Handball Der SVK will in Sachen Jugend mithalten

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Im Training werden allerhand neue Methoden ausprobiert. Foto: zvk

Kornwestheim - Die Botschaft ist klar: Nachwuchshandballer, die sich als große Talente entpuppen, sollen künftig beim SVK bleiben. Und das, obwohl die Konkurrenz in der Region durch Spitzenvereine wie BBM Bietigheim, TVB Stuttgart oder Frisch Auf Göppingen groß ist. Damit das in Zukunft besser klappt, arbeitet der SV Kornwestheim seit Beginn des Jahres intensiver mit seinen begabten Jugendspielern.

Trainingsinhalte und -formen

„Individuelle Technik kommt im Mannschaftstraining viel zu kurz“, sagt SVK-Jugendkoordinator Hannes Diller, der mittlerweile seit einem Jahr im Amt ist. Es sei unmöglich für die Trainer, da hinterherzukommen. Dem will der Verein nun mit zusätzlichen Trainingseinheiten entgegenwirken. In geschlechtergemischten Gruppen sind montags die Spielerinnen und Spieler der D- und C-Jugend in der Halle, mittwochs die B- und A-Jugendlichen. Bei den älteren Spielern wird positionsspezifisch trainiert, im Blockmodus werden Rückraum-, Außen-, und Kreisspieler zu den Trainingseinheiten eingeladen. Die Jüngeren trainieren positionsübergreifend. „Eine Spezialisierung macht zu diesem Zeitpunkt noch keinen Sinn“, so Diller. Jeder Spieler habe einen individuellen Trainingsplan, auf den jeder Coach zugreifen könne, um die eigenen Einheiten dann anzupassen. Der Jugendkoordinator nennt einen weiteren Grund für die Zusatzeinheiten der Kornwestheimer Hoffnungsträger: „In Teilen sollen sie ergänzen, was Via Nova gemacht hat.“ Die Sportschule hat sich aus dem Handballgeschehen zurückgezogen – habe laut Diller jedoch stets einen „superguten Übergang“ ermöglicht.

Trainer

Als Leiter des Programms, für das derzeit noch ein schmissiger Name gesucht wird, fungiert C-Lizenztrainer Diller. Adrian Awad, ehemaliger Spieler des Drittligateams und Inhaber der B-Lizenz, ist mit den organisatorischen Aspekten des Programms betraut: Spielerkommunikation, Vorgabe sportlicher Themen und Kontrolle des Trainingsablaufs. Auch zwei A-Lizenztrainer sind mit im Boot: montags in Person von Philipp Wolf, Bruder des ehemaligen Erste-Spielers Kevin Wolf, mittwochs von Jerome Staehle. Das Torwarttraining übernimmt der C-Lizenzinhaber Ahmet Cizmecioglu, einstmals Coach der Keeper des Württembergligisten TSV Schmiden. „Ich glaube, dass wir jetzt schon mit unseren Möglichkeiten, auf die Spieler einzugehen, einzigartig sind“, mutmaßt Hannes Diller.

Ziele

SVK-Abteilungsleiter Andreas Postl formuliert ein Beispiel: „Wir wollen solche Spielerinnen wie zum Beispiel Helena Jooß nicht mehr abgeben müssen.“ Die einstige Kornwestheimer Jugendspielerin ist mittlerweile bei der SG BBM Bietigheim aktiv. Zudem solle der Übergang in den Aktivenbereich des SVK attraktiver gemacht werden. „Das müssen die Spieler wollen.“ Und Diller ergänzt: „Wir sind den Talenten verpflichtet. Ein solches Programm ist einfach notwendig, um den Anschluss zu halten.“ Allerdings müsse man das Programm weiter intensivieren und noch besser abstimmen. „Bis das Gesamtpaket komplett stimmt, braucht es noch Zeit“, betont Diller.

Wer entscheidet über „Talent“?

„Ausgewählt wird im Dialog mit den Mannschaftstrainern“, beschreibt Hannes Diller das Prozedere. Dann lade man die Spieler ein und schaue weiter. „Und wenn einer mal nicht mitzieht, wird er wieder ausgeladen und ein anderer geholt.“ Der Austausch an sich finde nicht in der großen Gruppe statt, denn das führe zu nichts. „Wir sprechen immer direkt mit den Leuten“, versichert der Jugendkoordinator. Die A-Jugend habe momentan ein Trainingspensum von zehn Stunden pro Woche. „Aber die haben da Bock drauf“, so Diller.

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