Fußball Im Tribünenschatten wird es etwas zu eng

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Niederlage gegen Croatia: Der TSC um Mustafa Ceyhan (weißes Trikot) kassiert die erste Testspielpleite. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Es hatte schon einen Grund, weshalb der Türkische SC Kornwestheim genau am vergangenen Freitag auf seiner Facebookseite folgenden Beitrag veröffentlichte: „Liebe Mitglieder und Sportfans, damit wir in Zukunft weiterhin uneingeschränkt Fußball spielen können, bitten wir Sie höflichst, unser individuelles Hygienekonzept zu beachten und zu befolgen.“ Es folgten zahlreiche Vorgaben und Hinweise, die in Zeiten von Corona nun mal notgedrungen einzuhalten sind.

Was war passiert? Wie Freie-Wähler-Stadtrat Markus Kämmle bei der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete, seien beim Testspiel des TSC am vorvergangenen Sonntag gegen Slaven Stuttgart (6:2) Menschen auf den Stadionrängen wohl deutlich zu nah beieinander gesessen. Auf Nachfrage will das der Vereinsvorsitzende Hakan Ayan nicht wirklich verneinen, nennt aber auch Gründe dafür. „Bei der Hitze sind auch die Auswechselspieler der Mannschaften auf die Tribüne in den Schatten ausgewichen.“ Und dort habe es keine Abstandsmarkierungen gegeben. „Wir sind mit dem Stadtverband in Kontakt und haben das geklärt“, so Ayan. Es sei aber definitiv nicht so, „dass zwischen 100 und 200 Leute da waren“.

Beim Spiel einen Tag zuvor gegen die Freiberger A-Jugend und auch am vergangenen Sonntag gegen Croatia Bietigheim habe alles einwandfrei geklappt. Beide Partien hatten jeweils auf dem Kunstrasen an der Bogenstraße stattgefunden. „Und gegen Croatia haben wir wirklich zwei Leute abgestellt, die Zuschauer permanent darauf aufmerksam zu machen, Abstand zu halten und, wenn nötig, ihre Masken zu tragen“, betont Ayan. Dass der TSC die Besucherdaten erfasse und Desinfektionsmittel bereitstelle, verstehe sich von selbst. „Es ist, wie für alle anderen, auch für uns Neuland“, fügt Ayan hinzu.

Sportlich hat der TSC am Sonntag erstmals seine Grenzen aufgezeigt bekommen. Gegen das Bezirksliga-Topteam von Croatia Bietigheim setzte es eine 0:5 (0:3)-Pleite. „Dabei hat man aber auch gemerkt, dass der Trainer nicht da war“, so Ayan. Coach Erkan Kilic war der Begegnung wegen eines Trauerfalles in der Familie ferngeblieben. So verpasste er auch, wie seine Schützlinge in den ersten 20 Minuten – abgesehen von einem Gegentor von Flamur Nurshaba (6.) – vieles richtig machten. Danach folgten ein paar individuelle Fehler, die Croatia zu nutzen wusste. „Da wurde schon ein Klassenunterschied deutlich“, stellt Hakan Ayan fest, „und vielleicht kam das Testspiel gegen einen solchen starken Gegner auch ein bisschen zu früh.“

Etwas Zeit hat der runderneuerte TSC noch, bevor es am 30. August in der ersten Runde des Bezirkspokals ernst wird. Die Saison in der Kreisliga A 2 beginnt dann am 6. September mit dem Spiel bei der Spvgg Warmbronn. Das nächste Testspiel ist derweil für Sonntag, 2. August, angesetzt: Dann führt die Reise in einen Leonberger Teilort zum Bezirksliga-Aufsteiger SV Gebersheim. Anpfiff ist um 14 Uhr.

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