Fußball Bei Heimspielen heißt es traditionell: „Servus!“

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Entscheidend ist auf’m Platz – mindestens Foto: z

Kornwestheim - Es ist ein ganz bestimmtes Wort, das bei Heimspielen der SVK-Kicker ein ums andere Mal gebraucht wird. Dabei hat der Begriff eigentlich nichts mit Sport zu tun, mit Fußball im Speziellen schon gar nicht. Es ist eine simple, kurze Begrüßungsfloskel die da lautet: „Servus!“

So begrüßt Uli Weber gefühlt jeden einzelnen Zuschauer auf der Tribüne im Stadion oder am Rande des Kunstrasenplatzes, je nachdem, wo die Mannen von Coach Sascha Becker gerade ihre Partien austragen. Allerdings hat der 63-Jährige nicht nur aus purer Freundlichkeit ein paar persönliche Worte für jeden parat. Er will Geld. Denn Weber kassiert den Eintrittspreis, den jeder Besucher zu entrichten hat – es sei denn, er oder sie gehört unmittelbar zu den Mannschaften, die sich da gerade auf dem Platz tummeln, oder es gibt einen sonstigen triftigen Grund, den Geldbeutel stecken zu lassen. Die Pressevertreter zum Beispiel müssen auch nicht bezahlen. Hier bliebt es einfach so beim „Servus“.

Doch die obligatorische Runde rund ums Spielfeld ist nicht alles für den Mann, der an der Basecap mit dem Schild nach hinten üblicherweise sofort zu erkennen ist. Er ist auch für viele Abläufe rund um die Heimspiele verantwortlich, sorgt für Trainingsutensilien, bringt die Trikots zur Wäscherei und holt sie wieder ab. Außerdem fallen die Abrechnungen mit den Schiedsrichtern in seinen Aufgabenbereich. „Ab der Landesliga läuft das aber über den Verband“, sagt der Mann, der ursprünglich aus Blaustein nahe Ulm stammt und nach wie vor familiäre Bindungen dorthin unterhält.

Weber, gelernter kaufmännischer Angestellter, kam einst aus beruflichen und persönlichen Gründen nach Kornwestheim, wie er selbst sagt. Im Kornwestheimer Verein war er schon lange mit dabei, schon bevor dieser überhaupt zum SVK wurde. Weber war Vorsitzender des einstigen FVK, nach der Verschmelzung blieb er Präsidiumsmitglied. Nach einem Schlaganfall gab er dieses Amt im Jahr 2010 jedoch auf, wurde nur zwei Jahre später aber zum Fußball-Abteilungsleiter gewählt. Inzwischen ist er Spielleiter und kümmert sich, wie der Titel schon sagt, darum, dass das Spiel auch ordentlich laufen kann.

„Zu tun hat man immer“, sagt Weber, dem der Fußball in diesen Tagen sehr fehlt. Damals, in Ulm, hat er selbst noch gespielt, knapp zehn Jahre beim TSV Blaustein. In der Jugend kickte er sogar für den großen SSV Ulm 1846. „Von Sturm bis Abwehr, überall“, sagt er, „meistens aber im defensiven Mittelfeld oder als Außenverteidiger.“

Was Weber über die derzeitige Situation denkt, in der die vernünftige Fortsetzung der Saison immer unwahrscheinlicher scheint? „Mein Gefühl ist nicht so gut“, sagt er, „es wird dann ja auch schwierig, wenn die Spieler von fast Null plötzlich wieder anfangen müssen.“ Das werde alles sehr eng.

Übrigens geht auch die traditionelle Teilnahme der SVK-Aktiven am „Bad Blau“-Cup in der Winterpause auf Webers Konto – natürlich. Jeweils ein Wochenende verbringt bereits seit vielen, vielen Jahren ein bunt zusammengewürfelter Haufen Kornwestheimer Kicker beim Hallenturnier in der Blausteiner Lix-Sporthalle. Auch Uli Weber ist dann stets dabei – und wahrscheinlich begrüßt er auch bei diesem Anlass seine alten Freunde und Bekannten am Spielfeldrand mit seinem markanten „Servus!“.

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