Fußball Vierfacher Janzer bringt dem SVK den Sieg

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Traf vierfach: Dominik Janzer (rechts) Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Rainer Becker, SVK-Mannschafts­betreuer und Trainervater, gestikulierte in Richtung Publikum, reckte beide Daumen nach oben. Es sollte nicht etwa Lob für außergewöhnlich große Unterstützung bedeuten. Becker senior teilte so den Zwischenstand beim Bezirksligaspiel von Croatia Bietigheim beim TSV Schwieberdingen mit. 1:1 hieß es dort kurz vor dem Ende – und ein Remis des schärfsten Verfolgers hätte dem SV Kornwestheim ganz hervorragend in die Karten gespielt. Am Ende traf Bietigheims Gianluca Annun­ziata aber doch noch zum 2:1, mit dem die ­Situation an der Tabellenspitze nach Punkten unverändert blieb.

Weshalb die SVKler so viel Zeit und ­Muse hatten, sich mit dem Geschehen auf fremden Plätzen zu beschäftigen? Weil im Stadion an der Jägerstraße schon früh alles entschieden war. Mit 6:1 bezwangen die Kornwestheimer den FC Marbach, der somit im Tabellenkeller immer weniger Luft zum Atmen hat. Allerdings: Die Gäste starteten gut und gingen überraschend sogar in Führung. Pierre Fees schoss einen Freistoß aus zentraler Position aufs Tor. SVK­­-Keeper Louis Wolf spekulierte darauf, dass Marbachs Baldino Oliveri noch an den Ball kommen würde – tat dieser aber nicht. So trudelte das Leder ins Netz (6.). Doch die Freude beim FC hielt gerade eine Minute. Dann war Kornwestheims Kapitän Marco Reichert über die linke Seite seinen Bewachern entwischt und schob cool zum 1:1 ins lange Eck ein (7.).

Schon Defensivmann Philipp Böhl, überraschend auf der offensiven Kornwestheimer Außenbahn aufgeboten (Coach Sascha Becker: „Ich habe es ihm am Morgen per Whatsapp mitgeteilt. Da hatte ich irgendwie eine Eingebung.“), hätte seine Farben in Führung bringen können (9.). Dominik Janzer tat es schließlich. Im FC-Strafraum schlug Lukas Danner bei einer Kopfball-Hereingabe von Böhl, der auf der neuen Position gleich drei Torvorlagen gab, ein Luftloch. „DJ“ bedankte sich (13.).

Danach wehte ein Hauch von Tiki-Taka durchs Stadion. Eine sehenswerte Kombination über sechs Stationen schloss, natürlich, Janzer zum 3:1 ab (16.). Dann schaltete der SVK einen Gang zurück, was Marbach allerdings nicht ausnutzen konnte. Keine einzige weitere FC-Chance gab es in Hälfte 1. Die einzige nennenswerte Kornwestheimer Aktion kam von Stefano Nicolazzo, der nach Janzer-Pass an Schlussmann Armando Mora Estrada scheiterte (45.).

Die zweite Halbzeit begann dann wieder mit Offensivdrang des SVK, kurz unterbrochen von Marbachs Fees, der an Louis Wolf hängen blieb (48.). Zuvor hatte in derselben Minute auf der anderen Seite Mora Estrada gegen den eingewechselten Berkan Yürükoglu pariert. Dann war wieder Zeit für Tore: Janzer startete in die Gasse, umkurvte Mora Estrada und schoss aus spitzem Winkel zum 4:1 ein (50.). Und nach einem ungenauen Zuspiel des FC-Torspielers nahm er den Ball direkt und versenkte ihn aus der Distanz zum 5:1. Aus der Entfernung versuchte es in der 63. Minute auch Stefano Nicolazzo – und traf zum 6:1.

Die Sache war gelaufen, als tatsächlich auch Marbach zu einigen Gelegenheiten kam. SVK-Außenverteidiger Gianluca Calaciura klärte gegen Nicolas Lach (68.), Louis Wolf gegen den eingewechselten Nderim Misimi (69.). Tugay Kizilirmak traf aus 16 Metern das leere Kornwestheimer Tor nicht (77.). Ein Kunststück, das er drei Minuten später aus fünf Metern wiederholte. Ein Freistoß knapp am Winkel vorbei von Kornwestheims Mirsad Vejselovic war die letzte Aktion eines kurzweiligen Fußballspiels.

„Nach dem frühen Rückstand haben wir eine gute Reaktion gezeigt“, freute sich SVK-Coach Sascha Becker nach der Partie, „und der Sieg ist hochverdient.“ Für das Tor zum 3:1 bemühte der Übungsleiter gar den Vergleich mit dem großen FC Barcelona. Die Leistung seines Teams sei gut gewesen, „bis in die zweite Halbzeit, dann haben sich auch durch die Auswechslungen ein paar Fehler eingeschlichen“.

Am Sonntag, 19, Mai, steigt dann das vorentscheidende Spiel um die Meisterschaft. Dann gastiert der SVK bei Croatia Bietigheim. Und vielleicht reckt Rainer Becker die Daumen dann aus einem anderen Grund in die Höhe.

SV Kornwestheim
L. Wolf – Calaciura, M. Wolf (70. Schulze), Plitzner, Polizoakis, Porubek, Stahl (59. Vejselovic, Böhl, Reichert (46. Yürükoglu), S.Nicolazzo, Janzer (65. Fischer)

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