Handball Abschied mit Schock, Start mit Ambitionen

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Will auch mit dem SVK 2 jubeln: Marc Ihlefeldt. Foto: z

Kornwestheim - Auf die Frage, wie der SVK und er selbst denn so angebandelt haben, antwortet Marc Ihlefeldt kurz und knapp: „Ich habe einen Anruf bekommen.“ Nach kurzer Kunstpause muss der 36-Jährige dann aber doch lachen, weiß er doch selbst, dass etwas mehr dahinter steckt. Denn dass Ihlefeldt von der kommenden Saison an die Handballer des SV Kornwestheim 2 in der Verbandsliga trainiert, hat einiges mit seiner Vergangenheit zu tun. In der Jugend spielte er schon einmal an seiner neuen Wirkungsstätte.

Der neue Mann kommt von der HBI Weilimdorf/Feuerbach. Dort waren die Verantwortlichen fast schon geschockt, als Ihlefeldt ihnen mitteilte, dass er den Verein nach zwei Jahren wieder verlassen wird. In Weilimdorf war er außerdem als Jugendkoordinator tätig gewesen – und eigentlich Teil eines langfristigen Planes. „Es gab ein paar weitere Anfragen, allesamt aus der Württembergliga“, so Ihlefeldt, „aber als der SVK angefragt hat, musste ich einfach zusagen.“ Die Strukturen in Kornwestheim würden einfach passen, „ich kenne viele Leute auch noch von früher“. Mit dem Sportlichen Leiter Philipp Conrad zum Beispiel hat Ihlefeldt einst zusammengespielt.

Zinsmeister holte Ihlefeldt einst in die Jugend

Im zweiten Jahr der C-Jugend holte das Kornwestheimer Sport-Urgestein Reinhard Zinsmeister den kommenden Coach aus Fellbach zum damaligen TVK. Dort blieb Ihlefeldt bis zum ersten Aktivenjahr und ging schließlich nach Oberstenfeld, wo er zehn Jahre spielte – mit einer Saison Unterbrechung in Bietigheim. Danach war erst einmal Schluss, die Selbstständigkeit im Sanitär- und Heizungsbereich stand an. „Dann wollte ich eigentlich hobbymäßig in Asperg weiterspielen und habe mir prompt das Kreuzband gerissen“, berichtet er.

So rutschte er auf den Posten des Co-Trainers und übernahm das Team anschließend für zwei Jahre in der Bezirksliga – bis zur nächsten Wendung der Ereignisse. Da sich inzwischen bei seiner Tochter ein großes Handball-Talent bemerkbar machte, wirkte er fortan ein Jahr lang als ihr Trainer in Neckarsulm. Schon zuvor hatte er parallel in Bietigheim eine C-Juniorinnen-Mannschaft betreut.

Umbruch steht bevor

Nun also der nächste Schritt beim SVK. „Es steht ein Umbruch bevor in den kommenden ein bis zwei Jahren", weiß Ihlefeldt. Die Talente, die aus der A-Jugend aufrücken, sollen es mindestens zu Führungsspielern in der Zweiten bringen. „Die Jugendarbeit beim SVK ist klasse strukturiert, ich habe jetzt allein vier Spieler im Auge, die es ins Drittligateam schaffen könnten“, betont der neue Übungsleiter. Fakt ist: Es tut Not, dass viele junge Wilde nachrücken. Leistungsträger der Zweiten wie die Jüngling-Zwillinge, Robin Rothermund, Marco Bahmann oder Hans Jungwirth werden aus verschiedenen Gründen irgendwann ausscheiden – die einen denken ans Laufbahnende, die anderen führen berufliche und private Faktoren an.

Dennoch: Ihlefeldt hat Ambitionen. „Ein Teil sagt ja, es wäre gut, nicht abzusteigen. Ich sage aber, dass ein Mittelfeldplatz oder sogar das obere Drittel möglich sind, wenn ich den Kader so anschaue.“ Inzwischen hat er sich auch mit allen telefonisch ausgetauscht, die gemeinsame Whats-App-Gruppe ist auch schon eingerichtet. Zudem hat er sich Videos schicken lassen, auch von Spielen der A-Jugendlichen. „Ich kenne die Spielweise hier, will aber natürlich auch neue Dinge mit reinbringen.“

Professioneller Anspruch

Er habe den Anspruch, das Ganze noch professioneller zu machen, gibt der neue Mann die Richtung vor – und kündigt eine Vorbereitung mit vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche an. „Nur so kann man die Jungen an die 3. Liga heranführen.“ Natürlich sei aber nicht von Anfang an Vollgas angesagt. „Ein großes Augenmerk liegt auch darauf, dass sich niemand verletzt.“ Wenn es dann irgendwann wieder losgeht, sollen alle Spieler in einem bis zwei Monaten in Sachen Athletik auf der Höhe sein. „Wie es dann mit dem Spiel mit dem Ball aussieht, ist leider eine andere Frage“, sagt Ihlefeldt.

Einen neuen Mann bringt Marc Ihlefeldt gleich aus Weilimdorf mit: Tim Petschinka. Der 22-Jährige spielt im linken Rückraum, ist knapp zwei Meter groß und laut seinem alten und neuen Trainer durchaus ein Kandidat, der es in die erste Mannschaft schaffen könnte.

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