Fußball SVK mit Befreiungsschlag

Von Marius Venturini
Erst stark, dann verletzt raus: Kornwestheims Dany Abdul-Karim. Foto: avanti

Zugegeben: Das schönste Tor des Nachmittags gelang dem FV Löchgau II. Clemens Seddon legte in der 84. Minute all seinen Frust in einen Schuss aus etwa 30 Metern – und drosch den Ball sehenswert ins rechte Eck des SVK-Gehäuses. So wirklich freuen konnte er sich allerdings nicht darüber. Beim Stand von 4:1 für den Landesliga-Absteiger SV Kornwestheim war die Begegnung längst entschieden.

Das lag auch daran, dass der SVK nach all den missratenen Partien zuletzt diesmal wirklich ordentlich spielte. „Besser geht’s natürlich immer“, zeigte sich Kornwestheims Coach Markus Koch nach Abpfiff pragmatisch. Vor allem die Löchgauer Dreierkette habe seine Mannschaft zu Beginn vor eine Herausforderung gestellt. „Nachdem wir uns darauf eingestellt hatten, hatten wir aber viele Ballgewinne und haben stark umgeschaltet“, lobte er. Sein Team ließ die FV-Reserve, bei der Ex-SVK-Interimstrainer Patrick Müller im Sturm auflief, nicht zur Entfaltung kommen.

Schon nach zehn Minuten brachte Stefano Nicolazzo seine Farben auf die Siegerstraße. Nico Schürmann war auf der linken Seite in den Strafraum eingedrungen und hatte quergespielt. Und nachdem sich Nicolazzo das Leder passgenau zurecht gelegt hatte, ließ er FV-Keeper Patrick Henne keine Chance. Das gefiel auch dem Ex-SVK-Trainer Sascha Becker, der das Geschehen gemeinsam mit dem ehemaligen Kornwestheimer Athletikcoach Manfred Reichert verfolgte. Nach der einzigen echten FV-Gelegenheit von Marcel Fischer, die SVK-Keeper Louis Wolf per Fußabwehr vereitelte, erhöhte Schürmann nach einem starken Pass von Kapitän Marco Reichert auf 2:0 (28.). Es spielten ausschließlich die Gastgeber, wenngleich bis zur Pause weitere Treffer ausblieben.

Doch nach Wiederbeginn brauchte der SVK nicht lange. Dany Abdul-Karim, der später nach einem Zusammenprall ausgerechnet mit Patrick Müller ausgewechselt werden musste, wurschtelte sich über die linke Seite durch. Sein Querpass fand schließlich Außenverteidiger Philipp Böhl, der aus 23 Metern draufhielt und den Ball halbhoch im Netz versenkte (48.). Auch Issa Miras 4:0 (57.) nach einem Pass von Marcel Kunberger war durchaus schön anzusehen. In der 78. Minute traf Nico Schürmann die Latte, in den abschließenden zehn Minuten agierte der SVK noch etwas schluderig in der Defensive. Der Sieg war dennoch hochverdient. „Wir hätten das Ergebnis noch verbessern können, wenn wir etwas cleverer gewesen wären“, so SVK-Coach Koch, dessen Team jetzt auf Rang elf steht.

SV Kornwestheim: L. Wolf – Abdul-Karim (65. M. Wolf), Plitzner, Strehlow, Böhl – Stahl, S. Nicolazzo – Mira, Reichert, Marcel Kunberger (74. Max Kunberger) – Schürmann (84. Demir)

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