Handball Der SVK zwischen Druck und Lockerheit

Von
Er will mit seiner Mannschaft in der 3. Liga bleiben: Christopher Tinti. Foto: Archiv/Peter Mann

Kornwestheim - Drei Spiele war die Drittligasaison 2020/2021 kurz gewesen, dann kam Anfang November der zweite Lockdown und später die Annullierung. Das heißt: Zehn Monate lang haben die SVK-Handballer kein Pflichtspiel absolviert. Zwar hätte es in der ersten Jahreshälfte die Möglichkeit gegeben, an Aufstiegsrunde oder DHB-Pokal-Quali teilzunehmen. Die Kornwestheimer verzichteten jedoch auf beides, absolvierten stattdessen ein paar Testpartien. Jetzt geht es wieder los, am Samstag, 4. September, gastiert der SVK zum Auftakt beim TV Plochingen. Anwurf ist um 20 Uhr. Hier gibt’s den Überblick vor der Saison:

Die Staffel des SVK

Die 3. Bundesliga ist statt zuvor in vier nun in sieben Staffeln eingeteilt worden, in denen sich insgesamt 82 Mannschaften messen – ein aufgeblähtes Starterfeld, da es zwei Jahre lang nur Aufsteiger und keine Absteiger gegeben hat. Nun gibt es fünf Zwölfer- und zwei Elfer-Gruppen. Der SVK tritt in Staffel G an, Gegner sind der TV Willstätt, der TuS Fürstenfeldbruck, der VfL Pfullingen, der HC Oppenweiler/Backnang, HBW Balingen-Weilstetten 2, der TSV Blaustein, der TV Plochingen, der VfL Günzburg, die TSG Söflingen, der TSV Neuhausen/Filder und die HSG Konstanz. „Konstanz schwebt natürlich über allem, sie sind als Absteiger eigentlich ein Zweitligateam“, sagt SVK-Coach Alexander Schurr. Auch der TuS Fürstenfeldbruck war bislang Zweitligist, hinzu kommen Topteams wie Pfullingen, Oppenweiler oder auch der finanzstarke TV Willstätt.

Der Modus

Zunächst spielen die Teams eine Vorrunde mit Hin- und Rückspielen. Für die Erst- und Zweitplatzierten geht es in der Aufstiegsrunde weiter, dort in zwei Gruppen à sieben Mannschaften. Die beiden Besten dieser Gruppen spielen schließlich überkreuz die beiden Zweitliga-Aufsteiger aus. Um den Verbleib in der 3. Liga spielen die Teams, die in ihren Vorrundenstaffeln auf den Rängen 7 bis 11 oder 12 gelandet sind. Das geschieht abermals in insgesamt sieben Gruppen. Die Teams, die hier die ersten beiden Plätze belegen, bleiben drin, für den Rest geht’s runter.

Die Kritik

SVK-Coach Alexander Schurr spart vor Saisonbeginn nicht an Kritik am neuen Staffelsystem. Für ihn stelle sich die Frage, „ob man die vergangene Saison nicht einfach hätte einfrieren können?“ Ja, man sei mit den vielen kleineren Staffeln flexibler, falls abermals ein Abbruch drohe. Aber eine so radikale Rück-Verkleinerung der 3. Liga mache es für viele Teams äußerst schwierig. „Früher hatten wir bei einer 16er-Liga zwei, manchmal drei Absteiger“, rechnet Schurr vor, „jetzt kann man rechnen, dass von zwölf Mannschaften vier runtergehen.“ Das könne zum Problem für viele Vereine werden, die sich im Mittelfeld der Ligen etabliert hätten. Es ist kein Geheimnis, dass sein SVK zu eben jenen Teams gehört. „Ich habe tatsächlich ziemlichen Respekt vor dieser Konstellation“, so Schurr.

Der SVK im Detail

In der Mannschaft gibt es weder Zu- noch Abgänge. „So konnten wir mehr ins Detail gehen und mussten niemanden integrieren“, hebt der Übungsleiter die positiven Aspekte der bis dato reibungslosen Vorbereitung hervor. Timing, Tempowechsel, Spielsteuerung – all das habe keiner von Grund auf neu lernen müssen. Positiv außerdem: Einige Akteure haben vor der Saison nochmals einen Leistungssprung gemacht. Jan Reusch (Rückraum Mitte) wachse immer besser in die Rolle des Anführers hinein, Felix Kazmeier (Rückraum links) habe noch mehr an Stabilität gewonnen, vor allem in der Abwehr. „Auch unser Torhütergespann aus Jan David und Niko Henke macht einen super Eindruck“, fügt Schurr hinzu. Man habe nun eine „schöne Breite“ im Kader, „aber herausnehmen darf sich niemand. Wir werden immer über das Kollektiv kommen“. Die Vorbereitung hat der SVK so gut wie verletzungsfrei überstanden, sieht man mal vom ausgekugelten Finger Marvin Flügels (Rückraum links) ab.

Die Ziele

Druck ist da für den SV Kornwestheim, das kann Alexander Schurr nicht verhehlen. „Es wird jedes Spiel zählen“, betont der Coach. Saisonziel sei es auf jeden Fall, der Abstiegsrunde zu entgehen. „Wir haben eine intelligente Mannschaft, die Jungs sind nicht doof und wissen, um was es geht“, sagt der Trainer, der in der Vorbereitung in den vergangenen Wochen bei aller Intensität eine gewisse Lockerheit beibehalten hat. „Das halte ich für wichtig, denn es ist ein Spiel, und nur so kann man es richtig spielen“, so Alexander Schurr.

Kader, Trainer, Ziele

Tor
Niko Henke, Jan David

Rückraum
Tim Scholz, Jan Reusch, Felix Kazmeier, Christopher Tinti, Hendrik Schoeneck, Lukas Lehmkühler, Jan Döll, Marvin Flügel

Linksaußen
Fabian Kugel, Marco Lantella

Rechtsaußen
Peter Jungwirth, Tim Zeppmeisel Kreisläufer
Jan Hellerich, Nico Hiller

Trainer
Alexander Schurr (seit der Saison 2017/2018)

Saisonziel
Klassenverbleib

Artikel bewerten
0
loading
 
 

Sonderthemen