Flüchtlinge in Schwieberdingen Turnhalle wird zu Notunterkunft

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Schwieberdingen reiht sich ein in eine lange Reihe von Kommunen. Auch in Asperg wurde die Stadthalle als Notunterkunft hergerichtet. Foto: Jürgen Bach

In Schwieberdingen fehlt es, wie in anderen Kommunen, an Plätzen für Geflüchtete. In wenigen Wochen werden die bestehenden Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft sein, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Deshalb richten Mitglieder des Roten Kreuzes und der Feuerwehr zusammen mit dem Bauhof die Turn- und Festhalle am Herrenwiesenweg in den Herbstferien als Notunterkunft her.

Zurzeit wohnen 204 ukrainische Geflüchtete in Schwieberdingen, davon 100 in einer vom Landratsamt angemieteten Unterkunft. 62 in gemeindeeigenen Unterkünften und 42 in privaten Wohnräumen. Stand heute kann die Gemeinde noch etwa 50 Geflüchtete aufnehmen. Die Zahl sinke jedoch durch die Zuweisungen des Landkreises von Woche zu Woche.

„Wir versuchen, die Situation durch das Herrichten von gemeindeeigenen Wohn-räumen, wie zum Beispiel dem ehemaligen Hausmeisterhaus am Herrenwiesenweg, zu verbessern. Gleichzeitig ist absehbar, dass in wenigen Wochen alle Flüchtlingsunterbringungen bis zur Kapazitätsgrenze voll belegt sein werden. Kurzfristig würden wir die Anmietung von Übergangsunterbringungen in Hotels in Erwägung ziehen. Es ist aber absehbar, dass diese Anstrengungen bei einem weiteren Zustrom nicht ausreichen“, sagt Bürgermeister Nico Lauxmann. In der Turn- und Festhalle könnten je nach Umbau- und Ausstattungsvariante bis zu 80 Personen untergebracht werden.

Der Wegfall der Halle für den Schul- und Vereinssport stelle eine besondere Härte dar, sagt Lauxmann. „Wir haben vielfach beraten, ob es eine andere Lösung geben kann. Dies ist aber aufgrund der aktuellen Zuweisungen nicht der Fall.“ Um die Turn- und Festhalle baldmöglichst wieder ihrer ursprünglichen Nutzung zuzuführen und für das Vereins- und Schulleben bereitzustellen, bittet die Kommune Bürger, weiterhin privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die Mietverträge werden direkt mit Geflüchteten geschlossen, die Gemeinde ist bei der Vermittlung behilflich.

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