Kornwestheim Wüstenrot zeigt eine „klare Kante“

Werner Waldner, vom 12.04.2018 12:00 Uhr
So soll’s an der Rosensteinstraße einmal aussehen: Ein vier- und ein siebengeschossiges Haus sind geplant. Foto: z/Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH –  Architekturbüro Loweg
So soll’s an der Rosensteinstraße einmal aussehen: Ein vier- und ein siebengeschossiges Haus sind geplant. Foto: z/Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH – Architekturbüro Loweg

Kornwestheim - Die Stadträte zeigten sich mit den Plänen zufrieden. Von einer „ganz guten Geschichte“ (Hans-Michael Gritz, SPD) oder einer „guten Innenverdichtung“ (Hans Bartholomä, CDU) war die Rede. Gefallen fanden am Dienstagabend im Ausschuss für Umwelt und Technik die Pläne für zwei neue Wohnhäuser an der Rosensteinstraße, auf dem Gelände des Paulusgemeindehauses und des benachbarten Spielplatzes. An der Ecke zur Neuffenstraße entsteht ein siebenstöckiges Hochhaus, an der Ecke zur Teckstraße ein vierstöckiger, eher langgezogener, L-förmiger Bau. Baubürgermeister Daniel Güthler sprach von einer „geradlinigen und funktionellen Formgebung“. Die Häuser werden ein Flachdach haben, die Wohnungen über Laubengänge erreicht.

Die Wüstenrot Haus- und Städtebau, die von der evangelischen Kirchengemeinde den Zuschlag für das rund 3500 Quadratmeter große Areal bekommen hat, wird die Fläche mit einer Tiefgarage untertunneln, deren Einfahrt an der Rosensteinstraße liegt. Sollte je auch der südliche Teil des Areals, auf dem sich Kindergarten, Kirchenpflege und kirchliche Sozialstation befinden, neu bebaut werden, könnte die Tiefgarage erweitert werden, erläuterte Güthler den Stadträten. Der Bürgermeister betonte aber auch, dass es dafür derzeit keine Pläne gebe.

Die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH muss einige Auflagen erfüllen, damit sie überhaupt bauen kann. Es muss zum Beispiel, so verlangt es die evangelische Kirchengemeinde, die Solaranlage übernehmen, die derzeit noch auf dem Paulusgemeindehaus steht. Wüstenrot muss sich auch an der Finanzierung eines Kindergartens beteiligen (wir berichten in einer unserer nächsten Ausgaben ausführlich), und sie muss zehn Mietwohnungen schaffen – fünf, für die die ortsübliche Vergleichsmiete verlangt werden darf, und fünf, deren Miete sogar ein Drittel darunter liegen muss. Entsprechendes wird in einem städtebaulichen Vertrag zwischen dem Bauherrn und der Stadt Kornwestheim geregelt.

Von den vorhandenen Bäumen am Straßenrand und auf dem Areal werden allenfalls die an der Teckstraße erhalten werden können. Durch den Bau der Tiefgarage werde es nicht möglich sein, viele Bäume stehen zu lassen, sagte Bürgermeister Daniel Güthler. „Man muss das realistisch sehen.“

SPD-Stadtrat Robert Müller regte an, die Neubebauung zu nutzen, um auch über die Verkehrsregelung in diesem Bereich nachzudenken. Manchmal gehe es in der Rosenstein- und in der Rechbergstraße sehr eng zu. Müller fragte, ob eine Einbahnstraßenregelung nicht besser sei.

Daniel Güthler geht davon aus, dass das Bebauungsplanverfahren rund ein Jahr in Anspruch nehmen wird, sodass Wüstenrot im kommenden Jahr mit den Bauarbeiten beginnen kann. Vermutlich Ende 2020 werden die ersten Bewohner einziehen können.