Fußball SVP kämpft um einen Platz in der Bezirksliga

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Der SVP steht wieder auf dem Trainingsplatz, obwohl die Chancen auf weitere Spiele gering sind. Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Die Saison 2019/20 ist für die Fußballer des SV Pattonville aller Voraussicht nach beendet. Nach der coronabedingten Unterbrechung des Spielbetriebs hat der Württembergische Fußballbund (WFV) einen Entwurf vorgelegt, der den SVP-Verantwortlichen überhaupt nicht schmeckt. Wenn der Vorschlag des WFV an seine Vereine eins zu eins umgesetzt wird – wie vielerorts über eine Quotientenregelung –, schafft nur der Erste den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse. Absteiger soll es keine geben. Der SV Pattonville, der zum Zeitpunkt des Abbruchs auf dem zweiten Tabellenplatz in der Kreisliga A1 lag, würde bei dieser Regelung in die Röhre schauen.

„Damit wird ein Zweitplatzierter gleich behandelt wie ein Tabellenletzter, der womöglich auch schon rechnerisch abgestiegen ist“, moniert der Pattonviller Trainer Marc Bachhuber. Und nicht nur beim SVP regt sich Widerstand: Ein Zusammenschluss aus mehreren Vereinen aus dem Verbandsgebiet möchte sich mit der Auf- und Abstiegsregelung nicht abgeben. Federführend in der Diskussion mit dem WFV ist der KSV Zrinski Waiblingen. Der Tabellenzweite der Kreisliga A1 Rems/Murr hatte jüngst eine vierseitige Stellungnahme an den WFV gesendet und darin seinen Unmut über den aktuellen Vorschlag formuliert. Im Kern fordert das Papier vier Punkte: •Bei Saisonabbruch soll der Zweite direkt aufsteigen.•Sollte der Zweite nicht direkt aufsteigen, muss eine Aufstiegschance bestehen (zum Beispiel über eine Relegation).•Nach Anwendung der Quotientenregel soll es auch Absteiger geben.•Sollte im Jahr 2020 kein Fußball mehr gespielt werden, sollte die aktuelle Saison im März 2021 zuende gespielt werden.

Gemeinsam mit anderen Clubs unterstützt der SV Pattonville die formulierten Forderungen. „Wir wollen einfach eine sportlich faire Lösung“, sagt SVP-Vorstand Michael Uhse, „der Verband hat die Vereine ermutigt, sich an der Diskussion zu beteiligen. Hoffentlich war das kein leeres Versprechen.“

Die bevorzugte Lösung der Pattonviller Verantwortlichen wäre die Anwendung des „Schleswig-Holsteiner Modells“, in dem sowohl der Meister als auch der Vize den Gang nach oben antreten dürfen. Gerade in der aktuellen Corona-Situation, in der die Vereine ohnehin zu kämpfen hätten, wäre ein Entgegenkommen in dieser Sache ein positives Signal, sagt Michael Uhse. „Es wäre der richtige Zeitpunkt, das ehrenamtliche Engagement, das wir seit Jahren leisten, damit einmal zu würdigen.“

Sollte der WFV auf seinem Vorschlag beharren, schließen die Pattonviller auch rechtliche Schritte für die Durchsetzung ihrer Forderungen nicht aus. „Sollten die Vereine in diesem Fall eine Sammelklage anstreben, würden wir uns dieser anschließen“, betont Uhse.

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