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LokalsportFür David Steinle ist der SVK geradezu perfekt

Lutz Selle, vom 27.12.2012 00:00 Uhr
Fühlt sich beim SV Kornwestheim pudelwohl: Neuzugang David Steinle. Foto: Archiv/Peter Mann
Fühlt sich beim SV Kornwestheim pudelwohl: Neuzugang David Steinle.Foto: Archiv/Peter Mann

Tischtennis/Kornwestheim - David Steinle zählt zu den besten 100 Tischtennisspielern in Deutschland. Dennoch trägt er seit einem halben Jahr seine Punktspiele für den SV Kornwestheim aus – in der Verbandsklasse, der sechsthöchsten nationalen Liga. Dass es der 22-Jährige durchaus auch mit höherklassigen Gegnern aufnehmen kann, hat er erst vor einigen Tagen wieder bewiesen, als er beim deutschen Bundesranglistenfinale im nordrhein-westfälischen Hagen antrat und unter anderem den späteren Turnierfinalisten Ricardo Walther in fünf Sätzen bezwang, der sonst für den deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf kämpft.

Dass Auftritte gegen die absoluten deutschen Topspieler mit dem SV Kornwestheim in der Verbandsklasse nicht zustande kommen, macht David Steinle nichts aus, der zu Saisonbeginn vom Regionalligateam des TTC Bietigheim-Bissingen zum SVK gewechselt war. „Die Verbandsklasse ist mir nicht zu niedrig“, sagt er. „Auch dort gibt es einige gute Gegner, gegen die ich mich richtig zusammenreißen muss.“ Natürlich sei das Niveau in der sechsten Liga nicht so hoch wie bei den deutschen Top-Turnieren oder in der drittklassigen Regionalliga, gibt er zu. Ihm sei es aber wichtiger gewesen, „in eine gute Mannschaft mit netten Leuten zu kommen“. Und in dieser Hinsicht sei der SVK „perfekt“. Steinle schwärmt: „Es ist hier noch besser als ich gedacht habe. Das Zwischenmenschliche ist top. Ich kann nur Gutes über den Verein erzählen.“ Denn auch ein weiteres Ziel seines Wechsels hat er erreicht: Er hat nun etwas mehr Zeit für Beruf und Freundin.

Seine sportliche Bilanz der Saisonhinrunde fällt ebenso „zum Teil sehr gut“ aus. Mit 16:2 Punkten ist der SVK, der erst zu Saisonbeginn aus der Landesliga aufgestiegen war, dem Spitzenreiter SV Plüderhausen 2 (18:0 Punkte) dicht auf den Fersen. „Es ist nur schade, dass wir gleich das Auftaktspiel der Saison in Plüderhausen verloren haben“, stellt David Steinle fest. Andererseits habe seine neue Mannschaft dadurch gleich gesehen, dass „wir in der Liga gegen alle Mannschaften Vollgas geben müssen und es mit dem Aufstieg nicht so leicht wird, wie es einige gedacht haben“. Denn aller Voraussicht nach schafft am Saisonende nur der Tabellenerste den Sprung in die Verbandsliga. Aber David Steinle ist überzeugt: „Das Rückspiel gegen Plüderhausen werden wir gewinnen.“ Mit einem Sieg des SVK am 23. Februar wären die beiden Kontrahenten punktgleich, sofern keines der beiden Teams im weiteren Saisonverlauf überraschend einen Zähler abgibt.

Ein Durchmarsch ist übrigens auch David Steinle in der Hinrunde der Verbandsklasse nicht gelungen. Zwar hat er etliche Einzel in drei Sätzen gewonnen. Aber jeweils eine Niederlage bei insgesamt 16 Einzelspielen und unter acht Doppelbegegnungen trüben die Bilanz – wenn auch nur leicht. Im Einzel hatte er sich Alexander Mohr von der NSU Neckarsulm im fünften Satz mit 10:12 geschlagen gegeben – wie auch im Doppel gegen ein Duo des TTC Bietigheim-Bissingen 2. „Man kann sich zwar wünschen, alle Spiele zu gewinnen. Aber irgendwann geht eben doch eine Partie verloren.“

Mit Niederlagen umgehen musste David Steinle auch beim DTTB-Bundesranglistenfinale im Herren-Einzel in Hagen. Gegen Kontrahenten, die normalerweise in der Bundesliga, der 2. Bundesliga oder der Regionalliga antreten, war der Neu-Kornwestheimer richtig gefordert. Durch seinen dritten Platz beim baden-württembergischen Top-24-Turnier sowie Platz 4 beim Top-12-Turnier hatte er sich für die Teilnahme am Bundesfinale qualifiziert – übrigens bereits zum siebten Mal. „Daher habe ich dort auch nicht allzu viele neue Erfahrungen sammeln können.“ Allerdings hat er gemerkt: „Die anderen trainieren immer mehr und ich weniger als früher. Dadurch wird es schwieriger, bei dem Level mitzuhalten.“ Nach Niederlagen in den Gruppenspielen gegen Daniel Schildhauer (in 1:3 Sätzen) und Dennis Dickhardt (in 2:3 Sätzen) gelangen Steinle indes Siege gegen Raphael Graf (3:2 Sätze), Ricardo Walther (3:2) und Daniel Reifschneider (3:0). Somit stand er in der Zwischenrunde, in der Steinle dem Zweitligaspieler Nico Christ mit 7:11, 7:11, 3:11, 11:9, 11:4 und 6:11 unterlag. „Ich bin erst nach den ersten drei Sätzen aufgewacht und habe dann im sechsten Satz nach dem 6:6 durch mehrere Glücksbälle meines Gegners am Netz verloren.“ Ins Endspiel zogen schließlich der Zweitligaspieler Alexander Flemming und Ricardo Walther ein, wobei Flemming 4:3 siegte.

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