Fußball Becker geht vom Saisonabbruch aus

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Geht’s wirklich noch mal weiter? Sascha Becker hat da so seine Zweifel. Foto: Archiv/Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Kornwestheim - Nein, im Vordergrund stehe der Fußball in diesen Tagen wahrhaftig nicht. „Wichtig ist, dass wir uns daran halten, was uns vorgegeben wird“, sagt SVK-Trainer Sascha Becker. Wenn die Bevölkerung das schaffe – wenig bis gar keinen Kontakt zu den Mitmenschen –, könne man irgendwann auch wieder über Fußball nachdenken.

Allerdings: Auch er selbst denkt dieser Tage ab und zu an den Sport mit dem runden Leder, der zur Zeit komplett stillsteht. Wie soll die Saison weitergehen? Und wann? Ist es überhaupt möglich, die Spielzeit noch zu Ende zu führen? Die Rahmenbedingungen für sein Team: In Staffel 1 der Landesliga hatte der SVK 18 Spiele absolviert, bevor es zum großen Shutdown kam. Das bedeutete Platz 11 und somit den letzten direkten Nichtabstiegsrang. Platz 12 hätte die Relegation bedeutet.

„Ich persönlich glaube nicht daran, dass die Saison noch weitergeführt wird“, sagt Becker. Im Amateurbereich ernsthaft die Sommerferien durchzuspielen? Nein, urlaubstechnisch wohl kaum möglich. „Und die vielen Nachholspiele kriegt man niemals unter, weil ja in allen Ligen Spiele ausgetragen werden müssten.“ So viele Fußballplätze gebe es gar nicht. „Irgendwo spielt immer irgendwer.“

Becker geht also davon aus, dass die Saison abgebrochen wird. Und, so ehrlich ist er angesichts der Tabelle: „Wie das gewertet wird, ist mir eigentlich egal. Sportlich sehe ich die Sache entspannt.“ Der SVK stehe über dem Strich.

Und dass es wirklich zu Verschiebungen durch Auf- und Absteiger kommt, hält der Übungsleiter für reichlich unwahrscheinlich. Vielmehr kann er sich vorstellen, dass im Spätsommer wieder bei Null begonnen wird. In Sachen Kaderplanung geht der SVK derzeit trotz Pandemie seinen Weg. „80 Prozent der Spieler haben schon für die neue Saison zugesagt“, gibt Becker zu Protokoll, „also jeder, mit dem wir bisher gesprochen haben.“ Das laufe zur Zeit alles über WhatsApp oder per Telefon. Einzig der Verbleib von Allrounder Kaan Demir ist fraglich. Er würde im Sommer gerne für ein Jahr ins Ausland – vorbehaltlich der globalen Entwicklungen in Sachen Coronavirus.

Zu Beginn der Woche konnte der Verein zudem einen Haken hinter die künftige Zusammensetzung des Trainerteams setzen: Mit Chefcoach Sascha Becker, Trainervater und Betreuer Rainer Becker, Athletiktrainer Manfred Reichert und Torwarttrainer Sven Ladenburger bleibt alles beim Alten.

Neu ist hingegen die Tatsache, dass sich die Spieler eines Fußball-Landesligisten Ende März, wenn es normalerweise auf die heiße Endphase der Saison zugeht, einfach so, ohne gemeinsames Training fit halten müssen. Auch dabei kommt das Internet ins Spiel. „Die Jungs nutzen eine App, die die gelaufenen Kilometer addiert“, weiß Becker. In der vergangenen Woche, also von 16. bis 22. März, seien satte 400 Kilometer zusammengekommen. „Wobei Rinor Redjepi alleine mehr als 50 Kilometer absolviert hat“, sagt Becker und lacht. Es folgten Philipp Böhl mit 48 und Kapitän Marco Reichert mit immerhin 38 Kilometern.

Denn, soviel ist sicher: „Die Teams, die am fittesten sind, punkten in der neuen Saison auch als Erstes.“ Wann auch immer die neue Spielzeit dann beginne, ergänzt der Trainer.

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