Fußball Becker: „Es wird langsam ganz schön zäh“

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Wann geht’s für den SVK und Kapitän Marco Reichert (rechts) weiter? Das steht noch in den Sternen. Foto: Archiv/Peter Mann

Kornwestheim - Derzeit ruht der Ball. Und zwar so richtig. Zwar treffen sich die Landesliga-Fußballer des SV Kornwestheim im Internet zum Videotraining und messen sich auch über eine Lauf-App. An Übungen mit dem runden Leder ist in der zweiten Corona-Welle aber nicht zu denken. „Es wird langsam ganz schön zäh“, sagt Trainer Sascha Becker, der sich Klarheit wünscht, was den Fortgang der Spielzeit betrifft.

Zweimal die Woche ist Lauftraining angesagt, die absolvierten Kilometer werden in einer App gesammelt und verglichen. Fast 9500 sind bislang zusammengekommen. Einmal pro Woche gibt es eine gemeinsame Video-Fitnesseinheit und danach auch mal das virtuelle Beisammensein beim Feierabendbier. „Da können die Jungs dann auch in großer Runde ein bisschen quatschen“, so Becker, „aber mehr können wir derzeit nicht machen.“ Das große Problem sei, dass es für die Spieler keinen Fixpunkt gebe, auf den sie hinarbeiten könnten. „Wenn man Essen zu lange warmhält, ist es irgendwann nicht mehr genießbar“, vergleicht Becker, der dennoch um die Intensität des Individualtrainings weiß. „Was wir einfordern, ist wirklich anstrengend.“ Man wolle aber nicht riskieren, auf die zwar wenig wahrscheinliche, aber nicht komplett auszuschließende Wiederaufnahme des Spielbetriebs nicht vorbereitet zu sein.

Am 27. Februar hätte es in der Landesliga nach der Winterpause weitergehen sollen, der SVK hätte als Tabellen-Drittletzter bei der TSG Öhringen rangemusst. „Dass wir im Februar oder auch im März auf den Platz zurückkehren, halte ich für unwahrscheinlich“, sagt Becker.

Der SVK-Übungsleiter sieht eigentlich nur zwei Möglichkeiten, wie es weitergehen könnte. Zunächst wäre da der komplette Abbruch und ein Neustart nach der Sommerpause. „Ich will mir jetzt aber nicht nachsagen lassen, dass ich die Saison abbrechen will, weil wir gerade selbst unterm Strich stehen.“ Also bringt er eine weitere Alternative ins Spiel. Eine Unterbrechung der Spielzeit, die dann im August weitergehe. „Eine Hauruck-Aktion ab April mit acht bis neun Spielen plus Relegation bis Juni halte ich für komplett unrealistisch.“ Schließlich bräuchten die Teams auch noch eine gewisse Zeit der Vorbereitung, der Coach spricht hier von mindestens vier Wochen. Becker hat darüber hinaus zum einen die vielen anderen Kornwestheimer Vereine im Kopf, die sich allesamt die örtlichen Plätze teilen müssten. Zum anderen sei dieses Pensum für die ehrenamtlichen Helfer kaum leistbar.

„Ich halte nichts davon, im 14-Tage-Rhythmus hingehalten zu werden“, betont Becker. Schwierig sei, dass man derzeit rein gar nichts planen könne. Es sei nun fast Mitte Februar, und es gebe noch immer keine Anzeichen dafür, wie es denn weitergehe. „Jetzt braucht es auch mal seitens des Württembergischen Fußballverbandes Klarheit“, fordert der Kornwestheimer Trainer – spätestens jetzt, wenn an diesem Mittwoch die Ministerpräsidenten wieder mit der Kanzlerin zusammenkommen, um das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beratschlagen. Ihm sei aber sehr wohl bewusst, dass der WFV sich mit allen möglichen Szenarien befassen müsse. „Es gibt ja Vereine, auch und vor allem in höheren Klassen, die für die aktuelle Saison richtig Geld in die Hand genommen haben“, sagt Becker. Gehe es dabei dann um Regressforderungen aufgrund eines etwaigen Liga-Abbruchs, müsse sich der Verband auch damit beschäftigen.

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