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Kornwestheim Zwei Tage Kornwestheimer Lebensfreude

Sieglinde Stahl und Peter Meuer, vom 11.06.2018 00:00 Uhr
47 Luftballons steigen in den Himmel. Foto: Peter Mann
47 Luftballons steigen in den Himmel. Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Gegen sieben Uhr am Samstagabend passiert es dann doch: Regen prasselt auf die 47. Kornwestheimer Tage nieder. Das Abendprogramm mit seinen heißen Samba-Rhythmen muss zunächst warten. So schlimm, wie es zwischenzeitlich zu befürchten war, kommt es aber nicht. Erst am Donnerstag war während des großen Unwetters ein Sturzregen auf die Stadt niedergegangen, Keller wurden überflutet, Straßen teils voll gesperrt. Die Feuerwehr war die halbe Nacht im Einsatz und die Wetterprognosen bekräftigten auch die Sorge auf weitere Stürme und starke Regenfälle in Richtung Wochenende.

Dagegen jedenfalls ist der kurze Wetterumschwung am Samstagabend eher ein milder Schauer. Und überhaupt: Für viele Vereine ist der Regen gar nicht so schlimm, sie bieten überdachte Plätze an und verkaufen umso mehr Getränke und Speisen. „Bei uns war am Samstagabend ordentlich etwas los“, berichtet beispielsweise Miriam Bahmann vom SV Salamander.

Ihre Mitstreiter von der Handballabteilung und sie selbst verkaufen auf den Kornwestheimer Tagen Maultaschenburger, zum ersten Mal überhaupt. Neben dem Samstagabenderlebnis – Stichwort proppevoll – haben sich die Maultaschen zwischen Brötchenhälften ganz wacker geschlagen, aber eben doch die starke Konkurrenz gespürt. Denn an den Buden etlicher Vereine wird gebraten, gekocht und frittiert.

Die vielen Vereinsstände ziehen sich bis weit entlang des Salamander-Stadtparks, an manchen gibt es eigene Bands, Musiker, Shows. Auch steht ein Karussell bereit, sowie ein Riesenrad und ein Bungeetrampolin. Einige Besucher sitzen auch an Feuerstellen, rösten Marshmallows und machen Stockbrot. Das ist ja das besondere der Kornwestheimer Tage, dass es so manches kleine „Fest im Fest“ gibt und sich die vielen vielen Besucher über eine große Fläche verteilen. Es wird selten ungemütlich eng und – Achtung Klischee – für jeden ist hier etwas dabei ist. Jedenfalls ist der Regen bald wieder Geschichte und einige Zeit später geht es dann weiter: Bis etwa 21 Uhr haben sich die Regenwolken wieder verzogen und fleißige Helfer befreien die Bühne auf dem Marktplatz vom Wasser. Tanzschulkinder dürfen zuerst zu brasilianischer Musik auftreten. Sie erhalten viel Beifall und wollen die Bühne fast nicht mehr verlassen. Kurz darauf wird es dann richtig wild: Immer mehr Leute drängen sich vor, heiße Rhythmen ertönen und die professionelle Sambagruppe, einer der Programm-Höhepunkte der Kornwestheimer Tage, betritt unter lautem Jubel der Besucher die Bühne. Mit heißem Hüftschwung in ausgefallenen farbenfrohen knappen Kostümen und akrobatischen Tanzfiguren präsentiert die Gruppe Lebenslust und Freude der brasilianischen Kultur. Der Samstag klingt aus in Feierstimmung, so wie die Organisatoren vom Stadtausschuss für Kultur und Sport es sich gewünscht haben. Der Ausschuss wird übrigens in diesem Jahr 70 Jahre alt, ihm zu Ehren haben die Briefmarkenfreunde einen Sonderstempel kreiert, den ein Sonderpostamt während der gesamten Kornwestheimer Tag im Kleihues-Bau im Einsatz hat (siehe Artikel auf Seite III).

Es seien angemessene Kornwestheimer Tage für dieses Jubiläum, findet auch der Stadtausschussvorsitzende Walter Specht. „Wir schätzen, wir haben an diesem Wochenende zwischen 9000 und 12 000 Besucher hier“, ergänzt er.

Begonnen haben die 47. Kornwestheimer Tage schon am frühen Samstagnachmittag, ab 14 Uhr ist Programmbeginn mit Livemusik vom Jugendblasorchester, der ESG-Juniorband, der ESG-Schülerband und der Jazz-Combo der Musikschule. Offizielle Eröffnung der Kornwestheimer Tage ist samstags um 16 Uhr. Die Oberbürgermeisterin Ursula Keck hat sich, stilecht mit dunkler Schürze wie ein Braumeister, zum Fassanstich eingefunden. In den Himmel steigen genau 47 Luftballons. Man darf vermuten, dass es im kommenden Jahr 48 sein werden.Der Sonntag ist dann übrigens vollends sonnig. Ab dem Nachmittag heißt es hier „Bühne frei“ für die Vereine. Die Ehrenamtlichen schicken ihre besten Showgruppen vor. Die Kindergarde der Narren-Ober-Liga bezaubert beispielsweise, fast wie alte Hasen, doch mit sichtlich Spaß an der Sache, wirkt der närrische Nachwuchs – man merkt, dass die Mädchen nicht zum ersten Mal auf einer Bühne stehen. Gleich mehrfach tritt der Tanzsportclub mit verschiedenen Shows auf.

„Gerade Tanzaufführungen kommen gut an“, weiß Specht. Und fasst zusammen: „Wir sind sehr zufrieden“. Alle Vereine hätten gut mitgezogen. Ärger habe es keinen gegeben. Es waren friedliche, schöne und spannende Kornwestheimer Tage.