Kornwestheim Die Rückkehr eines Traditionsfestes

Von Cornelia Ohst
Das Festival ist für viele eine Gelegenheit, alte Bekannte wiederzusehen. Foto: Peter Mann

Nach der coronabedingten „Feier-Abstinenz“, die vielen Vereinen das Leben schwer gemacht hat, hat der Sportverein Kornwestheim (SVK) wieder zu einer seiner Traditionsveranstaltungen einladen können. Die 18. Ausgabe des Weinfestivals auf dem Salamander-Areal hat die Menschen wie ein Magnet angezogen – trotz Ferienzeit.

„Wer sich mit der Stadt verbunden fühlt, geht da hin“

Für die Kornwestheimerin Andrea ist es eine zweifelsfreie Sache, mit von der Partie zu sein. „Als Urgestein nehme ich jedes Fest in Kornwestheim mit. Wer sich mit der Stadt verbunden fühlt, geht da hin. Ich will schließlich auch den Verein unterstützen“, sagte die Besucherin, die zwei Freundinnen im Schlepptau hatte. Sandra, die aktuell in Berlin lebt und Ex-Kornwestheimerin ist, hat es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, zum Weinfestival zurückzukommen. Sie hatte ihre Töchter Elisa und Madita abgeholt, die Ferien bei der Oma gemacht haben, und das mit einem Glas Grauburgunder verbunden. Dritte im Bunde war Anja, die begeistert am Vinian TS der Bottwartaler Winzer nippte. „Mein Favorit, den ich schon vom ersten Fest her kenne und schätze“, so die frühere Kornwestheimerin, die seit einem halben Jahr in Steinheim lebt.

Eines fällt auf: Das Weinfestival ist für viele eine Gelegenheit, mal wieder zurück nach Kornwestheim zu kommen. Und genau das bestätigt auch Anja. Die Besucherin empfindet ihre frühere Heimatstadt „wie ein Dorf, wo bei einem Fest alle rauskommen und sich treffen“. Zudem liege der Charme des „kleinen und feinen Festes“ vor allem beim Ambiente: „Und an den guten Weinen von Winzern aus der Region.“

Die Vereinsmitglieder packen gerne mit an

Neu im Kreise der Weinanbieter waren die Fellbacher Weingärtner, die gemeinsam mit ihren Kollegen – den Weingärtnern aus Marbach sowie Cleebronn-Güglingen und den Bottwartaler Winzern – um die Gunst der Gäste warben. Jeweils neun Mädchen der Cheerleader-Gemeinschaft Ludwigsburg-Kornwestheim „Wild Stars“ packten an den Festabenden in einem der vier Weinwägen an. Die 24-jährige Larissa hat darin schon Übung: „Ich habe letzte Woche schon auf dem Stadtfest in Asperg gearbeitet.“

Fleißige Hände fanden sich auch bei den rund 7000 Vereinsmitgliedern des SVK, die nicht nur die Hauptorganisation des Festes übernehmen, sondern ebenfalls regelmäßig bei den Weinwägen im Einsatz sind. Für Abteilungsleiter Stefan Kenzler, der seit Anfang an dabei ist, eine „Selbstverständlichkeit“, die nebenbei auch Spaß mache.

Bei der neuen Cocktailbar „Meschugge“ gingen ebenfalls viele Drinks über die Theke. Fünf Leute kümmerten sich aktiv um die Cocktails, die mit eigens dafür gedörrtem Obst garniert werden: Die Ananas erwies sich als Knabberspaß. Die Geschäftsführer Harald und Walter, die seit knapp 18 Monaten die mobile Bar betreiben, erfreuten sich nicht nur an der Nachfrage, sondern auch an den „tollen Leuten und der guten Stimmung auf dem Fest. Das ist auch für uns ein Riesenspaß.“ Als Sommerhit 2022 hat sich offenbar der Limoncello Spritz erwiesen . . .

„Drama Galama“ sagen spontan für Samstag zu

Wer auf dem Festival leider nicht dabei sein konnte, das war die Band Melting X: das Coronavirus hatte zugeschlagen. Dies erwies sich allerdings als große Chance für die drei Bandmitglieder aus Bietigheim, Jutta und René Bury (Bass, Gitarre und Gesang) sowie Georg Gebert (Schlagzeug und Gesang) von „Drama Galama“, die schließlich spontan für den Samstag zusagten und den festlichen Sommerabend rockten – mit hörenswerten, gestaltungsreichen Stimmen und einem Repertoire, „das einerseits bekannt, aber eben nicht überall zu hören ist“. Interessant war dabei auch der „Geschlechtertausch“ der Sänger. Was sonst ein Mann singt, wird hier stattdessen von Jutta Bury interpretiert – und umgekehrt.

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