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LokalsportDie Matten werden in die Galerie geschleppt

Birgit Kiefer, vom 21.12.2012 00:00 Uhr
Die Sportkaratekas haben wohl schon eine Bleibe auf Zeit gefunden. Foto: Archiv/doem
Die Sportkaratekas haben wohl schon eine Bleibe auf Zeit gefunden.Foto: Archiv/doem

Kornwestheim - Es werden bald gute Zeiten anbrechen: Die Jahnhalle wird in neuem Glanz erstrahlen und die Sporthalle des Gymnasiums wird neu gebaut sein. Dann werden die Sportler in schönen, modernen Hallen trainieren oder Wettkämpfe veranstalten können. Aber bis dahin?

Ende Januar fangen die Arbeiten an der Halle auf dem ehemaligen ESG-Gelände an. Im April geht es bei der Schul-Sporthalle los. Von da an wird das Gedränge in den verbliebenen Hallen deutlich zunehmen. Als erste werden die Sportkaratekas und die Karatekas des SVK betroffen sein, die in der Jahnhalle pro Woche insgesamt 8,5 Stunden lang trainieren. Sie haben noch etwas mehr als einen Monat Zeit, um ihre Sachen zu packen. Ende Januar müssen sie umziehen. Eine Übergangslösung für sie scheint gefunden, aber wohl nur so lange, bis auch die Gymnasiumhalle zu macht. Zunächst aber schleppen nach aktuellen Planungen die Kampfsportler ihre Matten in die Städtische Galerie. Im Kleihues-Bau, wo sonst Ausstellungen feierlich eröffnet werden oder auch mal die Schachspieler am Brett über dem nächsten Zug grübeln, könnten die Karatekas gegen die Pratzen treten.

Die Stadt hat dem Stadtverband für Sport diesen Vorschlag unterbreitet, und SVK-Geschäftsführer Thomas Eeg zeigt sich grundsätzlich kompromissbereit. „Das ist umsetzbar“, findet er. Die Sportler müssten zwar für eine Zeit ohne Duschen und Umkleiden auskommen, aber sie hätten die Möglichkeit, ihr Material vor Ort unterzubringen. Auch Stadtverbandsvorsitzender Marcus Gessl hält den Vorschlag für tragfähig. Frühzeitig müsse nun nach Antworten für die Zeit gesucht werden, wenn beide Hallen gleichzeitig nicht nutzbar sind. Beim Gymnasium sind nämlich deutlich mehr Menschen betroffen: allein die Tischtennisspieler sind dort mit über zehn Teams angesiedelt. Gymnastik wird angeboten, Breitensport, die Narren-Ober-Liga nutzt die Räume, und natürlich die Gymnasiasten.

Die Vereine müssten umschichten, fordert Gessl. Eventuell müsste wohl zusammengerückt werden. Er signalisiert ein Entgegenkommen gegenüber der Stadt. Oberbürgermeisterin Ursula Keck hatte dem Sport kürzlich vorgeworfen, nicht kompromissbereit zu sein. Das Gebäudemanagement, das nach der Umstrukturierung in der Verwaltung für die Hallenbelegungszeiten zuständig ist, wird Vorschläge unterbreiten müssen, um zu helfen. Thomas Eeg geht davon aus, dass es notwendig sein wird, weitere Räumlichkeiten für den Sport zu öffnen. Geprüft werden könnte, ob der Martinisaal, das Thomasgemeindehaus oder der Schafhof in Frage kommen, um die Zeit bis Ende Oktober, wenn die Umbauten abgeschlossen sind, zu überbrücken. Realistisch erscheint vor allem die Idee, die Tischtennisspieler in der Realschulhalle unterzubringen. In der Schillerschule könnten die Turner ihre Übungen machen. Eeg schielt auch in Richtung Pattonville, auf die Halle der dortigen Berufsschule, allerdings nicht für Jugendgruppen, für die wäre die Entfernung zu groß. „Ganz kriminell“ werde es, wenn die Schulen wegen der zunehmenden Nachmittagsbetreuung die Eckzeiten nach hinten verschieben. Dann ginge das Gerangel um Hallenzeiten erst richtig los, fürchtet er.

Alfred Waldenmaier, Rektor des Gymnasiums, weiß noch nicht, was die Stundenpläne notwendig machen. Über die Auswirkungen des Hallenumbaus auf seine Schüler hat er sich aber natürlich schon Gedanken gemacht. Der Sportunterricht für die Gymnasiasten finde auch in der Rechberg-, der Ost- und der Stadionhalle statt. Dort müssten die Schüler sich für eine Zeit öfter den Raum teilen. Im Sommerhalbjahr heiße es ohnehin, sich draußen zu bewegen. Ausfallen werde der Sport jedenfalls nicht, versichert Waldenmaier. Er sieht ja auch gute Zeiten anbrechen: „Wir profitieren schließlich am meisten von der neuen Halle.“

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