege Denis hatte davor bereits das Klavierspielen probiert, steht nun aber an der Bassgitarre. „Einmal die Woche Probe ist normal. Außer es ist so etwas wie hier, dann treffen wir uns kurz davor zusätzlich“, berichtet Denis. Den regelmäßigen Bandunterricht leitet Piludu in den Schulen, sein Ziel ist es, dass sie selbst Bands gründen. Daher freut es ihn, dass das ESG den Bandunterricht inzwischen selbst leitet.

Die Junior-Band des Gymnasiums, die sich noch für keinen Namen hat entscheiden können, besteht aus zehn Musikern im Alter zwischen elf und 14 Jahren. Hanna berichtet: „Unsere Lehrerin bringt uns die Lieder bei, aber wir dürfen Vorschläge machen, und die dann auch selbst aussuchen.“ Zum Konzert haben sie sich für die aktuellen Popsongs „These Days“ von Rudimental, „Irgendwas bleibt“ von Silbermond und „Friends“ entschieden.

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