American Football Footballer mit Mini-Saison im Herbst

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Im September geht es für die Cougars (blaue Trikots) wieder um Raumgewinn und Punkte. Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Wie kann ein geordneter Spielbetrieb zustande kommen? Wie sollen die Ligen am Ende aussehen? Gibt es Aufsteiger? Absteiger? All das sind Fragen, mit denen sich in den vergangenen Wochen und Monaten zahllose Sportverbände beschäftigen mussten. So auch der American Football- und Cheerleading-Verband Baden-Württemberg (AFCVBW). Und die Lösung, die nun vorliegt, ist bemerkenswert.

Die wichtigste Antwort gleich zu Beginn: Ja, es gibt in einigen Ligen eine Saison in diesem Jahr, wenn auch eine verkürzte. So spielen die Kornwestheim Cougars in der Landesliga Baden-Württemberg mit verkleinertem Teilnehmerfeld eine einzelne Runde. Fünf Teams haben insgesamt gemeldet, die vier Partien steigen im September und Oktober. Somit stehen für die Cougars zwei Heim- und zwei Auswärtsbegegnungen an. Eine Rückrunde gibt es nicht, ebenso wenig steigen Mannschaften ab. Und: „Den Teams wird nahegelegt, auf den Aufstieg zu verzichten“, heißt es zudem in der Maßgabe, die der AFCVBW im engen Austausch mit den Vereinen ausgearbeitet hat.

Nicht mit am Start sind im Herbst die eigentlichen Landesligisten Ostalb Highlanders und die Backnang Wolverines. „Es erfolgt keine Bestrafung, wenn Teams nicht spielen möchten oder zurückziehen“, heißt es vom AFCVBW.

„Der Verband hat wirklich stark reagiert“, sagt Andreas Geibel, Abteilungsleiter der Kornwestheim Cougars, „alles kann, nichts muss, das ist vorbildlich.“ Somit heißen die Gegner der Kornwestheimer im Herbst: Heidelberg Hunters, Leonberg Alligators, Mannheim Bandits und Neckar Hammers.

Dass die angepeilte Mini-Saison überhaupt stattfinden kann, liegt daran, dass zum heutigen 1. Juli die Corona-Verordnungen in Sachen Trainingsbetrieb gelockert wurden. Wäre das zwei Wochen später erst geschehen, wäre eine vernünftige Vorbereitung nicht mehr gewährleistet gewesen, die Spielzeit wäre abgeblasen worden. Da nun aber wieder Vollkontakt erlaubt ist, blicken die Teams gespannt in Richtung September.

Eine weitere Bedingung seitens des Verbandes war, dass bei Spielen auch Zuschauer zugegen sein dürfen. Wie das Land Baden-Württemberg mitteilt, sind vom 1. August an Veranstaltungen mit bis zu 500 Sportlern und bis zu 500 Besuchern erlaubt. Somit ist auch diese Vorgabe des AFCVBW erfüllt. „Da wollen wir zeigen, dass man auch während einer Pandemie mit Abstand und mit Maske Spaß haben kann“, so Geibel.

Doch nicht nur die Zuschauer dürfen sich freuen. „Es ist natürlich ein psychologisch positiver Aspekt“, sagt Geibel, „mit dem Signal: Wir haben nicht ein Jahr lang umsonst trainiert.“ Nun könnten die Spieler wieder ihr Können zeigen – und gleichzeitig an ihren Fähigkeiten feilen. „Wir können so auch den jungen und neuen Spielern Spielpraxis geben“, so Geibel, „das Team kann sich sportlich entfalten und reinarbeiten.“

Nicht überall wird dieses Jahr noch unter Wettkampfbedingungen Football gespielt. In der Oberliga Baden-Württemberg, die direkt über der Landesliga angesiedelt ist, fällt die Spielzeit nach Anhörung der Vereine komplett aus. Auch in den Kreisligen A und B ist für dieses Jahr Schluss.

Was dann im kommenden Jahr 2021 geschieht, weiß noch keiner so genau. Fakt ist: Planmäßig soll die Saison 2021 bereits im März starten. „Wir werden vorbereitet sein und hoffen das Beste“, so Geibel.

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