Fußball So plant der SVK für die kommende Runde

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Auch er hat sich für ein weiteres Jahr beim SV Kornwestheim entschieden: Allrounder Timo Plitzner. Foto:  

Kornwestheim - Wie plant man einen Kader, wenn man sich nicht Auge in Auge mit den Spielern unterhalten kann? Wenn man nicht mal abends, nach dem Training, vielleicht bei einem Kaltgetränk beisammensitzen und fragen kann: „Hey, wie sieht’s denn bei dir für nächste Saison so aus?“

Fußball-Landesligist SV Kornwestheim ist in einer komfortablen Situation. Zum einen kann es dem Verein prinzipiell egal sein, dass die Saison aller Voraussicht nach abgebrochen wird, auch wenn die genauen Modalitäten noch nicht feststehen – der SVK steht als Elfter über dem Strich, hat also so oder so sportlich nichts zu befürchten. Zum anderen könnte die Mannschaft, so wie sie jetzt ist, locker die neue Saison gehen. Denn: Coach Sascha Becker hat 21 Zusagen für die kommende Runde, sämtliche Leistungsträger bleiben weiter an Bord.

Beim SVK war man besonders fix. „Schon vor der Corona-Pandemie hatten wir mit etwa der Hälfte der Spieler gesprochen“, sagt Becker. Heißt also, dass er sich sehr wohl noch mit den Akteuren zusammensetzen konnte. „Das waren auch keine langen Gespräche“, erinnert sich der Übungsleiter, „einmal habe ich an einem Abend fünf davon geführt.“ Das sei ein echter Vertrauensbeweis. Mit den restlichen Akteuren unterhielt sich Becker per (Video-)Telefon. „Fast allen gefällt es bei uns, sie glauben, dass wir etwas erreichen können.“

Nur hinter wenigen Personalien stehen derzeit noch Fragezeichen. Bei zwei zuletzt häufig verletzten Spielern liegt eine Fußballpause im Bereich des Möglichen. Einer kokettiert wegen zu weniger Einsatzzeiten mit einem Wechsel. Namen will Becker zum aktuellen Zeitpunkt noch keine nennen. Konkret wird er beim Allrounder Kaan Demir. Der Mann, der vor der Spielzeit von N.A.F.I. Stuttgart nach Kornwestheim gekommen war, liebäugelt mit einem einjährigen Aufenthalt in Argentinien – falls ihm coronabedingte Reisebeschränkungen keinen Strich durch die Rechnung machen.

Der Kader ist also bereits gut in Schuss. Becker denkt aber dennoch an Neuzugänge – auch wenn Gespräche über Wechsel in Zeiten von Corona nicht eben einfach sind. „Viele Spieler tun sich schwer, konkrete Zusagen zu machen, weil es eben noch nicht sicher ist, wo ihr Verein in der kommenden Saison spielt“, sagt Becker, der vor allem auf der defensiven Außenbahn uns in der Innenverteidigung noch nachlegen will.

Auf beiden Positionen in der Abwehr hatte der Coach in der Hinrunde teils waghalsig experimentieren müssen. In der Abwehrzentrale musste stellenweise Mittelfeldakteur Timo Plitzner ran. Paul Pacholak aus der Zweiten kam ebenfalls zum Einsatz, er sehe sich laut Becker aber nicht dauerhaft im Landesligateam. Bei den Außenverteidigern stellte der kurzfristige Abgang von Zdenek Polizoakis vor der Saison Becker vor ungeahnte Schwierigkeiten. Und jetzt folgt womöglich auch noch die Auslandsvisite von Kaan Demir. „Wir haben aber keinen Druck und können in Ruhe schauen, was sich so entwickelt und wer sich vielleicht anbietet“, bleibt Becker ruhig.

Das solle jedoch keinesfalls heißen, dass man beim SVK gänzlich untätig ist und ausschließlich wartet, was da kommt. Becker greift sehr wohl ab und zu zum Telefon, lässt Kontakte spielen und erkundigt sich nach dem ein oder anderen Spieler. Vor allem auf der Position des Außenverteidigers könnte sich der Trainer sehr wohl eine junge Nachwuchskraft vorstellen. „Aber wenn es ein älterer Spieler wird, dann ist es eben ein älterer“, zeigt er sich in Sachen Erfahrung wenig wählerisch.

An eine besondere Personalie hat man beim SVK indes erst dieser Tage einen Knopf gemacht: Torwartcoach Sven Ladenburger hängt ein weiteres Jahr bei den Kornwestheimern dran. Damit bleibt das Team aus Sascha Becker, Co-Trainer und Angreifer Dominik Janzer, Fitnesstrainer Manfred Reichert und eben Sven Ladenburger auch in der neuen Spielzeit unverändert – wann auch immer die Runde beginnen wird.

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