Kornwestheim Zwei Bürgermeister kassieren ab

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An Kasse 1: Ursula Keck, an Kasse 2: Daniel Güthler. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Die Hände des Kornwestheimer Baubürgermeisters Daniel Güthler wandern zum Kleingeld in der Kasse vor ihm. Sein Blick huscht noch einmal prüfend vom Bildschirm zu den Münzen und wieder zurück. Dann erst ergreifen seine Finger ein Geldstück. Und dann noch eins und noch eines.

Güthler wirft noch einmal einen Blick auf die Münzen und dann auf den Bildschirm. „Drei Euro einundsechzig. Einen schönen Tag noch“, sagt er und gibt dann das Rückgeld. Dann schließt er das Kassenfach, atmet tief durch und wirft dem nächsten Kunden einen freundlichen Blick zu. Weiter geht’s!

Milch, Zucker, Bananen, Schokokekse, Weihnachtsmänner, ein Kopfsalat und Sellerie wandern über den Kassenscanner. Moment, Sellerie? Die Oberbürgermeisterin Ursula Keck, die ebenfalls an einer Kasse sitzt, schüttelt den Kopf und wundert sich: „Wo ist der Sellerie?“ Sprich: Was kostet der? Ihre Finger suchen auf dem Bildschirm nach dem Gemüse, aber der Sellerie bleibt im Verborgenen. Die Oberbürgermeisterin blickt fragend auf: „Und jetzt?“

Die Mitarbeiterin gibt Keck den Tipp, auf den Tafeln nach dem Gemüse zu suchen. „Hier gibt es zwei Nummern für Sellerie“, stellt Keck verwundert fest. „Einfach probieren“, rät die Mitarbeiterin. Natürlich will es erst bei der zweiten Nummer klappen und jetzt endlich kann Ursula Keck erleichtert abkassieren.

Währenddessen versucht Güthler, ein tiefgefrorenes Hühnchen über den Scanner zu ziehen. Doch es will nicht piepsen. Leicht verzweifelt dreht und dreht und dreht er es – wie am Grillspieß. Bis endlich das erlösende Geräusch doch noch ertönt und Daniel Güthler ein Lächeln übers Gesicht huscht.

Gute 45 Minuten sitzen die beiden Stadtoberhäupter am Samstagnachmittag an der Kasse des Supermarktes von Ömer Demirhan und kassieren die Einkäufe der Kunden ab. Der Rewe feiert sein einjähriges Bestehen und hat sich in diesem Zuge diese besondere Aktion einfallen lassen.

Natürlich dient sie einem guten Zweck. Die Einnahmen der beiden Kassen, an denen Keck und Güthler sitzen, werden an Jugendfarm und Bürgerstiftung gespendet. Nicht nur deshalb legen sich die beiden so richtig ins Zeug und machen trotz ein paar Unsicherheiten am Ende eine ganz gute Figur.

„Respekt, wie die beiden das machen,“ lobt auch der Supermarkt-Inhaber Demirhan, während der Oberbürgermeisterin mittlerweile nichts mehr entgeht. „Dürfte ich mal einen Blick unter die Tasche werfen?“ Aber natürlich darf sie. Nach einiger Zeit finden sich die zwei sichtlich in den ungewohnten Rollen ein. „Es macht Spaß, ist aber auch sehr stressig“, sagt das prominente Kassen-Duo über die Arbeit an der Kasse.

Keck gelingt es sogar hin und wieder, ein Lob an die Kunden auszusprechen: „Sie sind ein wunderbar einfacher Kunde“. Oder: „Das haben Sie aber schön auf das Band gerichtet“, bekommt da der eine oder andere zu hören. Ein Lob von der Oberbürgermeisterin an der Supermarkt-Kasse, das ist für die Kunden und Bürger etwas Besonderes. Und dann ist es schon so weit: Keck und Güthler löschen das Kassenlicht, stellen das „Kasse geschlossen“-Schild auf und dürfen in den Feierabend gehen.

Am Ende hat sich die Aktion jedenfalls gelohnt: Für die Jugendfarm kommen am Ende 978,17 Euro beisammen, für die Kornwestheimer Bürgerstiftung 883,64 Euro.

 
 

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