Pattonville Gegen neue Häuser erhebt sich Protest

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Bäume gefällt: Sie müssen das Feld für neue Häuser räumen. Foto: Lutz Selle

Pattonville - Eine Reihe von Pattonvillern empfinden es als Hohn. Während der 6000. Einwohner Pattonvilles im Bürgerbüro willkommen geheißen und dabei die „Stadt im Grünen“ gewürdigt wird, rücken draußen die Baumfäller an und sägen mehrere Birken um. Die Bäume müssen Mehrfamilienhäusern weichen, die auf der Westseite der John-F.-Kennedy-Allee gebaut werden sollen. Gegen das Bauvorhaben haben Anwohner mittlerweile Einspruch erhoben.

Dass die Freiflächen im Zentrum von Pattonville bebaut werden dürfen, weise der Bebauungsplan aus dem Jahr 1996 aus, sagt Kurt Schaible, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt bei der Stadt Kornwestheim. Es sei der erste Bebauungsplan gewesen, der von der Stadt Kornwestheim für Pattonville erlassen worden sei. Gleichwohl wehren sich die Anwohner gegen die Neubebauung. Gegen den Bau von drei Mehrfamilienhäusern, die zwischen Texasstraße und Floridaring entstehen sollen, hat Anwohner Klaus Rieger Einspruch eingelegt. Er ist der Ansicht, dass mit den jetzt vorliegenden Plänen der 17 Jahre alte Bebauungsplan ausgehebelt werde, weil die vorgesehenen Baufenster überschritten werden. Will sagen: Die neuen Häuser werden größer als laut Plan erlaubt.

Die Überschreitungen würden sich aber „im üblichen Rahmen“ bewegen, sagt Kurt Schaible, in dessen Fachbereich die Pläne derzeit geprüft werden. „Wir befinden uns noch im laufenden Verfahren“, so der Bauexperte der Stadt Kornwestheim. Seine Mitarbeiter haben einiges zu prüfen, denn die Überschreitung der Baufenster ist nicht der einzige Mangel, den Klaus Rieger ausgemacht hat. So seien nicht alle betroffenen Nachbarn angeschrieben worden, kritisiert er in seinem Einspruch. Es fehle der gesetzlich vorgeschriebene Kinderspielplatz für die drei Häuser mit insgesamt 18 Wohnungen. Er bemängelt zudem, dass, um das Vorhaben überhaupt verwirklichen zu können, eine Flächenbaulast auf das von ihm und seinen Nachbarn genutzte Grundstück eingetragen sei. „Wir als Miteigentümer wurden bisher nicht gefragt“, schreibt Rieger. Es würden Pläne für die geplante Tiefgarage fehlen, die Geschossfläche werde überschritten. Der Pattonviller hält die Grundstücke für nicht geeignet für eine Bebauung. Nicht ohne Grund, berichtet er, hätte der Vorbesitzer das Grundstück an den Zweckverband zurückgegeben. Mit der jetzt geplanten Bebauung längs der John-F.-Kennedy-Allee werde eine Nachverdichtung im Zentrum von Pattonville verwirklicht, die dem Bebauungsplan widerspreche, schlussfolgert Rieger.

Aber nicht nur das Bauvorhaben ärgert ihn, auch das Vorgehen der Stadt Kornwestheim. Sie habe die Nachbarn ausgerechnet in der Weihnachtszeit angeschrieben, als etliche von ihnen im Urlaub gewesen seien. Es hätten außerdem Pläne gefehlt. „Die Informationspolitik ist schon fragwürdig.“

Über die Einsprüche will die Kornwestheimer Stadtverwaltung in den kommenden Wochen entscheiden. Insgesamt sollen auf der Westseite der John-F.-Kennedy-Allee 15 Grundstücke bebaut werden.

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