Lokalsport Coulibaly will dem SVK zum Aufstieg verhelfen

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Miguel Coulibaly hat bei seinem Debüt für den SVK gleich ein Tor geschossen. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - In Ulm ist Miguel „Baba“ Coulibaly auch heute noch fast so bekannt wie das Münster, seitdem er im Jahr 1999 das entscheidende Tor zum historischen Aufstieg des SSV Ulm 1846 in die erste Bundesliga geschossen hat. „In Ulm erinnern sich noch viele Leute an mich“, weiß der inzwischen 41-Jährige. Die Stadt an der Donau sieht er innerhalb Deutschlands auch noch als seine Heimat an. „Immerhin 16 meiner 20 Jahre in Deutschland habe ich in Ulm gelebt“, erzählt der in Dakar geborene Senegalese. Inzwischen wohnt Coulibaly jedoch in Stuttgart-Rot – und hat nach dem Ende seiner Laufbahn als Fußball-Profi im Jahr 2010 wieder Lust auf eine neue sportliche Herausforderung. Angebote vom SSV Zuffenhausen und MTV Stuttgart habe er bekommen. Der 41-Jährige entschied sich jedoch für den SV Kornwestheim, für den er am Dienstagabend ein gelungenes Debüt im Testspiel in Aldingen gegeben hat. Erst Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt, erzielte er noch ein Tor und holte einen Elfmeter für sein neues Team heraus.

Trotz seiner großen Vergangenheit gibt sich Miguel Coulibaly sympathisch und bescheiden. „Aufgrund meines Alters sehe ich mich beim SVK eher als Joker. Die anderen haben schließlich gut gespielt in der Hinrunde. Ich möchte meine Hilfe anbieten und meinen Teil dazu beizutragen, dass der SVK endlich den Aufstieg in die Landesliga schafft.“ Ob er dann ab dem Sommer auch in der Landesliga für den SVK mitmischt, könne er heute noch nicht sagen. „Gucken wir mal, was kommt.“

Die vergangenen Jahre haben den 1,90 Meter großen Stürmer vorsichtig gemacht. Zwei Jahre lang hat er zuletzt zum Kader des Landesligisten FSV Waiblingen gezählt. Er habe jedoch nur ein einziges Punktspiel für Waiblingen bestritten. Ein Bandscheibenvorfall vor zwei Jahren und ein Muskelriss im Oberschenkel haben den Senegalesen nachhaltig ausgebremst. Inzwischen fühlt er sich aber wieder fit. Nicht zuletzt, weil seine Freundin eine aktive Leichtathletin ist, läuft Coulibaly regelmäßig auch privat. „Mir fehlen nur noch die Spielpraxis und der Spielrhythmus.“ Er möchte aber nicht nur einfach wieder Fußball spielen, sondern auch ein Ziel verfolgen: „Es geht mir um den Aufstieg mit dem SVK.“

Daher hat sich der 41-Jährige unter anderem auch für den SVK entschieden. Zudem waren ihm von früher noch die beiden Trainer Markus Fendyk und Predrag Sarajlic Begriffe. Vor allem freut er sich aber über die örtliche Nähe: „Ich brauche nur fünf Minuten von zu Hause.“ Daher habe er beim SVK nachgefragt, ob er mittrainieren dürfe. „Durch die Leichtathletik ist Kornwestheim ein bekannter Name in Württemberg, die Sportanlage ist richtig gut für die Bezirksliga und die Trainingsmöglichkeit durch das vereinseigene Fitnessstudio geradezu perfekt“, schwärmt Coulibaly. Dass er inzwischen nicht mehr darauf angewiesen ist, seinen Lebensunterhalt mit dem Fußballspielen zu verdienen, freut den 41-Jährigen auch. „Ich habe 20 Jahre lang vom Fußball gelebt.“ Dann sei damit von heute auf morgen Schluss gewesen. „Das war zuerst schwierig. Aber nun bin ich unabhängig vom Fußball.“ Mittlerweile hat Miguel Coulibaly einen Bürojob bei einer spanischen Firma in der Logistikbranche, die von Heilbronn aus tätig ist. Dabei kommt ihm zu Gute, dass er – nachdem er die ersten vier Jahre im Senegal gelebt hat – den Großteil seiner Jugend in Spanien verbrachte und daher gut Spanisch spricht.

Nicht nur als Fußballspieler, sondern auch als Trainer ist der 41-Jährige schon tätig gewesen. Im vergangenen Jahr betreute er die U 17-Mannschaft des SGV Freiberg. Er kann sich auch durchaus vorstellen, eines Tages ein Nachwuchsteam des SVK zu trainieren. Nur den Bürojob, das aktive Spielen und ein Trainerengagement gleichzeitig – das kann er sich nicht vorstellen. „Das wäre zu zeitaufwendig.“

Dass er bereits zehn Länderspiele für den Senegal bestritten hat, davon macht Coulibaly kein Aufhebens. „Da war ich noch sehr jung, und das waren doch alles nur Freundschaftsspiele.“ Und wenn er sich zwar einerseits darüber freut, dass er in Ulm noch immer als „Fußballgott“ verehrt wird, so genießt er es auch, dass er in der „großen Stadt“ Stuttgart „anonymer“ leben kann.

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