Ditzingen Oberbürgermeister storniert Containerkauf

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Featurebild: Die Flüchtlingszahlen sinken. Foto: dpa

Ditzingen - Der Ditzinger Oberbürgermeister Michael Makurath (parteilos) hat den Kauf einer Containeranlage für Flüchtlinge gestoppt. Verfügt hat das der Rathauschef per Eilentscheidung. Die jetzt stornierten Behelfsbauten sollten ursprünglich an der Siemensstraße aufgestellt werden. Nachdem sich allerdings abzeichnet, dass die Zahlen der zugewiesenen Flüchtlinge zurückgehen, hat die Stadt einen Überhang von 50 Wohnplätzen für neu ankommende Flüchtlinge. Bisher hatte die Stadt stets zu wenig Plätze, weil die neu errichteten Gebäude nicht bezugsfertig waren.

Die Behelfsbauten kosten rund 1,1 Millionen Euro. Die Kommune muss davon trotz der Stornierung eine Abschlagszahlung 200 000 bis 300 000 Euro bezahlen, weil die Container eigens dafür hergestellt werden und die Produktion bereits begonnen hat. Die Stadträte hatten laut der Verwaltung zwar andere Lösungen geprüft – also etwa an der Containeranlage festzuhalten und die Flüchtlinge nicht in den Ortsteilen unterzubringen. Dagegen sprach freilich, dass der Gemeinderat dem Standort im Gewerbegebiet – entfernt von der Wohnbebauung – nur zögernd zugestimmt hatte. Er musste daran festhalten, weil es keinen anderen Standort im Ort gab.

Andererseits hatte die Stadt auch darauf geachtet, dass die Ortsteile Flüchtlinge entsprechend ihrer Einwohnerzahlen aufnehmen, das kleine Schöckingen also weniger als die Kernstadt. Dieses Gleichgewicht wäre bei dem Verzicht auf den Standort Siemensstraße in der Kernstadt nicht mehr gegeben. „Eine wesentliche finanzielle Entlastung wäre damit für die Stadt nicht verbunden“, teilte die Verwaltung zudem mit. In einer nicht öffentlichen Sitzung hatte sich der Finanz- und Sozialausschuss mit dem Thema befasst, aber nicht mehr der Gemeinderat. Denn das hätte weiteren Zeitverzug bedeutet – und die Abschlagszahlung noch erhöht. Deshalb fällte der Oberbürgermeister die Eilentscheidung.

 
 

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