Fußball Rätselraten um Dritas 4:3-Sieg

Von Marius Venturini und Andreas Klingbeil
Siegt mit Drita: Spielertrainer Shpetim Muzliukaj. Foto: Archiv/Horst Dömötör

Rätselraten gab die Partie in der Fußball-Bezirksliga von Drita Kosova Kornwestheim beim TSV Merklingen vom Mittwochabend auf. Sind die Ergebnisse im Portal fussball.de normalerweise spätestens eine Stunde nach Spielschluss zu finden, tauchte das Resultat erst am Donnerstagmorgen auf. „Unstimmigkeiten zwischen den Vereinen“, lautete die Begründung.

Zwei unterschiedliche Halbzeiten

Beim 4:3-Auswärtssieg der Kornwestheimer sahen die Zuschauer zwei völlig verschiedene Hälften. Der spielende Merklinger Trainer Gianluca Crepaldi (17.), Gazi Ekmen (38.) und Felix Laure (44.) hatten die dominanten Gastgeber in Durchgang eins mit 3:0 in Führung gebracht. Paul Immler hätte noch erhöhen können, traf aber das leere Tor nicht. Im zweiten Durchgang habe der Referee Holger Sanders sein Team dann „komplett runtergepfiffen“, so Crepaldi.

Per Elfmeter verkürzte der eingewechselte Gentrit Halimi auf 1:3 aus Drita-Sicht (56.). Tugrul Yalman nach einer Ecke (61.) und Kreshnik Duraku per Kopf (76.) glichen gegen nach einer Gelb-roten Karte für Paul Oesterle mittlerweile dezimierte Merklinger zum 3:3 aus. Und in der Nachspielzeit gelang Yalman schließlich der Treffer zum Auswärtssieg. Shaban Ismaili sah in der Nachspielzeit jedoch noch die Ampelkarte.

Crepaldi vermutet einen Vorfall

Der Elfmeter war für Merklingens Coach Crepaldi genauso wenig berechtigt wie der Platzverweis. Eine stattliche Anzahl von Kosova-Fans habe, so Crepaldi, zudem für eine hitzige Atmosphäre gesorgt. „Wir gehen davon aus, dass da etwas vorgefallen ist“, sagte Crepaldi.

Dem widersprach der Staffelleiter Michael Heck, der mit Verantwortlichen beider Vereine und dem Schiedsrichter gesprochen hat. „Es gab keine Bedrohung oder einen Bestechungsversuch. Es waren zwei total unterschiedliche Halbzeiten.“ Für Merklingen gehe es um alles. „Da ist klar, dass die Gemüter hochkochen.“

Bei Drita will man davon ebenfalls nichts wissen

Auch der Kornwestheimer Spielertrainer Shpetim Muzliukaj wollte von Einschüchterungsversuchen des Unparteiischen nichts wissen. Die hitzige Atmosphäre hatte aber auch er wahrgenommen. „Die Merklinger, auch einer der Ordner hinter dem Tor, haben den Schiri alles geheißen“, sagt er. Und die Drita-Fans? Sein Team selbst habe mit dem Schiedsrichter keine Probleme gehabt. „Aber natürlich haben wir uns gefreut, dass die ein oder andere Entscheidung für uns ausgefallen ist.“ Und die Fans? Bei Spielen von Kosova seien regelmäßig viele Leute dabei. Aber nach der Partie sei überhaupt nichts passiert. „Wir haben zwei Kästen Bier gekauft, einen für uns, den anderen für die Fans, dann haben wir gefeiert“, so Muzliukaj.

Mit dem Erfolg ist Drita Kosova Tabellensiebter und hat sich damit endgültig aller Abstiegssorgen entledigt. Für die Merklinger auf Rang 16 dürfte der Neun-Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz eine zu große Bürde sein. Drita tritt an diesem Sonntag um 15 Uhr beim SV Perouse (8.) an. Beide Teams sind punktgleich, die Kornwestheimer haben jedoch eine Partie weniger absolviert.

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