Basketball Ein Anfänger mit 50 Jahren Erfahrung

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Schwärmt für Basketball: Eberhard Blank Foto: z

Kornwestheim - Eigentlich passt der Begriff nur bedingt. Ein richtiger „Rookie“, also ein Anfänger, ist Eberhard Blank nicht wirklich, denn mit dem Basketballsport hat er schon vor 50 Jahren angefangen, als Teenager. Dennoch war es für den Kornwestheimer eine Premiere, als er im Mai des vergangenen Jahres erstmals in der Altersklasse Ü65 auflief. Mit der SG Möhringen trat der 65-Jährige bei den deutschen Meisterschaften in Karlsruhe an und holte den Titel. Und dabei durfte sich Blank dann irgendwie doch als Anfänger fühlen.

Ein halbes Jahrhundert ist Eberhard Blank mittlerweile in Sachen Basketball unterwegs. Im Schuljahr 1969/70 gründete er gemeinsam mit einem Sportlehrer am Ernst-Sigle-Gymnasiumeine Basketball-AG. „Ich war der einzige Basketballer weit und breit“, sagt er. Ruck, zuck hatte er als Schüler die alleinige Leitung des Angebots übernommen – und das in einer Stadt, in der vor allem Handball, Fußball oder natürlich auch Leichtathletik dominierten.

1971 machte Blank dann ernst: Bei 07 Ludwigsburg – die Basketballabteilung der DJK hatte sich erst wenige Monate zuvor dem Verein angeschlossen – durfte er als 17-Jähriger in der Zweitligamannschaft ran und holte mit dem Team mehrere Meisterschaften. „Das war damals gar nicht so einfach, mehrmals pro Woche abends nach Ludwigsburg und wieder zurück zu kommen“, erinnert er sich. Vier Jahre blieb er in der Barockstadt.

Nach dem Abitur entschied sich der 1,94 Meter große Hüne für ein Sportstudium in Tübingen. Sein Thema im 1. Staatsexamen: „Einstellung von Jugendlichen zum Basketballsport“. „Eine echte empirische Untersuchung war das“, sagt Blank. Beim SV, den heutigen Tigers, spielte der Center ebenfalls in der ersten Mannschaft und war außerdem leidenschaftlicher Trainer bei diversen Basketballprojekten. Während seiner Zeit in Tübingen etablierte in Kornwestheim die Skizunft eine eigene Basketballabteilung. „Das hat mich damals riesig gefreut“, so Blank.

1983 ging es weiter zur TSG Backnang. unter deren Dach er Projekte in Schulen sowie im Verein anschob und auch Jugendländerspiele organisierte. „Die jungen Spieler, die da zu Gast waren, sind später fast alle in der Bundesliga gelandet“, berichtet er stolz. Drei Jahre später die nächste Station als fest angestellter Sportlehrer: Fellbach. Dort brachte Blank eine weitere Basketball-AG auf den Weg und etablierte außerdem ein Angebot für Asylbewerber. Auch „Basketball um Mitternacht“ geht auf seine Initiative zurück. Im Jahr 1995 folgte dann nach Ludwigsburg und Tübingen der nächste Basketball-Bundesligist in Eberhard Blanks Vita: Ulm. „Dort haben wir ein riesiges Streetbasketballturnier auf dem Münsterplatz ausgerichtet“, erinnert er sich mit strahlenden Augen.

Im Seniorenbasketball wurde es schließlich von 2002 an ernst. Zahlreiche Teilnahmen an deutschen Meisterschaften – und Mitte des vergangenen Jahres der dritte Titel – sprechen für sich.

Eberhard Blank lebt Basketball, soviel steht fest. „Wenn ich auf irgendeinem Freiplatz Jugendliche spielen sehe, mache ich da auch mal mit – in Kornwestheim, aber auch im Urlaub“, sagt er. Bevor er sich für den Sport begeisterte, spielte er übrigens Handball beim TVK. Im Basketball würde er sich mehr Seniorenteams wünschen. Auch wenn er aus eigener Erfahrung weiß: „Die Bandagen werden natürlich nicht weniger.“

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