Tischtennis „Mehr Spin geht einfach nicht“

Marco Steinbrenner, vom 06.03.2018 07:00 Uhr
Timo Boll (rechts) in Erwartung von Kay Stumpers Angabe. Am Ende siegt der Weltranglistenerste. Foto: Marco Steinbrenner
Timo Boll (rechts) in Erwartung von Kay Stumpers Angabe. Am Ende siegt der Weltranglistenerste. Foto: Marco Steinbrenner

Kornwestheim - Es war nicht irgendein Spiel, das am Samstag im Sportforum Berlin-Hohenschönhausen bei den 86. deutschen Tischtennis-Meisterschaften an Tisch 2 ausgetragen wurde. Kay Stumper, Talent des Regionalligisten SV Kornwestheim, traf zum Hauptrundenstart auf den Rekordtitelträger und Weltranglistenersten Timo Boll (Borussia Düsseldorf).

„Vor dem Spiel und im ersten Satz hatte ich großen Respekt“, verriet der 15-Jährige anschließend, „Timo hat eine unglaubliche Qualität in seinen Bällen. Mehr Spin geht einfach nicht.“ Der amtierende deutsche Schülermeister schlug sich gegen den 20 Jahre älteren Boll tapfer, auch wenn es zu einem Satzgewinn nicht reichte. Boll siegte mit 11:4, 11:6, 11:4 und 11:8 und holte am Ende auch den Titel.

Den Sprung ins 32-köpfige Hauptfeld hatte Stumper durch Gruppenplatz 2 erreicht. Nach mühelosen 3:0-Erfolgen gegen Christian Güll (TTC Wirges) und Andreas Wenzel (Post SV Mühlhausen) verlor er, wie zwei Wochen zuvor beim Top-12-Bundesranglistenfinale der Jungen in Barleben, das Duell um den Gruppensieg gegen Cedric Meissner. Nach der 9:11, 11:9, 9:11 und 9:11-Pleite haderte der SVKler, „dass ich zweimal beim Stand von 9:9 und eigenem Aufschlag den Satz nicht gewonnen konnte“.

Im Doppel fehlte Kay Stumper und Tom Eise (TTC 1946 Weinheim) lediglich ein Sieg zum Sprung aufs Siegerpodest. Nach einem hart erkämpften 3:2-Erfolg gegen Sebastian Borchardt/Erik Schreyer (Hertha BSC Berlin/Post SV Mühlhausen) verloren sie die Partie gegen Julian Mohr/Jens Schabacker vom Drittliga-Tabellenführer NSU Neckarsulm mit 9:11, 13:15 und 6:11. „Wir lagen im zweiten Satz mit 8:4 und 10:8 vorne“, ärgerte sich Stumper, „es war auf jeden Fall mehr möglich.“ Bei den Landesmeisterschaften wenige Wochen zuvor hatte er an der Seite von Pekka Pelz (TTC Bietigheim-Bissingen) noch gegen Mohr/Schabacker gewonnen. „Um so ärgerlicher ist es, dass es bei einer deutschen Meisterschaft nicht zum Sieg gereicht hat. Schließlich hätten wir dann Bronze sicher gehabt.“