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LokalsportDie 50. Goldmedaille in der Halle geholt

Lutz Selle, vom 16.03.2017 00:00 Uhr
Guido Müller (Mitte) ist diesmal nicht in allen Disziplinen Erster geworden. Foto: Ralf  Görlitz
Guido Müller (Mitte) ist diesmal nicht in allen Disziplinen Erster geworden.Foto: Ralf Görlitz

Leichtathletik/Kornwestheim - Im Seniorensport hat Guido Müller, Ehrenmitglied der Salamander-Leichtathleten, schon jede Menge Goldmedaillen eingeheimst – bei deutschen Meisterschaften, bei Europameisterschaften und bei Weltmeisterschaften. Wenn der schon seit vielen Jahren in München lebende frühere Kornwestheimer in einer Disziplin an den Start gegangen ist, hat er schon seit Jahrzehnten fast ein Abonnement auf den Sieg gehabt. In diesem Jahr ist das allerdings bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Senioren in Erfurt etwas anders gewesen. Durch einen Virus geschwächt, hat Guido Müller im Vorfeld darüber nachgedacht, gar nicht erst nach Thüringen anzureisen. „Ich bin gesundheitlich nicht so fit gewesen und habe mich schwach gefühlt“, erklärt der inzwischen 78-Jährige. Er entschied sich dann aber doch für die Starts über 60, 200 und 400 Meter – „mit dem Risiko, dass ich nicht mehr gewinne“, so Guido Müller.

Tatsächlich erreichte er in der Altersklasse M 75 im 60-Meter-Sprint mit 9,26 Sekunden „nur“ die viertschnellste Zeit. Deutscher Meister wurde der knapp vier Jahre jüngere Manfred Arnd (TSV Burgdorf) in 8,98 Sekunden vor Hermann Beckering (Spvgg Ahorn, 9,00) und Dr. Karl Schmid (Spvgg Weiden, 9,21 Sekunden). „Durch den vierten Platz war ich von der Siegerehrung befreit. Die konnte ich mir mal von der Zuschauertribüne aus ansehen“, stellt Müller fest.

Über 200 Meter musste Guido Müller ebenfalls seinem langjährigen Kontrahenten Hermann Beckering den Vortritt lassen. „Er hat natürlich mitbekommen, dass ich diesmal nicht so gut drauf bin.“ Beckering holte den Titel in 29,92 Sekunden, Müller wurde Deutscher Vizemeister mit 30,33 Sekunden.

Aber die Reise nach Erfurt sollte sich für den langjährigen Kornwestheimer doch noch lohnen. Denn über die 400-Meter-Distanz konnte ihm keiner das Wasser reichen. Guido Müller musste lediglich schneller sein als der Zweitplatzierte Hartmann Knorr (LG Alsternord Hamburg), der nach 75,85 Sekunden das Ziel erreichte. Müller brauchte 72,87 Sekunden. „Die Zeit ist für mich eigentlich indiskutabel. Aber ich bin auch gar nicht mit voller Kraft gelaufen.“ Den Meistertitel und die Goldmedaille hat er sich damit gleichwohl verdient. Und das war etwas Besonderes. „Es ist die 50. Goldmedaille, die ich seit 15 Jahren bei deutschen Hallenmeisterschaften bekommen habe“, rechnet Müller zusammen.

Auf einen Start über 60 Meter Hürden hat er dann verzichtet. „Dazu war ich nicht in der richtigen körperlichen Verfassung.“

Nun freut sich der 78-Jährige aber bereits auf die Freiluftsaison mit den bayerischen Meisterschaften Anfang Mai, den deutschen Meisterschaften und als Saisonhöhepunkt den Europameisterschaften im August in Dänemark.