Basketball Micheal Washington ist auf dem Sprung

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Auch mal mit klarer Ansage: Micheal Washington (rechts). Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Irgendwann ist eben Schluss. Micheal Washington kehrt den Basketballern der Skizunft Kornwestheim nach der Saison den Rücken. Obwohl der Sportmanagement-Student erst 25 Jahre alt ist, kann man ihn mit Fug und Recht als alten Hasen bezeichnen. Seit fast 13 Jahren ist er im Verein, hat dort erst selbst gespielt und, teilweise gleichzeitig, stets eine Mannschaft trainiert. Vize-Abteilungsleiter ist er außerdem. „Jetzt brauche ich aber einen neuen Impuls“, sagt er.

Wenn man so will, hat Micheal Washington in Kornwestheim eine mustergültige Sportlerlaufbahn hingelegt. Als kleiner Steppke begann er in der Kindersportschule bei Heinz Bauer und Matthias Mörike. Mit fünfeinhalb Jahren kam er bereits zur Skizunft. „Und mit sechs habe ich meine erste Ski-Ausfahrt mitgemacht.“ Zum Basketball kam er mit etwa zehn Jahren. Zu diesem Zeitpunkt begeisterte er sich aber auch noch für die Leichtathletik – das Ganze dann beim SVK unter Trainerin Natja Stockhause. Mit 16 Jahren fiel dann die Entscheidung: Ausschließlich Basketball soll es sein. „Ich kann mich zwar auch für eine Einzelsportart begeistern“, sagt Washington, „aber dieser Teamgeist, der gibt einem schon unglaublich viel.“

Fortan spielte er als Aufbauspieler auf den Positionen 1 oder 2. „Ich habe sehr gerne geworfen und gerne verteidigt“, sagt er. 2012, da war er noch aktiv, machte er den ersten Aufstieg der Skizunft in die Bezirksliga mit – und wechselte dann zur BG Remseck, wo er eine Saison lang in der Landesliga spielte. Trainer im Jugendbereich der Kornwestheimer blieb er aber nach wie vor. Und ab 2013 übernahm er auch ab und zu die erste Männermannschaft als Coach – zum Beispiel, als vor ziemlich genau drei Jahren zwei Spieler während einer Partie massiv aneinandergerieten und als Resultat der damalige Übungsleiter Bernd Bluhm das Handtuch warf.

Damals hatte sich Abteilungsleiter Oliver Zirn für die letzten drei Saisonspiele „einen echten Hardliner“ an der Seitenlinie gewünscht. „Ich kann autoritär sein“, gesteht Washington und lacht. „Aber man muss erkennen, wann man Reizpunkte setzen und wann man auch mal zurückstecken muss.“ Alles in allem würde er sich als „demokratischen“ Trainer bezeichnen. „Vor allem in der Jugendarbeit ist es wichtig, den Spielern auch mal Freiraum zu geben.“ Denn: „Die Jungs sollen auch mitdenken.“

Dass er nicht mehr selbst aktiv ist, ist übrigens keiner Verletzung geschuldet. „Wenn ich etwas mache, dann zu 100 Prozent. Und man kann sagen, dass mir das Coachen einfach wichtiger war.“ Und als Trainer hat er zum Beispiel im Jahr 2013 die U20 zum Titel in der Landesliga geführt. „Das war interessant, weil die Spieler ja alle ungefähr so alt waren wie ich selbst“, erinnert er sich.

Als Erfolg bezeichnet Micheal Washington aber auch das, was er gemeinsam mit der übrigen Abteilungsleitung in Sachen Basketball aufgebaut hat. „Die Wirkung auf Athleten und auf die Kinder, die ist für mich das Wichtigste.“ Diese Prämisse habe er von Hanspeter Sturm, der grauen Eminenz des Kornwestheimer Sports, abgeschaut.

Und was kommt jetzt? „Ich werde dem Basketball definitiv erhalten bleiben“, sagt der Mann, der als Projekt während seines Freiwilligen Sozialen Jahrs beim Baden-Württembergischen Basketball-Verband die erste Basketball-AG an der Schillerschule ins Leben rief, an der Grundschule also, die er selbst als Kind besuchte. Ein Engagement im Profibereich oder in der Nachwuchsbundesliga wäre ganz nach Micheal Washingtons Geschmack. „Es gibt natürlich Vereine, mit denen ich gesprochen habe“, verrät der Inhaber der B-Lizenz, also des zweithöchsten Trainerscheins. Damit wäre im Aktivenbereich die 3. Liga möglich. Ihn interessiert aber auch das Geschäft um den Basketball herum. Da kommt ihm sein Studiengang zugute, den er in Künzelsau belegt hat.

Im April stehen mit der U18, die er derzeit noch trainiert, aber zunächst die baden-württembergischen Meisterschaften an. Darauf liegt Micheal Washingtons Fokus. Alles andere kommt danach.

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