Fußball Der Abend der Entscheidung

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Flehen oder Beifall? Eines davon wird’s für SVP-Coach Andreas Eschenbach. Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Alles oder nichts, hopp oder top, Sekt oder Selters – man könnte noch viele weitere Phrasen bemühen, um zu beschreiben, um was es an diesem Freitagabend für den SV Pattonville geht. Nichts weniger als der Verbleib in der Bezirksliga steht auf dem Spiel, wenn der SVP um 19.30 Uhr auf eigenem Platz gegen den Pokalsieger und sicheren Zweiten Croatia Bietigheim antritt.

Die komplizierte Konstellation vor diesem letzten Spieltag: Der SVP, derzeit auf Relegationsplatz 14, bleibt drin, wenn er gewinnt und gleichzeitig 07 Ludwigsburg (13.) beim TSV Schwieberdingen (7.) unentschieden spielt oder verliert. Die Barockstädter haben einen Punkt Vorsprung. Für den Fall einer Ludwigsburger Niederlage reicht dem SVP aufgrund des um zehn Treffer besseren Torverhältnisses also auch ein Remis. Das gleiche gilt für den TV Aldingen (gegen Marbach) auf Platz 12, der punktgleich mit 07 ist und ebenfalls ein schlechteres Torverhältnis als der SVP vorweist. Bei Platz 14 bleibt es bei einem Sieg, wenn Ludwigsburg und Aldingen ebenfalls gewinnen. Im Falle eines Pattonviller Unentschiedens oder einer Pleite kommt auch noch der Tabellen-15. SV Riet (punktgleich, 21 Tore schlechter) ins Spiel. Der tritt gegen den Dritten FSV Bissingen 2 an und müsste somit ebenfalls unentschieden spielen oder verlieren, damit es der SVP noch in die Relegation schafft. Allerdings hängt die Pattonviller Platzierung dann ebenfalls von den Ergebnissen von 07 und Aldingen ab – denn auch bei einem Unentschieden ist der direkte Klassenverbleib für den SVP noch möglich. Der SVP steigt direkt ab, wenn er selbst unentschieden spielt oder verliert und Riet (im Falle einer Pattonviller Niederlage) gleichzeitig mindestens unentschieden spielt oder (im Falle eines Pattonviller Unentschiedens) gewinnt.

Soweit die Statistik. Doch Fußball lebt bekanntlich von Emotionen. Auch beim SVP. „Die Stimmung ist gut, aber stellenweise angespannt“, berichtet Andreas Eschenbach aus dem Innenleben seiner Mannschaft. „Es wird ein Spiel, nach dem es Freude oder Tränen gibt.“ Allerdings habe er sich fest vorgenommen, im Falle eines Abstiegs kein Weltuntergangsszenario zu zeichnen – „auch wenn wir dann unser Saisonziel klar verfehlt hätten.“

Eschenbach hofft, dass sich der Kontrahent bereits auf die anstehenden Aufstiegsspiele konzentriert. In Bestbesetzung treten die Bietigheimer auf keinen Fall an, da in Person von Zvonimir Zivic ihr Toptorjäger (29 Treffer) rotgesperrt fehlt. „Trotzdem hat Croatia einige gute Einzelspieler, die mit dem Ball umgehen können“, so Eschenbach.

Unterm Strich fallen seinem Team nun die Niederlagen gegen die falschen Gegner auf die Füße. „Hätten wir gegen die unteren Teams mehr gepunktet statt zum Beispiel gegen Eltingen, stünden wir jetzt ganz anders da“, fasst der Trainer zusammen. Beim SVP sollen es, abgesehen von den Langzeitverletzten Murat Cicek, Tobias Uhse und Simon Baum, die Akteure der vergangenen Wochen richten.

Beim SV Kornwestheim herrschen ganz andere Vorzeichen. Der Meister und Wiederaufsteiger in die Landesliga darf sein abschließendes Spiel zum Auftakt des eigenen Pfingstturnieres austragen. Das heißt: Zuschauer, Festzelt, Wimpelübergabe, Stimmung garantiert. „Die Rahmenbedingungen sind gegeben“, sagt Coach Sascha Becker vor der Partie gegen die SKV Rutesheim 2 (6.) an diesem Freitagabend um 19.30 Uhr.

Das Spiel wird auch im Zeichen einiger Verabschiedungen stehen. Für Co-Trainer Patrick Müller wird es berufsbedingt der letzte Auftritt an der Kornwestheimer Seitenlinie sein. Offensivmann Philipp Neils verlässt zumindest die erste Mannschaft, Urgestein und Innenverteidiger Carsten Schulze beendet seine Laufbahn. „Vor allem Carsten hat es verdient, dass wir in seinem letzten Spiel keinen Gurkenkick abliefern“, betont Becker, der neben Schulze auch die A-Jugendlichen Hendrik Rauscher und Max Haut in die Startelf beordert. Das Duo wird in der kommenden Saison fest zum Kader gehören.

Kurzum: „Ich will gewinnen“, sagt Sascha Becker, „danach feiert es sich schöner.“ Man werde sehen, wer danach die drei Tage Erholungszeit brauchen werde.

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