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Kornwestheim Zukunft des Stadtmarketings ist ungewiss

Werner Waldner, vom 09.08.2017 00:00 Uhr
Aus Sicht des Stadtmarketingvereins zu wenig genutzt: der Holzgrundplatz in  der Stadtmitte. Foto: Birgit Kiefer
Aus Sicht des Stadtmarketingvereins zu wenig genutzt: der Holzgrundplatz in der Stadtmitte. Foto: Birgit Kiefer

Kornwestheim - Seit der Gründung vor zwölf Jahren stehen Fotohändler Jens Bartmann als Vorsitzender und Steuerberater Dr. Henning Holzbaur, der für die Finanzen verantwortlich zeichnet, dem Stadtmarketingverein vor. An ihrer Seite: Citymanagerin Elvira Saverschek, die sich um das operative Geschäft des Vereins kümmert. Im kommenden Jahr stellt das Stadtmarketing-Trio seine Ämter zur Verfügung. Die Sanierung der Innenstadt sei zum größten Teil abgeschlossen, das sei dann ein guter Zeitpunkt für den Abschied, sagt der Vorsitzende Jens Bartmann. Er macht aber keinen Hehl aus der Tatsache, dass die jüngste Entscheidung des Gemeinderats, den Dienstagsmarkt auf dem Marktplatz zu belassen und nicht auf den Holzgrundplatz zu verlegen, es ihnen leichter gemacht habe die Posten aufzugeben. Der Vorsitzende ist enttäuscht darüber, dass der neue Holzgrundplatz kaum für Veranstaltungen genutzt werde. Die Innenstadt zu sanieren, einen neuen attraktiven Platz zu schaffen und dann nicht zu nutzen, das sei wie ein verschossener Elfmeter, sagt Jens Bartmann. „Wir haben 365 Tage Betonbrache in der Innenstadt.“ Den Stadträten macht er weniger einen Vorwurf denn der Stadtverwaltung, die mit ihrem Beschlussvorschlag die Richtung vorgegeben habe.

Die Entscheidung, den Dienstagsmarkt auf dem Marktplatz zu belassen, sei auch ungerecht gegenüber den Menschen aus der West-, der Nord- und der Innenstadt, aber auch gegenüber den Bewohnern aus dem Awo-Seniorenheim, die bei der jetzigen Lösung einen weiteren Weg zum Wochenmarkt in Kauf nehmen müssten. Bartmann ist überzeugt davon, dass die Markthändler von dem Umzug profitiert hätten, und er befürchtet, dass der ohnehin nur schwach beschickte Dienstagsmarkt auf dem Marktplatz in Schwierigkeiten geraten wird. Für den Stadtmarketingverein sei das Thema aber nunmehr abgeschlossen. Er werde keine Initiative mehr in Sachen Marktumzug starten.

Das indes will Kornwestheims Erster Bürgermeister Dietmar Allgaier tun. Nach den Sommerferien will er das Gespräch mit den Beschickern des Bauernmarktes am Samstag auf dem Bahnhofsplatz suchen und sie dafür gewinnen, auf den Holzgrundplatz zu ziehen. Dass Saverschek, Bartmann und Holzbaur nicht mehr kandidierten, bedauere er, sagt Allgaier. Wie es mit dem Stadtmarketing weitergehe, das müsse nun besprochen werden, so der Erste Bürgermeister. Auch er sieht gewisse Mängel bei der Nutzung des schönen Holzgrundplatzes. Wie seiner Ansicht nach überhaupt bei Veranstaltungen unter freiem Himmel noch Luft nach oben ist. „Kornwestheim rockt“, immer am Dienstagabend auf dem Marktplatz, werde gut angenommen. Und das zeige, dass es da einen gewissen Bedarf gebe.

Dietmar Allgaier spricht sich dafür aus, dass die Kulturverwaltung Veranstaltungen entwickelt, die über das K hinausreichen und zum Beispiel in der Innenstadt stattfinden. Dabei müssten die Belange der Anwohner natürlich berücksichtigt werden.

Im Jahr 2005 war der Stadtmarketingverein gegründet worden. Die Initiative ging von der Stadt Kornwestheim aus: Sie wollte zusammen mit den Einzelhändlern die Attraktivität der Innenstadt steigern. Die Stadt überwies alljährlich einen stattlichen Zuschuss in Höhe von 25 000 Euro, der mittlerweile auf 17 000 Euro zusammengeschmolzen ist, der Verein bezahlte mit dem Geld und den Vereinsbeiträgen Citymanagerin Elvira Saverschek, aber auch die diversen Veranstaltungen von der 11-Uhr-Musik bis zum Lichterfest. „Für die Stadt ein Schnäppchen“, sagt Jens Bartmann, denn von dem Betrag hätte sie keinen Citymanager finanzieren können.

Ob die Stadt nun ihrerseits einen Mitarbeiter fürs Stadtmarketing einstellt, das müsse beraten werden, sagt Allgaier. „Wenn wir in Richtung professionelles Stadtmarketing gehen, dann müssen wir auf jeden Fall mehr Geld ausgeben.“ Allgaier könnte sich vorstellen, die „Stadt der kurzen Wege“ in der Stadtwerbung mehr herauszustellen. Die gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Einzelhändlern und Stadtverwaltung möchte er auf jeden Fall fortsetzen. Stadtmarketing sei eine Solidaraufgabe, so der Bürgermeister.