Handball Auftakt mit Abstand: Der SVK startet in die Vorbereitung

Von
Alles auf Abstand: Der SVK ist in die Vorbereitung gestartet. Foto: Marius Venturini

Kornwestheim - Nein, nervös sei er nicht. „Ich freue mich sehr und habe meine Handball-Akkus voll aufgeladen“, gibt SVK-Trainer Alexander Schurr im Bauch der Osthalle zu Protokoll. In wenigen Minuten soll sie losgehen: die erste Trainingseinheit nach dem Saisonabbruch, die erste Trainingseinheit in Zeiten von Corona – und die erste Einheit in der Vorbereitung auf die neue Drittligasaison.

Damit auch alles seinen corona-entsprechenden Gang geht, hat Schurr vorgesorgt. Eigenhändig hat er die Richtlinien an die Wand der Halle geheftet. Am Eingang zum Innenraum steht eine Flasche mit Desinfektionsmittel auf einem Tisch. Natürlich wird genau dokumentiert, wer am Training teilnimmt. Außerdem halten sich die Akteure – das wird im Verlauf dieses Montagabends deutlich – brav an die Abstandsregeln. „Wir wollen da keine Fehler machen“, betont der Coach, bevor er sich wieder aufs Parkett begibt, um seine Ansprache zu halten – zum ersten Mal seit Monaten wieder Auge in Auge mit seinen Schützlingen. „Wir haben als erste Mannschaft eine Vorbildfunktion“, ermahnt er die Spieler eingangs.

Es bleibt nicht die einzige Forderung, die Schurr an diesem Abend an die weit auseinandersitzende Runde weitergibt. Nur wenige Minuten später wird er noch konkreter: „Wir werden von euch noch mehr Eigenmotivation einfordern. Wir Trainer sind dann für die letzten paar Prozent da.“ Dass der Coach an den Eigenantrieb der Akteure appelliert, hat einen Grund: „Testspiele sind in einer Vorbereitung eigentlich das Salz in der Suppe. Nur gibt’s die jetzt erst mal nicht.“

Doch es geht zum Start nicht ausschließlich bierernst zu. Gelacht werden darf auch. „Es wird heute überhaupt nicht anstrengend“, kündigt Schurr an, bevor er auf die erste Teambuilding-Aktion eingeht: An diesem Wochenende weilt die Mannschaft in Gerabronn, wo sie bis Sonntag bleibt. „Da schwören wir uns dann ein.“

Dann hat Schurr genug. Bereits zu Beginn hatte er, mit Spitznamen um sich werfend, die zwei Gruppen eingeteilt, die in den kommenden Wochen fix miteinander trainieren. Munteres Hin- und Herwechseln ist nicht möglich. Auch die A-Jugendlichen, die eigentlich Teil des Teams sind, fehlen. Sie haben bereits mit ihrer Nachwuchsmannschaft trainiert, dürfen also bei den Aktiven nicht dabei sein. Mit am Start sind dafür die Neuen: Lukas Lehmkühler, Niko Henke, Jan Döll und Marco Lantella.

Es geht los, Athletiktrainer Jens Babel übernimmt. Für die Mannen um Kapitän Christopher Tinti, der während Schurrs Rede nervös mit einem Handball herumgespielt hat, stehen einige Bewegungsübungen auf dem Programm – natürlich mit Abstand zueinander und beobachtet von einem Trio, das in der abgelaufenen Spielzeit aktiv am Geschehen teilgenommen hat, nun aber aus unterschiedlichen Gründen am Rand sitzt.

Da wären zunächst Tim Scholz und Hendrik Schoeneck, die sich weiter von ihren schweren Verletzungen erholen. „Noch macht es mir nicht zu viel aus, nur zuschauen zu können“, sagt Scholz, „weil momentan hat es ja noch nicht viel mit Handball zu tun.“ In rund eineinhalb Monaten will er mit dem Krafttraining beginnen – nach seinem zweiten Kreuzbandriss und zuletzt drei Operationen. Schoeneck wird nach seinem Schienbeinbruch wohl etwas früher wieder ins Geschehen eingreifen können.

Der Dritte im Bunde ist Pascal Welz. Er stand in der vergangenen Runde noch zwischen den SVK-Pfosten und fungiert nun als Torwarttrainer. „Sehr ungewohnt“ findet er seine neue Rolle, was wahrscheinlich damit anfängt, dass es sein erster Trainingsauftakt sein dürfte, den er komplett in Zivil und eben nicht in Handballermontur erlebt.

So plätschert die erste Einheit nach langer Pause dahin, bis Schurr die erste der beiden Gruppen ins Nebenzimmer der Osthalle ruft. Eine kleine, videogestützte Präsentation steht an, während der Rest unter Babels Ägide weiter anschwitzt. Am Ende wird zwar jeder ein bisschen mit dem Ball hantiert haben, mit dem spezifischen Training will sich der Chefcoach aber Zeit lassen. Seine Einschätzung: „Das können wir uns leisten.“ Der Saisonbeginn ist derzeit für den 1. September angesetzt, aufgrund der aktuellen Lage kann es aber auch der 1. Oktober werden.

Artikel bewerten
1
loading
 
 

Sonderthemen