Handball „Das Kollektiv ist immer wieder aufgestanden“

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Blickt einer handballerischen Auszeit entgegen: Markus Lenz Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Das war’s für Markus Lenz. Zumindest vorerst. Die knappe 23:24-Niederlage im Pokalfinale war für den Trainer der SVK-Handballfrauen die letzte Partie an der Seitenlinie. Es ruft die „Babypause“. Allerdings: Ganz ohne Handball wird es bei Lenz auch in Zukunft nicht gehen.

Herr Lenz, wie ist denn Ihre Gemütslage nach dem letzten Pflichtspiel?

Die Trauer über das Ergebnis hat sich mittlerweile gelegt. Ich muss aber zugeben, dass es dienstagabends schon etwas seltsam war, nicht ins Training zu fahren. Diese Freiheit war ziemlich ungewohnt. Ich bin daheim aber natürlich gleich eingespannt gewesen.

Aus einem Abschiedsgeschenk in Form des Pokalsiegs wurde ja bekanntlich nichts. 

Das hätten sich die Mädels mit Sicherheit gewünscht, nicht nur für mich. Susanne Seifert wechselt ja nach Ludwigsburg und Melanie Gellert hört ganz auf. Aber Handball ist nun mal kein Wunschkonzert.

Trotzdem kann man mit der Saison im Großen und Ganzen zufrieden sein. Platz 3 ist es am Ende geworden.

Hätte das vorher jemand gesagt, hätten wir das sofort unterschrieben. Vor der Saison war es gefühlsmäßig ein Auf und Ab. Und die Verletzungen haben immer wieder wehgetan. Aber das Kollektiv ist immer wieder aufgestanden und hat trotzdem die Spiele gewonnen. Mit vier Saisonniederlagen können wir absolut leben.

Mit so einer Bilanz werden andere Meister. . .

Ja, eben. Also ich persönlich bin hochzufrieden und ich denke auch, dass die Mannschaft sich gut entwickelt hat. Noch unter meiner Vorgängerin hat das Team mit Ach und Krach den Abstieg verhindert. Ein Jahr danach war es Platz 6 und jetzt Platz 3. Ich denke, das spricht für eine kontinuierliche Arbeit und eine Weiterentwicklung der Spielerinnen. Wir hatten ja nicht groß Neuzugänge von außen, wie viele Mannschaften, die in den vergangenen Jahren aufgestiegen sind und die auch einen entsprechenden finanziellen Hintergrund haben. Sondern wir haben es immer mit eigenen und jungen Spielerinnen versucht.

Sie haben es angesprochen: Was Verletzungen angeht, ist Ihre Mannschaft wirklich gebeutelt worden. Wäre ohne diese Verletzungen noch mehr drin gewesen?

Im Nachhinein ist das schwierig zu beurteilen. Ich glaube aber, dass wir sehr wohl in einem positiven Fahrwasser waren. Wenn ich da zum Beispiel das erste Saisonspiel nehme gegen Flein (Anm. d. Red.: den späteren Meister), das wir zuhause ganz knapp verlieren. Da mussten wir mit Svenja Biehl, Susanne Seifert und Daniela Bahmann gleich drei Leistungsträgerinnen ersetzen. Und trotzdem haben wir das Spiel nur mit einem Tor verloren.

Sie haben damals auch im Gespräch angesichts der Personallage Ihre Erwartungen an die Saison deutlich heruntergeschraubt.

Ja, weil es natürlich nicht das war, was wir uns gewünscht hatten. Und trotzdem war das dann für lange Zeit die einzige Niederlage. Und das ist auch das, was ich so bemerkenswert finde: Es ist ein Kollektiv gewachsen, das diese Ausfälle immer wieder kompensiert hat. Einige Spielerinnen waren ja mehrfach verletzt, und trotzdem hat es lange gereicht. Erst zum Schluss, als klar war, dass es sportlich nicht mehr nach ganz oben reicht, waren vielleicht ein, zwei enttäuschende Auftritte dabei. Aber bis dorthin war das überragend.

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