Lokalsport Das württembergische Finale ist das Ziel

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  Foto: Christine Biesinger

Handball/Kornwestheim - So richtig ist die Wut bei den Handball-A-Junioren des SV Kornwestheim noch nicht verraucht. Nachdem sie vor einem Jahr mit ihrem Trainer Christian Fina bis zur letzten Bundesliga-Qualifikationsrunde in Baunatal bei Kassel vorgedrungen waren und die Teilnahme an der deutschen Eliteklasse nur um ein einziges Tor im letzten Qualifikationsspiel gegen Hameln (23:24) verpasst hatten, freuten sich die Spieler bereits auf einen neuen Versuch, in die Jugend-Bundesliga zu kommen. Aber der Handballverband Württemberg (HVW) hatte etwas dagegen. Er setzte neue Richtlinien fest, wonach nur Vereine an der Bundesliga-Qualifikation teilnehmen dürfen, die in der Abschlusstabelle der Württemberg-Oberliga der A-Jugend mindestens Platz 2 belegt haben – der SVK war Dritter geworden – oder bei der B-Jugend in der Württemberg-Oberliga auf Rang 1 abgeschlossen haben – der SVK wurde Zweiter. Dies führte am Ende dazu, dass Württemberg von den sechs erlaubten Plätzen für eine Teilnahme an der Bundesliga-Qualifikation nur vier nutzte. Wildcards wollte der HVW für die zwei noch freien Plätze partout nicht vergeben. „Die Spieler sind wütend und enttäuscht, weil ihnen von vornherein jede Chance genommen wird, in die Bundesliga zu kommen“, erzählt Christian Fina.

Nun wollen sie ihr Können eben auf höchster württembergischer Ebene beweisen. Für die zwei Staffeln der Württemberg-Oberliga, der zweithöchsten A-Jugend-Liga in Deutschland, haben sich gleich zwei A-Jugendteams des SVK qualifiziert. „Das war eine Trotzreaktion“, sagt Christian Fina. Die von ihm und Christian Wahl trainierte A 1 spielt ab Sonntag in der Staffel 2, die von Kevin Wolf und Felix Beutel trainierte A 2 in der Staffel 1. Und eines der beiden Teams soll möglichst am Ende der Punkterunde in der Tabelle ganz oben stehen und damit das Finale um die württembergische Meisterschaft erreichen – sowie die Erlaubnis, in einem Jahr wieder um die Bundesliga-Teilnahme mitspielen zu können. „Das Ziel ist nicht utopisch“, sagt Fina.

Die Konkurrenz ist allerdings stark. In der Staffel 1 räumt Fina den Bundesliga-Nachwuchsteams aus Bietigheim-Bissingen und Bittenfeld die besten Chancen auf Platz 1 ein. In der Staffel 2 wird wohl der HSC Schmiden/Oeffingen der schärfste Konkurrent der A 1 im Kampf um die Ligaspitze. Auch vor der MTG Wangen/Allgäu, Uhingen und Herrenberg hat der ehemalige Bundesligaspieler großen Respekt. „Das wird eine ausgeglichene Gruppe“, glaubt er, zumal dem SVK die meisten Gegner noch gar nicht bekannt sind, weil die A 1 im Vorjahr in der anderen Staffel am Ball war.

In der Saisonvorbereitung hat Fina bereits einen guten Eindruck von der neuen A 1 bekommen. Zwar muss die A-Jugend künftig unter anderem ohne die erwachsen gewordenen Leistungsträger Max Remmler, Felix Uhlemann, Max Schneider und Jan Ben-Brahim auskommen. Aus der B-Jugend sind jedoch mit den Birk-Drillingen, Lukas Nethe, Nikola Milunic und Tillmann Joost Spieler mit viel Potenzial hochgerückt – und Marco Bahmann und Marvin Flügel, die bereits Erfahrungen in der ersten Herrenmannschaft gesammelt haben, stehen weiterhin zur Verfügung. „Insgesamt ist die Mannschaft jetzt stärker als vor einem Jahr“, glaubt Christian Fina, der auch mit der Saisonvorbereitung sehr zufrieden ist: „Die Truppe hat eine gute Einstellung und richtig Gas gegeben. Der Großteil der Mannschaft spielt schon über mehrere Jahre zusammen, das merkt man auch.“

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