Handball Begegnung auf Augenhöhe mit dem Team der Talentschmiede

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Voller Einsatz: Nico Hiller (am Ball) ist beim SVK derzeit in Topform. Foto: Archiv/Ralf Porkert

Kornwestheim - Die Weißwurst, sie schmeckt am Morgen deutlich besser, wenn man am Abend zuvor gewonnen hat. Das weiß man auch beim Handball-Drittligisten SV Kornwestheim. Am Sonntagvormittag steht das traditionelle Weißwurstfrühstück für Dauerkarteninhaber und Sponsoren auf dem Plan – da würde am Samstagabend ein Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen 2 doch einiges für die allgemeine Laune der Gäste bringen. Anwurf in der Löwen-Trainingshalle in Kronau ist um 20 Uhr.

„Zuletzt waren das immer recht heiße Duelle“, erinnert sich SVK-Trainer Alexander Schurr. Das Kornwestheimer Heimspiel in der Hinrunde endete mit einem 34:34-Unentschieden, nachdem die Gastgeber zur Pause noch mit sechs Toren zurückgelegen hatten. Auch deshalb sieht Schurr tendenziell eine Begegnung auf Augenhöhe. „Auch wenn sie uns in der Vergangenheit in der Tabelle fast immer ein Stück voraus waren.“ So sieht es auch zum jetzigen Zeitpunkt aus: Der Tabellenachte SVK reist zum Sechsten, drei Pluspunkte liegen nach jeweils 20 Partien zwischen den Teams.

Die Reserve des badischen Bundesligisten verfügt über einen schier unerschöpflichen Pool an jungen, starken Handballtalenten. „Und diese Umstellung, die sie dort jedes Jahr hinbekommen, wenn Spieler kommen oder gehen, ist wirklich bemerkenswert“, findet Schurr. Er erwartet also eine wiederverjüngte Truppe, die aber mit enormer Qualität ausgestattet ist.

Eine der zentralen Fragen, die Schurr sich stellt, ist: „Spielt Philipp Ahouansou oder spielt er nicht?“ Der Mann im linken Löwen-Rückraum sei ein „Unterschiedmacher“, wie es der SVK-Coach formuliert. Der 18-Jährige wird in der kommenden Spielzeit direkt im Erstligateam der Kronauer auflaufen. „Dass ein Talent direkt einen Vertrag bekommt, passiert fast nie“, weiß Schurr. Vor einer Woche bei der 29:37-Auswärtspleite der Löwen bei Balingen 2 stand Ahouansou, mit 114 Treffern derzeit Sechster der Torschützenliste, nicht im Kader des Drittligateams.

Aber ein Toptalent macht noch keine gute Mannschaft aus. Und deshalb haben die Rein-Neckar Löwen auch eine ganze Reihe davon. Zum Beispiel Jannis Schneibel auf Rückraum Mitte, der bereits im Hinspiel gegen den SVK als Leistungsträger herausgestochen war. Oder Linksaußen Maximilian Kessler. Kreisläufer Benedikt Damm wurde, gemeinsam mit seinen Teamkollegen Ahouansou und Yessine Meddeb (Rückraum), im vergangenen Jahr U19-Vizeweltmeister. Und seit Weihnachten spielt auch Kreisläufer David Ganshorn wieder bei den Löwen. Er war nach der Pleite der Nusslocher Handball-GmbH an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, an der er frisch von der Leber weg aufspielen kann. „Die Punkte, die sie haben wollten, haben sie. Sie können also mit Lockerheit und Freiheit zur Sache gehen“, so Schurr.

Bei seinem SVK haben mit den beiden Außen Fabian Kugel und Peter Jungwirth sowie Kapitän Christopher Tinti drei Rückkehrer durchtrainieren können. Sie waren bereits gegen Plochingen (37:37) wieder mit an Bord gewesen. Doch die Hiobsbotschaften nehmen in dieser (Zitat Schurr) „Seuchensaison“ einfach kein Ende: In eben jenem Plochingenspiel hat sich Rechtsaußen Tim Zeppmeisel das Syndesmoseband gerissen. Geschätzte Ausfallzeit für den Youngster: acht Wochen.

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