Handball „Abgezockter“ SVK behält in den Schlussminuten die Nerven

Von
War gegen den Foto:  

Kornwestheim - Das größte Kompliment bekam der Drittliga-Handballer SVK nach dem knappen 35:34 (16:13)-Heimsieg ausgerechnet vom Trainer des unterlegenen TV Germania Großsachsen. „Kornwestheim war in der entscheidenden Phase einfach abgezockter als meine Mannschaft“, sagte Stephan Pohl kurz nach der Partie am Samstagabend in der Osthalle. Wenige Minuten zuvor hatte Kornwestheims Felix Kazmeier mit seinem achten Tor (davon drei Siebenmeter) zum vorentscheidenden 35:33 (59.) in einer hitzigen Schlussphase getroffen. In der 53. Minute war die Partie beim Stand von 30:30 noch ausgeglichen.

„Es war ein wildes Hin und Her in den letzten Minuten, aber wir haben in den wichtigen Phasen die richtigen Entscheidungen getroffen“, sagte SVK-Trainer Alexander Schurr, der bei der angesprochen Abgezocktheit schmunzeln musste. Denn abgezockt sei sein Team in der vergangenen Saison in vielen Spielen nicht unbedingt gewesen. „Dass wir jetzt cool geblieben sind, ist das Resultat eines langen Prozesses. Das ist hart erarbeitet“, fasste Schurr zusammen, der trotz der 34 Gegentreffer mit der Abwehrleistung seines Teams zufrieden war.

Offensive Abwehr stört den Spielrhythmus der Gäste

Denn in der ersten Halbzeit störte die offensive Abwehrformation der Gastgeber die Angriffe der Großsachsener früh. Marvin Flügel, der vorgezogen verteidigte, attackierte die Offensivspieler der Gäste konsequent, sodass der TVG wenig Geschwindigkeit in sein Angriffsspiel bekam. Auf der Gegenseite nutzte Peter Jungwirth, der mit zehn Toren (davon ein Siebenmeter) am besten traf, die erzwungenen Fehler der Kurpfälzer mit Kontertoren aus.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsviertelstunde (5:5, 13.) erspielte sich der SVK zunehmend ein Übergewicht und transportierte eine knappe Führung bis in die Schlussphase der ersten Halbzeit. In der 29. Minute erhöhte Marco Lantella erstmals auf drei Treffer (15:12) Vorsprung. „In der ersten Hälfte waren wir gefühlt noch etwas besser, als es die Drei-Tore-Differenz aussagt“, sagte Alexander Schurr.

SVK gibt Fünf-Tore-Führung aus der Hand

Nach dem Wiederanpfiff erhöhten die Hausherren das Tempo weiter, zum Unmut von Trainer Schurr aber nur in der Offensive. Eine Fünf-Tore-Führung (21:16, 37.) gaben die SVKler nach einigen überhasteten Abschlüssen und technischen Fehlern binnen weniger Minuten aus der Hand (24:24, 46.). „Dabei haben wir bestimmt sieben oder acht Gegenstoßtore kassiert“, kritisierte Schurr. Aber: Nach der zehnminütigen Schwächephase riss sich der SVK zusammen und brachte dank eines konsequenten Angriffsspiels den zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel „abgezockt“ ins Ziel.

Bereits am Freitag, 16. Oktober, empfängt der SVK, der nun Fünfter ist, den TSB Heilbronn-Horkheim um 20.30 Uhr zum Derby in der Osthalle. SVK David, Welz – P. Jungwirth (10/1), Kazmeier (8/3), Reusch (4), Hiller (4), Tinti (3), Lantella (2), Flügel (2), Schoeneck (1), Döll (1), Kugel, Zeppmeisel, Hellerich

Artikel bewerten
0
loading
 
 

Sonderthemen